Gefahr gestiegen?

Gericht sieht Kinderschänder (70) vor Rückfall

Altötting - Ein mehrfach verurteilter Kinderschänder fuhr in einem Schulbus mit und verteilte dort Süßigkeiten. Das bringt den Rentner nun wieder hinter Gittern!

Weil ein verurteilter Kinderschänder, der in einem Altöttinger Seniorenheim wohnt, Kinder in einem Bus ansprach und ihnen Süßigkeiten gab, wurde er nun erneut zu einer Haftstrafe verurteilt.

Die Anklageschrift wirkte auf dem ersten Blick harmlos: Der 70-Jährige soll wiederholt im Schulbus mitgefahren und dort Kinder angesprochen haben. Doch der Mann ist ein mehrmals verurteilter Sextäter. Bei seiner zweiten Verurteilung in den 90er-Jahren ordnete das Gericht sogar eine anschließende Sicherungsverwahrung an. Erst 2011 wurde er wieder entlassen, mit der Auflage sich von Kindern fernzuhalten!

Er habe "ohne Hintergedanken"  den Kindern Süßigkeiten gegeben, behauptete der Rentner. Außerdem habe er regelmäßig Sex mit zwei homosexuellen jungen Männern im Alter von 26 und 24 Jahren, so dass er keine unerfüllten Bedürfnisse habe.

Diese Beteuerungen kaufte ihn der Mühldorfer Richter Dr. Gregor Stallinger nicht ab. Die Gefahr sei gestiegen, weil der Mann - anders als bei der Entlassung aus der Sicherheitsverwahrung - wieder sexuell aktiv sei und sich ein Auto angeschafft habe. Auch das war ihm nämlich als Auflage verboten worden, weil er 1988 ein Mädchen in einem Auto und 1995 einen 10-jährigen Jungen in einem Münchner Parkhaus missbraucht hatte.

Wegen dieser Verstöße gegen die Auflagen wurde der Mann nun zu drei Jahren Haftstrafe verurteilt.

Sein Anwalt kündigte Berufung an. Sein Mandat sei aufgrund von Mutmaßungen verurteilt worden. Es habe nicht mal eine Berührung gegeben. Er forderte maximal eine Haftstrafe von 12 Monaten.

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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