Kommunalwahl 2020

Landratswahl Mühldorf: Maximilian Heimerl (CSU) zum Thema Flüchtlinge und Integration

Maximilian Heimerl

Maximilian Heimerl kandidiert als Landrat für den Landkreis Mühldorf. Wie steht der Kandidat der CSU zum Thema Flüchtlinge und Integration? Dazu und zu anderen wichtigen Themen haben wir Maximilian Heimerl befragt.

Maximilian Heimerl zum Thema Flüchtlinge und Integration

Ich fordere von der Europa- und Bundespolitik, dass nicht die Schleuser, sondern der Staat entscheidet, wer zu uns kommt und wer nicht. Wir im Landkreis können das nicht beeinflussen, sondern sind für das soziale Miteinander vor Ort verantwortlich.


In den letzten Jahren haben wir Großartiges geleistet – ehrenamtlich, in den Beratungseinrichtungen und in unseren Schulen. Wir waren durch meine Initiative der erste Landkreis in Deutschland, der allen schulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen ein Angebot gemacht hat. Ich habe mich besonders dafür eingesetzt, weil ich überzeugt bin, dass eine konkrete Aufgabe, eine Tagesstruktur und eine Perspektive für unsere neuen Mitbürger sehr wichtig sind.

Wir müssen die Asylbewerber und Flüchtlinge so schnell wie möglich fit für den Arbeitsmarkt machen. Deshalb werde ich mich für Arbeitsgenehmigungen einsetzen. Wer keine Bleibeperspektive bei uns hat, muss aber auch wieder konsequent in sein Heimatland zurückgeführt werden. Wir wollen auch künftig helfen, dürfen uns dabei aber nicht selbst überfordern.


+++ Kommunalwahl 2020 in Bayern: Hier finden Sie alle Bürgermeisterkandidaten in den Gemeinden im Landkreis Mühldorf. Hier finden Sie am Wahlabend, 15. März 2020, das Ergebnis der Landratswahl und der Kreistagswahl im Kreis Mühldorf. +++

Die aktuellen Flüchtlingszahlen sind für uns zu bewältigen. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Erstaufnahmeeinrichtung in Waldkraiburg, die vom Freistaat betrieben wird. Ich begrüße die Zusagen von Innenminister Joachim Herrmann, die er bei seinem Besuch auf meine Einladung gegeben hat: Verringerung der Belegungszahlen auf 250 statt 450, mehr Familien und zusätzliche Stellen für die Polizei.

Trotzdem fordern wir die Schließung spätestens 2025 mit dem Auslaufen der Verträge. Mir ist es wichtig, dass wir das Miteinander und nicht das Gegeneinander betonen. Wir sind ein christlich geprägtes Land. Wir sind offen und hilfsbereit, stellen aber auch sicher, dass unser Landkreis so bleibt, wie wir ihn lieben.

Klimaschutz – das sagt der Landratskandidat der CSU

Wir sind beim Umwelt- und Klimaschutz im Landkreis schon gut, müssen aber noch besser werden. Mein Ziel ist es, unsere landkreiseigenen Gebäude bis 2030 und den gesamten Landkreis spätestens 2050 CO2-neutral zu machen. Ich setze mich dafür ein, Flächen nachhaltig zu nutzen, die biologische Vielfalt zu erhalten, Energie einzusparen und regenerative Energien zu fördern, mehr regionale Vermarktungsstrukturen aufzubauen und die Elektromobilität im Landkreis durch zusätzliche Stromtankstellen voranzubringen.

Ich halte es für notwendig, dass auch die Gemeinden, private Haushalte und Unternehmen mehr Ökomaßnahmen durchführen. Wir bauen die Öko-Modell-Region gemeinsam mit den konventionell und biologisch produzierenden Landwirten aus und entwickeln den Landschaftspflegeverband weiter. Für neue Baugebiete wollen wir mit den Gemeinden nachhaltige Energiekonzepte entwickeln und dadurch regionale Wertschöpfung ermöglichen.

Ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz ist auch der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs. Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Wir schützen es und garantieren auch unseren Kindern und Enkeln beste Wasserqualität. Ich kämpfe auf allen politischen Ebenen für eine nachhaltige Politik, die unsere ökologischen mit den wirtschaftlichen und sozialen Zielen in Einklang bringt.

Ideologische Grabenkämpfe helfen uns nicht weiter. Ich stehe für einen Ausgleich und eine realistische Umsetzung. Wir müssen auch international für unseren Weg werben. Denn wir können das Klima nicht im Alleingang retten. Wir müssen beweisen, dass sich Umwelt- und Klimaschutz mit wirtschaftlichem Erfolg und sozialem Ausgleich verbinden lässt. Nur dann sind wir ein Vorbild für die Welt.

Maximilian Heimerl über die medizinische Versorgung in der Region

Bei der Fusion unserer Krankenhäuser achten wir darauf, dass unsere beiden Standorte erhalten bleiben und dass in unserem Landkreis auch weiterhin alle akuten Versorgungsleistungen und die Geburtshilfe wohnortnah angeboten werden. Immer dann, wenn jede Minute zählt, müssen unsere Krankenhäuser zur Erstversorgung zur Verfügung stehen.

Durch die Fusion halten wir medizinische Angebote in der Region, schaffen Synergien und steigern durch die höheren Fallzahlen die medizinische Qualität. Genauso wichtig ist mir die hausärztliche Versorgung in den Gemeinden. Mein Versprechen steht: Wo immer eine Unterversorgung mit Hausärzten entsteht und die Kassenärztliche Vereinigung ihrem Versorgungsauftrag nicht mehr nachkommt, werden wir in Abstimmung mit den niedergelassenen Ärzten und den Gemeinden mit unseren Medizinischen Versorgungszentren zur Seite stehen.

Eine wohnortnahe hausärztliche Versorgung ist gerade für unsere Seniorinnen und Senioren ein Stück Lebensqualität. Deswegen wollen wir das eng gestrickte Netz der Hausärzte aufrechterhalten und durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs die Erreichbarkeit der Ärzte sicherstellen.

Bei der fachärztlichen Versorgung setzen wir auf eine Reform der Niederlassungsbedingungen, um zusätzliche Fachärzte zu gewinnen und damit die Wartezeiten zu reduzieren. Der Landkreis hat sich zu einem bayernweit einzigartigen Kompetenzzentrum für die Pflege entwickelt. Wir brauchen eine bessere Bezahlung der Pflegerinnen und Pfleger und eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. Um die Information der Betroffenen und Angehörigen zu verbessern, werden wir einen Pflegestützpunkt im Landkreis einrichten, der alle Fragen beantworten wird.

ÖPNV und Elektromobilität – Die Ideen des CSU-Kandidaten

Die Mobilität der Zukunft in einem Flächenlandkreis besteht aus der intelligenten Vernetzung des Individualverkehrs mit dem öffentlichen Verkehr. Wir müssen das Auto umweltfreundlicher machen und die Bus- und Bahnverbindungen ausbauen und attraktiver machen. Durch das beschlossene ÖPNV-Gesamtkonzept schaffen wir zusätzliche Buslinien und verbessern bestehende.

Ich schlage darüber hinaus in einem ersten Schritt eine Bus- und Bahn-Flat für Schüler und Auszubildende vor, danach ein Semesterticket für Studierende und eine Vergünstigung für Senioren und Rentner. Wir brauchen für die ländlichen Gemeinden flexible Lösungen wie Ruf-Taxis, Ruf-Busse oder ehrenamtlich getragene Mitfahrlösungen.

Bei allen Verbesserungen müssen wir die Chancen der Digitalisierung nutzen. Schon jetzt existieren App-basierte Angebote, die Fahrplanauskünfte, Bezahlung und sogar eine Echtzeitinformation der Busse auf dem eigenen Smartphone ermöglichen. Wichtig ist mir die landkreisübergreifende Vernetzung der Angebote.

Wir müssen langfristig weg vom Erdöl. Ich bin davon überzeugt, dass wir die batteriegetriebene Elektromobilität als Übergangstechnologie brauchen. Sie macht aber nur dann Sinn, wenn der benötigte Strom regenerativ erzeugt wird und nicht aus Kohle- oder Kernkraftwerken stammt. Ich werde weitere öffentliche Ladestationen errichten. Wir brauchen diese überall dort, wo die Autos länger stehen – am Arbeitsplatz und in der eigenen Garage. Hier möchte ich Lösungen unterstützen, die für alle einfach und unkompliziert umsetzbar sind.

Unser Landkreis soll zu einer Modellregion für die Wasserstofftechnologie werden. Das gilt es zu fördern. Weil auch die Zahl der E-Bikes weiter zunimmt, werde ich den Bau von Radwegen vorantreiben.

Steckbrief zum Landratskandidaten Maximilian Heimerl

Mühldorf – "Unser Landkreis steht hervorragend da. Gleichzeitig gibt es Herausforderungen, die entschlossene und mutige Politik erfordern. Ich habe eine klare Vorstellung mit konkreten Vorschlägen für unsere Zukunft. Wir werden die Buslinien im Landkreis ausbauen, eine Bus&Bahn-Flat für Schüler und Auszubildende, danach ein Semesterticket für Studenten und Verbesserungen für Rentner einführen.

Wir werden die Kreisstraßen in guten Zustand halten und für Ortsumfahrungen kämpfen, die Radwege ausbauen und den Landkreis klimaneutral machen. Wir fordern und fördern Integration und wollen die Erstaufnahmeeinrichtung in Waldkraiburg schließen.

Wir treiben die Digitalisierung voran und optimale Lernbedingungen an unseren Schulen realisieren. Wir setzen uns ein, dass Wohnen bezahlbar bleibt.

Dazu müssen wir Nachverdichtung im Innen- und bestehende Gebäude im Außenbereich sinnvoll nutzen, Anreize für privaten, preisgebundenen Wohnungsbau setzen und kommunalen Wohnungsbau realisieren.

Wir setzen uns dafür ein, Umwelt- und Klimaschutz mit und nicht gegen die Landwirte zu machen. Wir werden mit gutem Beispiel vorangehen und einen Betriebskindergarten für Landratsamt, Sparkasse und Kreisklinikum am BSZ errichten.

Ich möchte Chancen für alle Menschen garantieren, weil alle Menschen gleich wichtig sind. Und ich werde nachhaltige Politik machen, mit Blick auf nachfolgende Generationen. Mir sind die christlich-abendländischen Werte und die bayerischen Traditionen wichtig."

Persönliches über Maximilian Heimerl

Alter: 49

Familienstand: verheiratet

Beruf: Oberstudiendirektor, Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums Mühldorf a. Inn

Hobbys: Fußball, Skifahren, Schafkopf.

Fragen an den Landratskandidaten der CSU im Kreis Mühldorf

Wo befindet sich Ihr Lieblingsplatz in Ihrer Gemeinde? Warum haben Sie gerade diesen Ort ausgewählt?

Heimerl: Ich bin immer da gerne, wo ich nette, liebenswerte Menschen treffe, die wie ich etwas bewegen wollen. Das kann praktisch überall sein.

Wenn Sie 24 Stunden Zeit hätten, in denen Ihnen alle Möglichkeiten offen stünden: Was würde Sie tun?

Heimerl: Ich würde alle Mächtigen dieser Welt verpflichten, zur Lösung von Konflikten nur noch „das Wort“ und nicht mehr „das Schwert“ verwenden zu dürfen.

Wenn Sie die Wahl gewinnen, was werden Sie als Erstes tun?

Heimerl: Privat meine Frau und meine Familie als Dank für die großartige Unterstützung in den Arm nehmen, mich bei den politischen Freunden und Unterstützern bedanken, als Chef des Landratsamtes viele Gespräche mit den Mitarbeitern führen und politisch die Bus&Bahn-Flat für Schüler und Auszubildenden anpacken.

Quelle: OVB online

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