Facebook-Initiative für "Mautfreiheit" bis Kufstein

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Wenn sich die Asfinag durchsetzt, dann wird die Mautpflicht ab 1. Dezember dieses Jahres nicht erst nach der Ausfahrt Kufstein-Süd kontrolliert.

Kiefersfelden - Paukenschlag im Inntal! Die österreichische Asfinag hat gestern angekündigt, die "Mautfreiheit" auf der Inntal-Autobahn zwischen Kiefersfelden und Kufstein-Süd aufzuheben.

Vignetten-Pflicht auf der Inntalautobahn zwischen Kiefersfelden und Kufstein Süd? Die österreichische Autobahngesellschaft Asfinag hat jetzt angekündigt, die Mautfreiheit für das Teilstück aufzuheben. Ab Dezember dieses Jahres soll auch das bisher ohne "Pickerl" befahrbare Teilstück der A12 vignettenpflichtig sein.

In Kiefersfelden und Kufstein befürchten die Bürgermeister ein Verkehrschaos, sollten die Pläne verwirklicht werden. Das berichtet das OVB in seiner Donnerstagsausgabe.

Landrat Neiderhell will sich einschalten

Facebook-Initiative:

Der Rosenheimer Landrat Josef Neiderhell will sich jetzt mit dem Kufsteiner Bezirkshauptmann in Verbindung setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Neiderhell sagte gegenüber dem OVB, dass bei allem Verständnis für Gleichbehandlung in diesem konkreten Fall die absehbare besondere Belastung für Oberaudorf, Kiefersfelden und Kufstein außer Acht gelassen werde.

Es sei nicht auszudenken, welche Folgen die Vignettenpflicht für das gesamte Inntal mit sich bringe, sagte der zweite Bürgermeister von Kiefersfelden, Hans Hanusch. Im Winter seien aufgrund der Wintersporttouristen und einer wahrscheinlichen Mautumgehung durch die Gemeinden Staus vorprogrammiert. Das Straßennetz ist für eine solche Mehrbelastung aber nicht ausgelegt. Auch der Kufsteiner Bürgermeister Martin Krumschnabel pflichtete bei. Das Straßennetz im Inntal ist für einen solchen Verkehrsfluß nicht ausgelegt.

Bei der Asfinag hingegen hieß es, es werde in ganz Österreich keine Ausnahmen mehr geben, zudem sei das Teilstück noch nie Mautfrei gewesen, man habe lediglich nicht kontrolliert. Krumschnabel sagte weiter, er glaube nicht, dass sich die Asfinag der Tragweite der Entscheidung bewusst sei. Wahrscheinlich werden die betroffenen Kommunen nun eine Petition gegen die Pläne bei der Bundesregierung in Wien einreichen.

Stellungnahme von Maria Noichl

Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Maria Noichl hat zu den Plänen der Asfinag Stellung bezogen. Sie teilte am Donnerstag mit:

"Im Dezember 2013 soll die Ausnahmeregelung der Asfinag, nämlich die Mautfreiheit auf der Inntalautobahn bis Kufstein Süd auslaufen. Somit besteht sofort bei Überqueren der Grenze die Vignettenpflicht. Begründung dafür ist, dass es in ganz Österreich nach Fertigstellung des Pfändertunnels in Vorarlberg keine Ausnahmeregelungen mehr geben soll. Ist sich die Asfinag der Tragweite ihrer Entscheidung eigentlich bewusst? Was bedeutet das für die Inntalgemeinden, die den Verkehr auf Straßen wie der St. 2089 auffangen werden müssen?

Schon jetzt gerät der Verkehr auf der Inntalautobahn oft ins stocken und nicht wenige Autofahrer weichen besonders im Winter auf die Nebenstrecke aus. Wer schon einmal versucht hat in der Skisaison am Wochenende morgens ins Inntal oder abends hinaus zu kommen, weiß wie es sich da staut - trotzdem das Autobahnteilstück bis Kufstein Süd bis jetzt kostenfrei ist. Wird diese Kostenfreiheit jetzt gekippt, staut sich die Blechlawine auf der Landstraße von Kufstein bis Oberaudorf zurück - und umgekehrt! Die Petition der betroffenen Gemeinden werde ich selbstverständlich unterstützen, damit der österreichischen Bundesregierung in Wien klar wird, welcher Verkehrskollaps den betroffenen Grenzgemeinden droht.

Denn Kiefersfelden und Oberaudorf sind zu schade um Ausweichstrecke und Parkplatz für Mautflüchtlinge zu sein! Die Bürger müssen davor unbedingt geschützt werden, daher werde auch ich Kontakt mit der Landesregierung in Tirol aufnehmen."

Stellungnahme von Angelika Graf

Wegen der Ankündigung der ASFINAG, die bisherige Kulanzregelung zur Mautfreiheit zwischen Kiefersfelden und Kufstein-Süd aufzuheben, hat sich die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Angelika Graf (SPD) schriftlich an die österreichische Verkehrsministerin Doris Bures gewandt. „Die Folge einer Vignettenpflicht für die Teilstrecke wäre ein Verkehrschaos durch Mautausweichverkehr sowohl in Kiefersfelden als auch in Kufstein. Das kann keiner wollen, auch nicht die österreichische Regierung“, so Graf. Die SPD-Bundestagsabgeordnete hofft, dass es – wie schon 2007 – erneut gelingt, eine Kulanzregelung zu erhalten. „Damals hat die Vernunft gesiegt. Ich hoffe auch auf Unterstützung vom Bundesverkehrsminister, obwohl der ja eigentlich selbst eine Pkw-Maut einführen will“, so Graf.

Radio Charivari/rm/Pressemitteilung Maria Noichl/Pressemitteilung Angelika Graf

Quelle: rosenheim24.de

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