Kriegsverbrecher am Flughafen gefasst

München - Die Polizei hat einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher am Flughafen München gefasst. Der gebürtige Serbe soll Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung begangen haben.

Der 35-Jährige werde beschuldigt, in den 1990er Jahren an Gräueltaten auf dem Balkan beteiligt gewesen zu sein. Die serbischen Behörden werfen ihm “Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung“ vor, wie ein Sprecher der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft München mitteilte. Es handle sich jedoch um keinen der gesuchten Hauptkriegsverbrecher.

Der Serbe war nach Angaben der Polizei mit seiner Familie von Chicago über München nach Tirana unterwegs. Wie erst jetzt bekannt wurde, war er bereits am Dienstag bei einer Sonderkontrolle noch an der Flugzeugtür festgenommen und am Mittwoch einer Ermittlungsrichterin in Erding vorgeführt worden, die den Serben inhaftieren ließ.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft haben die serbischen Behörden ab dem Tag der Festnahme 40 Tage Zeit, die Auslieferungsunterlagen nach Deutschland zu schicken. Tun sie dies fristgemäß, entscheidet das Oberlandesgericht München, ob eine Auslieferung zulässig ist. Die letzte Entscheidung liegt dann bei der Bundesregierung in Berlin.

dpa

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