Das kostet die Wiesn-Gaudi pro Stunde

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Wer in den großen Wiesn-Zelten Plätze reservieren möchte, der muss vorab das Geld für einen bestimmten Mindestverzehr hinblättern

München - Was kostet eine Stunde Oktoberfest im Bierzelt? Das Preisgefälle bei den Reservierungsmodalitäten der Wiesnwirte ist enorm.

Interessant ist dabei vor allem, für wie viel Geld man Gutscheine kaufen muss, damit man einen der begehrten Plätze bekommt. Das Tourismus-Amt hat ausgerechnet, wie teuer eine Stunde Wiesn heuer wird – mit überraschenden Ergebnissen.

Die Wiesn ist uns lieb und teuer. Was fast jeder weiß, ohne Reservierung kommt man oft keinen Platz im Bierzelt. Nachdem es voriges Jahr Ärger über die hohen Reservierungskosten gab, forderte die Stadt die Wiesn-Wirte heuer erstmals zur Offenlegung der Reservierungsmodalitäten auf.

Ein Ergebnis vorweg: In den großen Zelten kostet die Stunde Wiesn-Gaudi im Schnitt 7,20 Euro, in den kleineren Zelten 10,27

Die Reservierungbedingungen der Zelte im Überblick

Euro! Am teuersten wird die Wiesn im Weinzelt und in Käfers Wiesnschänke: Hier zahlt man 80 Euro pro Person für eine Abendreservierung. Im Weinzelt dauert die von 20.30 Uhr bis 1 Uhr, das heißt: Die Wiesn-Stunde kostet hier 17,78 Euro – pro Person. Beim Käfer werden zwischen 19.15 Uhr und 0.30 Uhr genau 15,24 pro Stunde fällig.

Die klassischen Wiesn­zelte sind da vergleichsweise günstig: So sitzt man beim Schottenhamel am Wochenende bei 27,10 Euro pro Reservierung von 12 Uhr bis 22.30 Uhr für 2,58 Euro pro Stunde in der Halle.

Wer gemeint hat, er bekommt seinen Sitzplatz in den kleineren Bierzelten günstiger, hat weit gefehlt: Mit 3,85 pro Stunde kommt er hier beim Schichtl zwischen 12 und 18.30 Uhr noch am günstigsten weg. Wer abends einen Sitzplatz im Ammerzelt will, blättert 55 Euro hin, das sind pro Stunde 12,22 Euro, zwischen 10.30 und 12.30 Uhr sowie zwischen 13 und 15 Uhr kostet die Stunde dort sogar 12,50 Euro, was auch in anderen mittleren Zelten fällig wird.

Ammer-Wirt Josef Schmiedbauer erklärte voriges Jahr den Unterschied so: „Wir bieten eine ganz andere Dienstleistung an als die großen Zelte. Bei uns gibt es Servietten und Tischdecken aus Stoff. Ein Ober bedient 25 Gäste, die erwarten, dass die Bedienung deutsch spricht.“

Der Sprecher der kleinen Wiesnwirte, Hanns-Werner Glöckle, erklärte: „Wir haben pro Gast viel höhere Kosten als die großen Wirte.“ Immerhin: Voriges Jahr kostete die Abendreservierung beim Ammer noch stolze 68 Euro. Wiesnchefin Gabriele Weishäupl: „Die Veröffentlichung der Reservierungsmodalitäten scheint doch Früchte zu tragen.“ Übrigens: Noch etwas ist neu dieses Jahr. Wer seinen Reservierungsgutschein nicht verbraucht, kann die restliche Summe auch an den folgenden Tagen des Festes verzehren.

J. Welte

Quelle: Oktoberfest live

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