Waldkraiburg

Keine Zeit fürs Bücher Schreiben

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"Ich könnte ein Buch schreiben", sagt Rudolf Hauschild. Gleich zweimal sei er nach dem Krieg von den Tschechen "rausgeschmissen worden".

Mit kaum 16 Jahren war der junge Soldat auf dem Weg ins Kriegsgefangenenlager geflüchtet und wurde statt dessen zur Zwangsarbeit herangezogen. Nein, an Erlebnissen und Geschichten, die es sich aufzuschreiben lohnt, fehlt es nicht in seinem "bewegten Leben", das am 24. April 1929 - also heute vor genau 80 Jahren - in Teplitz-Schönau im Sudetenland begann.

In seinem geliebten Garten: Rudolf Hauschild, der heute 80. Geburtstag feiert. Foto hg

Doch Rudolf Hauschild hat einfach keine Zeit fürs Bücher Schreiben. Auch im Ruhestand nicht, der für ihn so viel später als für die meisten anderen begann. Viele haben ihn noch als Geschäftsführer der Stadtwerke GmbH in guter Erinnerung. Denn Hauschild war "kein Mann für die Frührente mit 65", wie er scherzt. Erst im Sommer 2004 - mit 75 und nach nahezu 60 Jahren beruflicher Tätigkeit - ist er aus dem aktiven Dienst ausgeschieden.

In der 22-jährigen "Ära Hauschild" wurde aus den Stadtwerken ein Versorgungsunternehmen und aus dem "kleinen Werkleiter" der Geschäftsführer einer GmbH, ohne deren Service heute kein Waldkraiburger mehr auskommt. Zu Wasser und Abwasser, Waldbad und Eisstadion kamen der Citybus, vor allem aber die Stromversorgung und später die Fernwärme. Auch der Bau der Kläranlage fällt in diese Zeit. Herausforderungen, die Hauschild mit Kompetenz und Durchsetzungskraft im Verbund mit den Bürgermeistern und Stadträten erfolgreich bewältigte.

Dabei war die Kaufmannsgehilfenprüfung die "einzige Prüfung, die ich in meinem beruflichen Leben gemacht habe", wie er lachend, aber nicht ohne Stolz, bemerkt. Alles weitere habe er sich im Laufe der Jahre selbst erarbeitet. Über die Tatsache, dass in den ersten Jahrzehnten einige Firmen, bei denen er beschäftigt war, pleite gingen, kann er heute schmunzeln: "Keine hat mich überlebt."

In mehreren Unternehmen war er später erfolgreich in leitender Funktion als Prokurist und Bilanzbuchhalter tätig. "Ewiges Leben!" - sein Trinkspruch ist legendär. "Ich will 90 werden", hat sich der Jubilar vorgenommen und tut etwas dafür. "Ich bin früh bis spät im Garten. Die Gartenarbeit hält mich fit."

Und natürlich das Schachspiel, das zu seinen großen Leidenschaften zählt. Den Waldkraiburger Schachclub kann man sich ohne seinen langjährigen Vorsitzenden und aktiven Spieler kaum vorstellen. Heute und am Wochenende hat er wohl selbst für den Garten und das königliche Spiel keine Zeit. Da gehört der Neu-Achziger den Freunden und vor allem der Familie, Frau, vier Kindern, Enkeln und Urenkeln, die ihn an seinem Geburtstag gebührend feiern wollen. hg

Quelle: rosenheim24.de

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