Landrat stellt KatWarn scharf

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System aktiviert: Der Landkreis kann Warnungen an die Bürger künftig über das System "KatWarn" verschicken.
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Landkreis - Ob Hochwasser, Großbrand oder Chemieunfall: Künftig können die Menschen in Altötting via SMS, E-Mail und Smartphone-App gewarnt werden.

Im Katastrophenschutzkeller des Landratsamts Altötting, einst im Kalten Krieg als Bunker errichtet, hat Landrat Erwin Schneider das Katastrophen-Warnsystem "KatWarn" symbolisch freigeschaltet. Egal ob Hochwasser, Großbrand oder Chemieunfall - künftig kann der Landkreis an die Bevölkerung per SMS, E-Mail und Smartphone-App Warnungen verschicken. Altötting ist der erste Landkreis überhaupt, der in Bayern KatWarn einführt. Lediglich in der kreisfreien Stadt Nürnberg läuft das System bereits.

"Überdurchschnittliches Gefahrenpotential"

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KatWarn ist in einer Kooperation zwischen Fraunhofer Fokus und der Versicherungskammer Bayern entstanden und wird von drei Großrechenzentren gesteuert. Nach Angaben von Ortwin Neuschwander von Franhofer Fokus leben bereits zehn Millionen Menschen in Deutschland in mit KatWarn versorgten Gebieten. Unter anderem gibt es das System schon in Berlin und Hamburg.

Landrat Schneider begründete die Entscheidung für KatWarn, die übrigens schon vor dem jüngsten Hochwasser gefallen war, mit dem "überdurchschnittlichen Gefahrenpotential" im Landkreis. "Vieles, was die Natur zu bieten hat, ist bei uns denkbar", so Schneider. Gerade das Hochwasser habe gezeigt, "dass es durchaus sinnvoll ist, wenn es mehrere Wege gibt, die Leute zu informieren".

Das kostet KatWarn den Landkreis:

Die Einrichtung von KatWarn kostet den Landkreis einmalig 15.000 Euro. Hinzu kommen laufende Kosten in Höhe von 3.000 Euro pro Jahr. Je nachdem, wie viele Warnungen der Landkreis verschickt, variieren die jährlichen allerdings. Warnungen per E-Mail oder Smartphone-App sind kostenlos. Lediglich für das Verschicken der Warnungen per SMS fallen Gebühren an. Wie Ortwin Neuschwander vorrechnete, muss der Landkreis für 10.000 SMS 600 Euro zahlen.

So bekommt man KatWarn:

 

Der Landkreis darf aus rechtlichen Gründen nur Warnungen an Bürger verschicken, die sich bei KatWarn angemeldet haben. Anmelden kann man sich, indem man eine SMS mit folgendem Text an die Service-Nummer 0163/ 7 55 88 42 schickt: "Katwarn 12345", wobei "12345" für die jeweilige Postleitzahl steht. Menschen aus der Stadt Altötting (Postleitzahl 84503) müssten also eine SMS mit dem Text "Katwarn 84503" abschicken. Dabei fallen die üblichen SMS-Gebühren des jeweiligen Mobilfunkanbieters an.

Optional können die Bürger nach der Postleitzahl noch ihre E-Mail-Adresse hinzufügen. Dann erhalten sie künftig alle Warnungen per SMS und via E-Mail. Der Empfang der Warnungen ist kostenlos.

Alternativ kann man die kostenlose Smartphone-App herunterladen (für iPhones und Android-Smartphones erhältlich). In der App kann man gleich zwei unterschiedliche Postleitzahlen eintragen.

Das kann KatWarn:

Möchte der Landkreis Altötting die Bevölkerung warnen, kann er künftig über Katwarn die exakte Warnung mit Verhaltenshinweise für die Bevölkerung (etwa: "Großbrand, Fenster geschlossen halten") verschicken. Die Warnungen werden dann an alle Katwarn-Nutzer in den betroffenen Postleitzahlgebieten über SMS, E-Mail und Smartphone-App verschickt.

Eine Plus der Smartphone-App ist die sogenannte "Schutzengelfunktion". Jeder Nutzer der KatWarn-App erhält die Warnungen für genau jenes Postleitzahlgebiet, in dem er sich gerade aufhält. Egal, ob er diese Postleitzahl in der App angegeben hatte oder nicht.

Landrat Schneider drückt den roten Knopf

Katwarn bald auch in München?

Rein theoretisch steht KatWarn bayerweit zur Verfügung, allerdings muss jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt selbst entscheiden, ob KatWarn freigeschaltet wird. Fraunhofer Fokus ist aktuell mit mehreren Städten und Landkreisen im Gespräch. Die nächste KatWarn-Freigabe in Bayern könnte es nach Angaben von Ortwin Neuschwander in München geben.

Quelle: innsalzach24.de

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