Klage gegen Schweinemast neben jüdischem Friedhof

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Nordheim/Würzburg - Eine israelitische Kultusgemeinde klagt gegen die Ansiedlung eines Schweinemastbetriebs neben ihrem jüdischen Friedhof. Denn beten neben Schweinen kommt für die Gemeinde nicht in Frage.

Ein geplanter Schweinemastbetrieb in unmittelbarer Nähe eines jüdischen Friedhofs in Nordheim v.d. Rhön (Landkreis Rhön-Grabfeld) beschäftigt seit Dienstag das Verwaltungsgericht Würzburg. Neben der israelitischen Kultusgemeinde haben auch die Gemeinden Nordheim v.d. Rhön und Willmars, der Wasserzweckverband Willmarser Gruppe sowie ein Waldbesitzer gegen die geplante Anlage mit 1000 Tieren geklagt.

Der Landesverband der israelitischen Kultusgemeinde in Bayern befürchtet wie die anderen Kläger permanente massive Geruchsbelästigungen. Zudem sei ein Schweinemastbetrieb in der Umgebung eines Friedhofs nicht mit der jüdischen Ethik vereinbar. Ein jüdischer Friedhof sei ein heiliger Ort für jeden Juden, argumentiert die Kultusgemeinde. Die Halacha, das jüdische Religionsgesetz, verurteile die Missachtung der Toten wie auch eines heiligen Ortes aufs Schärfste, fasste eine Gerichtssprecherin die Einwände zusammen.

Der jüdische Friedhof an der bayerisch-thüringischen Landesgrenze wurde bereits im 18. Jahrhundert errichtet. Das Landratsamt Rhön-Grabfeld hatte zunächst eine Genehmigung für einen Stall mit 1499 Tieren in Aussicht gestellt. Das Verwaltungsgericht hatte bei einer Ortsbesichtigung im Sommer 2008 aber bereits erhebliche Bedenken wegen der zu erwartenden hohen Ammoniak-Emissionen geäußert. Daraufhin hatte der Landwirt das Projekt auf 1000 Mastschweine reduziert. Eine Entscheidung über die Klagen ist nach Angaben der Gerichtssprecherin erst in einigen Wochen zu erwarten.

dpa

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