Blockabfertigungen auf der A93 bei Kiefersfelden

Tirol attackiert Bayern, Südtirol ebenfalls not amused

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Tirols Landeshauptmann Günter Platter und CSU-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Generalsekretärin Daniela Ludwig
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Kiefersfelden/Kufstein - Im Streit um die Lkw-Blockabfertigungen an der Grenze zu Österreich wird es immer emotionaler. Nach der Kritik der Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordneten und stellvertretenden Generalsekretärin Daniela Ludwig kam nun prompt die Antwort aus Tirol.

"Das bayerische Inntal ist genauso vom Verkehr belastet wie das Tiroler Inntal und dennoch greifen wir nicht zu so egoistischen Maßnahmen auf Kosten unserer Nachbarn", äußerte sich Ludwig am Mittwoch zu den neuen Terminen der Tiroler Landesregierung für die Blockabfertigung an der Landesgrenze. Sie seien "unhaltbar und nicht akzeptabel".

Auf diese Kritik von bayerischer Seite reagierte der Tiroler Landeshauptmann Günter Platter scharf. Er empfinde ihre Aussagen als irritierend, wie die Tiroler Tageszeitung berichtet. Tirol setze die Versprechen und Abkommen, den Verkehr zu verlagern, seit Jahren um. "In Bayern wird hingegen trotz vieler Zusagen herumdiskutiert und mit zweifelhaften Argumenten der Status quo aufrechterhalten, obwohl die Verkehrssituation außer Kontrolle gerät", so Platter. Er bezeichnet die Blockabfertigungen als Notmaßnahmen und kann nicht verstehen, dass sie immer wieder kritisiert werden.

Südtiroler Warentransporteure ebenfalls 'not amused'

Doch nicht nur von bayerischer Seite hagelte es Kritik. Südtirols Warentransporteure reagierten auch mit Ärger auf die angekündigten Blockabfertigungen, berichten stol.it und Tageszeitung.it.  „Bei allem Respekt für den Umwelt- und Lärmschutz: Solche Entscheidungen blockieren die Wirtschaftskreisläufe. Es wird nicht nur der Export eingeschränkt, sondern auch die Fahrer werden lahmgelegt", sagte Frächterobmann Elmar Morandell. Er plädiert an die Politik in Südtirol und Tirol, sich Gedanken darüber zu machen, wie sich die Lkw-Stopps auswirken.

Brennergipfel soll Lösungen bringen

Bei einem Gipfeltreffen im Februar diesen Jahres sollte eine gemeinsame Lösung für den Transit auf der Brennerachse gefunden werden. Einig hinsichtlich der Blockabfertigungen wurde man sich jedoch nicht. Um die Brenner-Transitstrecke zu entlasten, wollen die betroffenen Länder und Regionen noch in diesem Jahr mehr Güter auf die Schiene bringen. Bis zu einem weiteren Treffen im Mai soll eine Arbeitsgruppe nun Vorschläge erarbeiten, wie Schienenkapazitäten genutzt und der Verkehr auf die Gleise verlagert werden könnten.

Quelle: rosenheim24.de

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