'Klein-Mitrovica' - "Vorwürfe absolut haltlos!"

Bad Reichenhall - Nach eingehender interner Untersuchung hat General Johann Langenegger zu den öffentlich scharf kritisierten Stationen beim Tag der offenen Tür der Gebirgsjägerbriagde 23 Stellung genommen.

"Spannende Tage liegen hinter uns", begann er das Gespräch mit BGLand24. "Jetzt sind wir in der Lage unsere Position deutlich zu machen." Der Tag der offenen Tür am 28. Mai sei gedacht gewesen, um sich nach dem Einsatz in Afghanistan und im Kosovo bei der Bevölkerung zurück zu melden und Transparenz zu zeigen. Den Rückmeldungen zufolge, die er erhalten habe, sei das auch geglückt, so der General.

Der Stein des Anstoßes:

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Zwei Stationen von den insgesamt 37 sorgten allerdings knapp eine Woche nach der Veranstaltung für Aufregung. "Konkret ging es um die Station 'Entfernung einschätzen'", erklärte Langenegger. Eltern und Kinder sollten in einem Miniaturdorf die Entfernung zu verschiedenen Fahrzeugen bestimmen. Kinder bekamen dafür die Optik einer Panzerfaust in die Hand. Das Bündnis Rabatz beschuldigte die Verantwortlichen, dass Kinder mit Waffennachbauten auf die Miniaturstadt geschossen hätten.

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"Diese Vorwürfe sind absolut haltlos! Es waren keine Waffen da", wies der Kommandeur die Vorwürfe zurück. Einzig, das Ortsschild für das Miniaturdorf, "Klein-Mitrovica" sei ungeschickt gewesen. "Hätte ich das Schild gesehen, hätte ich gesagt, nehmt es weg." Dass dieses Schild allerdings für Aufregung in Mitrovica im Kosovo sorge, konnte Langenegger verneinen. "General Erhard Bühler hat mir als Kommandeur der KFOR im Kosovo versichert, dass dieses Schild für keinerlei politische Implikationen gesorgt hat."

Dem zweiten Vorwurf, dass Jugendliche und Kinder unter 18 Jahre Zugang zu Waffen hatten, musste die Brigade allerdings nachgehen. "Es ist eine interne Bestimmung, dass wir so etwas nicht zulassen", erklärte der General. "In diesem Fall haben wir Fehler gemacht, die wir aufarbeiten müssen." Es sei ihm aber kein einziger Fall bekannt, bei dem es mutwillig oder vorsätzlich passiert sei. "Es ist unstrittig, dass Personen unter 18 Jahren Zugang zu den Waffen hatten. Es war aber keine Munition vor Ort."

Der Tag der offenen Tür in Bildern:

Tag der offenen Tür bei den Gebirgsjägern

Trotz allen Problemen will Langenegger weiter Transparenz zeigen und auch wieder einen Tag der offenen Tür veranstalten. "Wenn ich heute sage, Leute kommt zu uns in die Kaserne, wir zeigen euch unser Berufsumfeld, wir zeigen euch unseren Ausbildungsalltag und wir zeigen euch unseren Einsatzalltag, dann steht man genau vor der Aufgabe, einerseits die Bestimmungen einzuhalten und andererseits ein Programm zu schmieden, dass attraktiv ist für die Bevölkerung." Vor allem im Bereich der statischen Waffenschau müssten deshalb noch Nachbesserungen vorgenommen werden.

Christine Zigon

Quelle: rosenheim24.de

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