Killer-Waller treibt sein Unwesen

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So groß wie dieser Wels (216 Zentimeter), den ein Angler vor gut zwei Monaten aus dem Neckar zog, muss das Vieh in der Isen sein.

Töging - Er muss gewaltig sein, so etwa 2,3 Meter. Und er frisst alles, was ihm vor sein riesiges Maul kommt. Alles! Der Killer-Waller von der Isen.

Zu Gesicht hat das Tier zwar noch niemand bekommen – aber er ist da. Jetzt schlagen die Fischer aus der Gegend um Töging (Kreis Altötting) Alarm. Der Grund: Es gibt wegen des Monster-Tieres kaum mehr Fische in ihrem Gewässer. Und das ist nicht alles: Sogar die Enten (eine Beute der großen Waller) sind vielerorts schon verschwunden!

Der Waller-Alarm in Bayern ist kein Einzelfall. Immer öfter zogen Angler in den vergangenen Monaten Welse (so werden die Tiere noch genannt) aus dem Wasser, die weit über zwei Meter groß sind. Der Hintergrund: Erst vor Kurzem fanden Forscher heraus, dass sich die Fische immer wohler bei uns fühlen – wegen der Klimaerwärmung. Durch das wärmere Wasser in unseren Flüssen steigt das Nahrungsangebot für die Urzeit-Raubfische, die eigentlich alles wegmampfen, was sich bewegt. Dazu kommt: Haben die Raubfische eine Größe von rund 80 Zentimeter erreicht, haben sie keine natürlichen Feinde mehr. Nur andere Waller!

„Die Fische sind eigentlich nicht bekannt dafür, ihre Artgenossen zu fressen – tun dies aber mittlerweile auch“, erklärt Dr. Manfred Holzner, Chef des Fischereivereins Altötting-Mühldorf, gegenüber der tz. „Der Grund dafür ist, dass mittlerweile andere Fische einfach selten geworden sind.“ Somit sei ein biologisches Gleichgewicht völlig in Gefahr. „In der Isen, der Rott und der Vils ist die Lage an manchen Orten so, dass man sich etwas überlegen muss.“ Es wurde sogar beobachtet, wie die Riesenfische kleine Schwäne von der Wasseroberfläche wegschnappten und verschlangen.

Gibt es also bald nur noch Waller in vielen bayerischen Flüssen? „So schlimm ist die Situation noch nicht“, erklärt Manfred Holzner. „Wir müssen aber registrieren, dass unsere ganze Umwelt hier aus dem Gleichgewicht gerät.“ Könnte man den Riesenwaller von der Isen nicht einfach fangen? „Auch das ist schwer, weil in diesem Bereich Fangnetze nicht erlaubt sind.“ Und mit einer Angel ist das Tier kaum zu bändigen. Gibt es in der Isen doch unter Wasser so viele Unterschlüpfe und Löcher, in die der Fisch flüchten kann – da würde irgendwann jede Leine reißen.

age/tz-online.de

Quelle: innsalzach24.de

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