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Militärbewegung nimmt wegen Ukraine-Krieg zu

Gleich drei Flugzeuge der U.S. Air Force jagen über Töging: Nato demonstriert Stärke

Ein Transportflugzeug der U.S. Air Force am Himmel über Töging am Inn.
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Ein Transportflugzeug der U.S. Air Force am Himmel über Töging am Inn.

Weiterhin hält der Ukraine-Konflikt die Welt in Atem. Seit vier Wochen greift Russland die Ukraine an, schießt und bombardiert. Und auch der Westen hat vor einer Eskalation Angst. Dies hat auch zur Folge, dass deutlich häufiger Militärbewegungen in unserer Region beobachtet werden. So auch am vergangenen Dienstag (22. März) in Töging am Inn, als drei große Militärflugzeuge über die Häuser hinweg jagten.

Töging am Inn - Nur wenige Luftstunden entfernt herrscht Krieg. Am 24. Februar 2022 begann die Invasion russischer Truppen in die Ukraine. Seitdem dauert der Angriffskrieg Russlands mit zunehmender Härte und Zerstörung an. Die Solidarität in der gesamten Welt ist groß, allerdings macht sich auch Angst breit und nicht nur in Nachbarländern wie Polen.

In diesen schwierigen Zeiten werden Bewegungen von Militär an Land, zu Wasser oder in der Luft wieder viel bewusster wahrgenommen. In den vergangenen Wochen machte sich ebenfalls der Eindruck breit, dass tatsächlich wieder mehr Militäraktionen auch in Deutschland durchgeführt werden. So auch erst vergangene Woche über Prien und dem Chiemsee, als ein „Kampfflugzeug der Bundeswehr vom Typ Tornado des Taktischen Lufwaffengeschwaders 33 in Büchel“ im Zuge eines Übungsflugs durch die Luft schossen.

Drei Militärflugzeuge über Töging am Inn

In dieser Woche dann machten Bürger in Töging am Inn am Dienstag (22. März) eine ähnliche Beobachtung. Diesmal waren es allerdings gleich drei große Militärflugzeuge die über den Dächern der Stadt durch die Lüfte jagten. Wie Auswertungen des Luftfahrtamtes der Bundeswehr zeigen, handelte es sich hierbei um drei Transportflugzeuge der U.S. Air Force vom Typ C-130 Hercules. „Die drei Luftfahrzeuge überflogen gegen 11.19 Uhr Ortszeit den Bereich Töging am Inn“, heißt es von offizieller Seite. Auch dies sei im Rahmen einer Übung passiert, welche offenbar weiter ausgeweitet werden. Gestartet und gelandet sind die Luftfahrzeuge demnach auf der Ramstein Air Base, wie ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr auf Anfrage von innsalzach24.de mitteilte.

Die US Air Force entsendet regelmäßig Flugzeuge in das europäische Operationsgebiet. „Das Training mit gemeinsamen Partnern, verbündeten Nationen und anderen Einheiten der US-Luftwaffe trägt zu unseren einsatzbereiten und aufgestellten Streitkräften bei und ermöglicht es uns, dauerhafte und strategische Beziehungen aufzubauen, die für die Bewältigung eines breiten Spektrums globaler Herausforderungen erforderlich sind“, so die Ausführung von amerikanischer Seite zu den Übungen in Deutschland und Europa.

Nato will Verteidigung stärken und führt „erweiterte Übungen“ durch

Gerade in diesen widrigen Zeiten des Russland-Ukraine-Kriegs wollen die westlichen Staatengemeinschaft Geschlossenheit demonstrieren. Die Nato-Staaten wollen weiter mit massiver Aufrüstung auf Russlands aggressive Politik reagieren. Angesichts „der seit Jahrzehnten schwerwiegendsten Bedrohung für die euro-atlantische Sicherheit“ werde man das Abschreckungs- und Verteidigungsdispositiv erheblich stärken und das gesamte Spektrum an einsatzbereiten Streitkräften und Fähigkeiten weiterentwickeln, heißt es in einer gemeinsamen Gipfelerklärung der Staats- und Regierungschefs vom Donnerstag. Diese Schritte würden durch „erweiterte Übungen“ mit dem Schwerpunkt kollektive Verteidigung und der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Streitkräfte ergänzt.

Die Staats- und Regierungschefs weisen zudem auf bereits umgesetzte Maßnahmen zur Stärkung der Abschreckung hin. So wurden in Reaktion auf das Vorgehen Russlands in der Ukraine die Verteidigungspläne der Nato aktiviert, Elemente der Nato-Reaktionskräfte verlegt und an der Ostflanke 40.000 Soldaten sowie Luft- und Seefähigkeiten dem direkten Kommando der Nato unterstellt. Derzeit werden zudem kurzfristig vier zusätzliche multinationale Gefechtsverbände in Bulgarien, Rumänien, der Slowakei und Ungarn eingerichtet.

Bislang hat die Nato nur in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen dauerhaft multinationale Verbände stationiert. Normalerweise sind sie etwa 1000 Soldaten stark. Die Ausweitung der Präsenz bedeutet, dass künftig von der Ostsee im Norden bis zum Schwarzen Meer im Süden Nato-Truppen präsent sein werden. Zuletzt waren zur Verstärkung der Ostflanke bereits Kräfte der schnellen Nato-Einsatztruppe NRF in das ukrainische Nachbarland Rumänien verlegt worden.

„Schwerwiegendste Bedrohung für die euro-atlantische Sicherheit“

Die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten hatten Russlands Angriff auf die Ukraine bereits als „seit Jahrzehnten schwerwiegendste Bedrohung für die euro-atlantische Sicherheit“ bezeichnet. Nach Angaben Stoltenbergs wird auch erwogen, die Luftverteidigung und die Präsenz auf der See deutlich auszubauen.

Russland stellt nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg aber derzeit keine akute Gefahr für Alliierte dar. „Wir sind das stärkste Bündnis der Welt“, sagte der Norweger am Donnerstag am Rande eines Nato-Sondergipfels zum Ukraine-Krieg. „Solange wir zusammenstehen, sind wir sicher.

Zugleich machte Stoltenberg erneut deutlich, dass die Nato trotz ihrer militärischen Überlegenheit ein militärisches Eingreifen in den Ukraine-Krieg ausschließt. „Das tun wir, weil wir die Verantwortung dafür tragen, dass dieser Konflikt nicht über die Ukraine hinaus eskaliert“, erklärte er. Dies würde „noch mehr Leid, noch mehr Tote, noch mehr Zerstörung verursachen“.

mz/cz

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