Ist der Geflügelskandal kein Einzelfall?

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Landkreis - Für den Bauernverband ist der mutmaßliche Geflügelskandal eine "absolute Ausnahme". Tierschützer haben indes weitere Betriebe im Landkreis im Visier.

Anton Kreitmair, Präsident des Bezirksverbands Oberbayern des Bayerischen Bauernverbands, hat um Fairness im Umgang mit den Landwirten gebeten. Der mutmaßliche Geflügelskandal im Landkreis Altötting - in einem Hähnchenmastbetrieb sollen Hühner lebend im Müll entsorgt worden sein - ist aus Sicht Kreitmairs ein Einzelfall. "Ich bin mir sicher, dass dies die absolute Ausnahme ist", so der Bezirkspräsident gegenüber innsalzach24.

Anton Kreitmair, Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbands Oberbayern.

Sollten die von der Tierschutzorganisation "Soko Tierschutz" erhobenen Vorwürfe zutreffen, sei klar, "dass dies nicht geht". "Wir distanzieren uns, da brauchen wir gar nicht reden", sagte Kreitmair, dem der Fall schlicht "unerklärlich" ist. "Ich bezeichne es als Schlamperei." Müssten Tiere in einem Betrieb getötet werden, müsse dies immer tiergerecht vollzogen werden. Im Bauernverband werde man das Thema nun breit diskutieren. Weil Kreitmair aber überzeugt ist, dass es sich um einen Einzelfall handelt, bittet er um Sachlichkeit in der öffentlichen Debatte. "Die Fairness erwarte ich", so der Bezirkspräsident.

Tierschützer wollen zwei weitere Betriebe anzeigen

"Soko Tierschutz" hat indes zwei weitere Betriebe im Landkreis Altötting im Visier. Der Skandal um die lebend entsorgten Hühner sei lediglich die Spitze des Eisbergs, erklärte Friedrich Mülln von "Soko Tierschutz" auf Anfrage von innsalzach24. Die Zustände, die die Tierschutzorganisation dort beobachtet hat, seien aber "der schlimmste Exzess, der mir untergekommen ist", so der Tierschützer. Bei den anderen Fällen handle es sich um den "ganz normalen Wahnsinn der Massentierhaltung".

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Auch dagegen möchte "Soko Tierschutz" rechtlich vorgehen. Im Fall der lebend entsorgten Hühner hat die Tierschutzorganisation bereits am Mittwoch, 4. September 2013, Anzeige erstattet. Anzeigen gegen zwei weitere Betriebe im Landkreis Altötting sollen in Kürze gestellt werden. Man habe "Faktoren der Qualzucht" beobachtet, so Mülln. Als Qualzucht bezeichnet man die Züchtung von Tieren unter Duldung oder Förderung von Merkmalen, die mit Verhaltensstörungen, Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind. Außer für wissenschaftliche Zwecke ist Qualzucht in Deutschland verboten. Bei diesen beiden Fällen sieht Mülln jedoch keine Gefahr im Verzug. Dort gehe es lediglich um "normale Massentierhaltung".

Landratsamt prüft Verbot der Tierhaltung

Im Fall der lebend entsorgten Hühner hat inzwischen die Staatsanwaltschaft Traunstein die Ermittlungen aufgenommen. "Soko Tierschutz" hatte wegen schweren und wiederholten Verstoßes gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes Anzeige erstattet. Darauf stehen bis zu drei Jahre Haft.

Auch das Landratsamt Altötting prüft die Vorwürfe von "Soko Tierschutz". Wie Pressesprecher Markus Huber gegenüber innsalzach24 erklärte, werde man eng mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. Außerdem prüfe das Landratsamt, ob sich Sanktionen aus dem Tierschutzgesetz ergeben, etwa ein Verbot der Tierhaltung. Gefahr sei aber nicht im Verzug. "Die Ställe sind derzeit leer", so Huber.

Quelle: innsalzach24.de

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