Grünen-Abgeordnete: "Hier wird Heimat kaputt gemacht!"

Geplanter A8-Ausbau: Kritik reicht bis in den Bundestag 

Landkreis - Die Erweiterung der A8 von vier auf sechs Spuren sorgt für Kritik, die bis in den Bundestag reicht. 

Der geplante Ausbau der A8 ist eine unglaublich teure Angelegenheit. Für viel Kritik sorgt der geplante Ausbau zwischen dem Chiemsee und der Grenze, denn dort soll die A8 bis zum Jahr 2030 - trotz relativ geringem Verkehrsaufkommen - sechsspurig verlaufen. 

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Der Bundesrechnungshof mahnt schon seit Längerem und meint, dieser Ausbau ginge auch billiger. Am Freitag könnte er Recht und damit Unterstützung erhalten, und zwar vom Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestags, berichtet der BR.

Laut dem Bundesrechnungshof sei ein sechsspuriger Ausbau der A8 im bayerischen Voralpenland, zwischen dem Chiemsee und der Grenze, nicht notwendig. Für den täglichen Verkehr (50.000 Autos) würden vier Spuren ausreichen. An Tagen mit besonders hohem Verkehrsaufkommen (bis zu 100.000 Autos), wäre dies durch eine Freigabe des Standstreifens gut aufzuteilen, was sogar kostensparend wäre. 

"Hier wird Kulturlandschaft zerschnitten, zerstört, zubetoniert"

So forderte der Rechnungshof das Bundesverkehrsministerium im letzten Jahr auf, dieAusbaupläne der A8 erneut nachzurechnen und zu beweisen, dass ein solcher Ausbau nötig sei. Dabei wird dem Ministerium vorgeworfen, bei der Planung die Gesamtstrecke betrachtet zu haben, die von München bis zur Grenze reicht. Es soll nicht bedacht worden sein, dass das Verkehrsaufkommen ab dem Chiemsee stark abnimmt.

Ekin Deligöz, Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestags und Grünen-Abgeordnete aus Bayern, halte die Ausbaupläne für falsch: "Hier wird Kulturlandschaft zerschnitten, zerstört, zubetoniert, in einer der schönsten touristischen Gegenden Deutschlands. Hier wird Heimat kaputt gemacht!"

Am Freitag besprechen Deligöz und ihre Kollegen im Rechnungsprüfungsausschuss die A8-Pläne. Laut Beschlussvorlage wollen die Abgeordneten den Aufforderungen des Bundesrechnungshofes an das Bundesverkehrsministerium zustimmen. Dann hätte CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer zwei Monate Zeit, um dem Rechnungshof zu antworten.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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