Kult-Wirt Krätz auf dem Gastro-Gipfel

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Kult-Wirt Sepp Krätz (l.) freuen die Lobesworte von Ministerpräsident Horst Seehofer

München - Sepp Krätz ist zum "Gastronom des Jahres 2011" gekürt worden. "Das ist der Höhepunkt in meinem Berufsleben", so der Kult-Wirt.

Er weiß, wie man sich in Szene setzt: Zur Krönungsfanfare schritt Wiesn-Wirt Sepp Krätz auf die Bühne in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz. Zu seinen Füßen die Münchner High Society, in der ersten Reihe Ministerpräsident Horst Seehofer mit Gattin Karin, Uli Hoeneß, Catering-Pionier Gerd Käfer mit Lebensgefährtin Uschi Ackermann und die Starköche Eckard Witzigmann und Alfons Schuhbeck. „Das ist der Höhepunkt in meinem Berufsleben“, schwärmte der Münchner Kult-Wirt Sepp Krätz (55, Hippodrom, Waldwirtschaft, Andechser am Dom) bei seiner Kür zum „Gastronom des Jahres 2011“.

„Ich hab mich gefühlt wie bei einer Krönung“, triumphierte er. Den Lobesworten von Seehofer, Käfer und Witzigmann hätte er noch stundenlang zuhören können – „und hätte ausnahmweise nicht dagegen gesprochen“. Denn der Schlemmeratlas des Busche Verlags habe mit ihm den Richtigen ausgewählt. Statt Krone bekam der „neue König unter Bayerns Wirten“ vom 3. Bürgermeister Hep Monatzeder einen Hut mit prachtvollem Gamsbart.

Der Erfolg sei dem „bayerischen Gesamtkunstwerk Krätz nicht in die Wiege gelegt worden“, hob Laudator Seehofer hervor. Hineingeboren in kleine bäuerliche Verhältnisse in Eresried bei Augsburg „an der bayerisch-schwäbischen Grenze“ vereine er schwäbische Sparsamkeit und bayerische Feierlust. Und Krätz sei ein Mensch, der „nie mit der Strömung geschwommen ist, sondern immer selbst welche gemacht hat“. Er hat etwa die bayerische Biergarten-Revolution angezettelt. „Dank Krätz ist die bayerische Biergartenkultur jetzt Gesetz“, hielt Seehofer fest.

Eckart Witzigmann, ausgezeichnet als „Koch des Jahrhunderts“, lobte Krätz als einen, der in Sachen Trends das Gras wachsen hört: „Gastlichkeit und Qualität in den Mittelpunkt zu stellen, war Anfang der 70er-Jahre revolutionär.“ „Die Kleinen haben’s in sich“, lobte Gerd Käfer. Er überreichte seinem Freund einen silbernen Kochlöffel. „Den Goldenen bekommst du erst für dein Lebenswerk.“

„Bei Sepp fühlt man sich wohl, er hat immer ein Lächeln auf den Lippen“, lobte Schauspieler Wolfgang Fierek. Zuhause allerdings war der Vollblutwirt in all den Jahren selten. „Aber von nichts kommt eben nichts“, sagte seine Tochter Julia (22). Trotzdem ist er ein Familienmensch, sagt Schwester Stefanie. In seine Fußstapfen zu treten, kann sich die 22-Jährige „gut vorstellen“. Ihr Vater gab dann auch gleich zu, dass er „alles ohne die Familie nie geschafft hätte“. Sein Herzensgast — neben seiner neuen Frau Tina, die ihm im März Stammhalter Artur gebar – seine Mutter Elisabeth Krätz (81): „Trotz Knieoperation fit und fidel — hoffentlich noch ganz, ganz lange.“

Susanne Sasse

Quelle: Oktoberfest live

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