Missglückte Weltmeisterschafts-Feier

Betrunkene Studenten wollten teures Bild erbeuten

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Zwei Studenten sind angeklagt, weil sie versucht haben sollen, das Bild "Herr und Dame" von Emil Nolde zu stehlen.

Nürnberg - Zur Feier der Fußballweltmeisterschaft, versuchten zwei Studenten ein 900.000 Euro teures Bild zu stehlen. Jetzt wurden sie dafür verurteilt.

Es war der „größte Fehler meines Lebens“, sagt einer der beiden Angeklagten vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth. Und damit hat er wohl recht: Er und ein Kumpel wollten im Germanischen Nationalmuseum das Bild „Herr und Dame“ von Emil Nolde stehlen. Nun standen die beiden vor Gericht. Dort zeigten sich die 23 und 24 Jahre alten Studenten reumütig.

Die Studenten sollen laut Anklage im Juli 2014 betrunken über ein Baugerüst in das Museum eingestiegen sein. Dort sollen sie versucht haben, das Bild „Herr und Dame“ von Emil Nolde zu stehlen - es hat einen Wert von etwa 900 000 Euro.

Einbruch zur Feier der Weltmeisterschaft

Die beiden Erlanger bestätigten vor Gericht die Vorwürfe. Bereits nach ihrer Festnahme hatten sie dem Haftrichter erklärt, der Einbruch sei eine Schnapsidee gewesen, die aus der Euphorie der Weltmeisterschafts-Feier entstanden sei. Weil sie bei ihrem Einstieg den Alarm des Museums auslösten, konnte die Polizei sie noch auf dem Gelände stellen.

Zu ihren Motiven machten die Studenten nur vage Angaben: „Es war spannender als ein Museumsbesuch bei Tag“, sagte einer der Männer. Auch eine Vorstellung, was sie mit dem gestohlenen Bild machen würden, gab es laut ihrer Aussage nicht. „Ich hatte keine Ahnung, wie ich das Bild mit öffentlichen Verkehrsmitteln - mit denen ich in Nürnberg war - nach Hause bringen wollte und was ich dort damit gemacht hätte“, erklärte der 23-Jährige.

Verurteilung zu Bewährungsstrafen

Wegen Hausfriedensbruch und versuchtem schweren Diebstahl verhängte das Landgericht Nürnberg-Fürth am Dienstag gegen den jüngeren Angeklagten eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Der Ältere wurde wegen Hausfriedensbruch und Beihilfe zu versuchtem schweren Diebstahl zu einem Jahr und drei Monaten ebenfalls auf Bewährung verurteilt. Die Tat sei nicht geplant gewesen und sei wenig professionell verlaufen, erklärte der Vorsitzende Richter.

Staatsanwaltschaft forderte Haft

Das sah die Staatsanwältin anders. In ihrem Plädoyer forderte sie jeweils zwei Jahre und zehn Monate Haft für die Angeklagten. „Die beiden wollten nicht die Bilder nachts im Museum ansehen, weil es so cool ist, sondern sie wollten nach Stehlenswertem Ausschau halten“, begründete sie ihren Strafantrag.

Die Verteidiger sprachen sich für kurze Bewährungsstrafen aus. Sie gingen nur von einem schwachen Vorsatz aus. „Und dann hängt da dieses Bild in einem Studentenzimmer. Wo hätte das eigentlich hinführen sollen? Es ist gut möglich, dass der Angeklagte das Bild am nächsten Tag wieder zurückgegeben hätte“, sagte die Verteidigerin des 23 Jahre alten Angeklagten und forderte eine kurze Bewährungsstrafe oder Geldstrafe. Der Verteidiger des älteren Angeklagten forderte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten.

dpa

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