Hochwasser: Keller trotz Schutz vollgelaufen

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Einem Kolbermoorer lief trotz Hochwasserschutz am Haus der eigene Keller voll.
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Kolbermoor – Ein Anlieger in der Brünnsteinstraße hatte nach dem Hochwasser 1999 sein Haus vor erneutem Hochwasser gesichert. Dennoch blieb er diesmal nicht verschont:

Mehr Eigenverantwortung im Falle einer Katastrophe – darauf bauen in diesen Tagen der Bürgermeister von Kolbermoor, Peter Kloo, und der Kommandant der FFW Kolbermoor, Richard Schrank. Dies äußerten beide am Mittwoch, 26. Juni, auf der Bürgerversammlung zum Hochwasser in Kolbermoor.

Dass der Hochwasserschutz am eigenen Haus nicht viel bringt, wenn Nachbarn nicht mitziehen, zeigt ein Beispiel in der Brünnsteinstraße in Kolbermoor. Hier stehen zwei Häuser direkt nebeneinander. An dem einen Haus wurden im Jahr 1999, nach dem Pfingst-Hochwasser, spezielle Vorrichtungen an den Kellerfenstern gegen Hochwasser angebracht. Hier wohnt ein mittlerweile pensionierter Elektriker mit seiner Familie, der diese Schutzvorrichtung selbst entwickelt hat.

Welche Sicherungsmaßnahmen getroffen wurden:

An den Fenstern wurden Metallrahmen mit einer Dichtmasse fest mit dem Mauerwerk verschraubt. Dieser bleibt permanent am Haus. Zu dieser Verschraubung gehören Gewindebolzen, die auf diesem Metallrahmen sind und etwa 2 Zentimeter wegstehen. Auf diesen Gewindebolzen wird wiederum ein Blechdeckel (mit aufgeklebten Dichtungen und Öffnungen für die Gewindebolzen) gesteckt. Dieser wird anschließend fest verschraubt und dichtet somit das Fenster komplett gegen Wasser ab. Laut dem Sohn des Erfinders, der rosenheim24 diese Konstruktion zeigte, dauert das Verschrauben der einzelnen Fenster etwa zehn Minuten. Die Kosten für die Anschaffung (reine Materialkosten) belaufen sich auf rund 400 Euro pro Fenster.

So sieht die Vorrichtung aus:

Schutz vor Hochwasser

Das Nachbarhaus hat diese Vorrichtung jedoch nicht. So lief dieses beim Hochwasser Anfang Juni dieses Jahres bis zu einer Höhe von rund 1,60 m voll. Das Wasser drückte sich anschließend über mehrere Stellen durch die Hausmauer in den Keller des pensionierten Elektrikers durch. Deshalb kam es auch hier, trotz Sicherung, zu einem erheblichen Wasserschaden. Mit insgesamt rund 50.000 Euro Hausrat- und Gebäudeschaden müssen die Hausbesitzer des gesicherten Hauses in der Brünnsteinstraße nun rechnen. Davon werden nur 30.000 Euro von der Versicherung übernommen.

Der Sohn des Elektrikers, der in diesem Haus aufgewachsen ist, befürchtet in Zukunft weitere Mangfall-Hochwässer. In diesem Fall wünscht er sich, dass die noch freie Wiesenfläche neben seinem Haus, nicht weiter bebaut wird. Seinen Informationen nach habe es solche Pläne bereits gegeben. Wenn diese umgesetzt werden sollten, dann sehe er das Wasser bereits auf seinem Grundstück stehen, weil dieses nicht mehr wie jetzt in die Wiese abfließen könne.

Das Hochwasser im Bereich der Brünnsteinstraße:

Hochwasser in Kolbermoor - 1

Hochwasser in Kolbermoor - 2

Quelle: rosenheim24.de

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