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PFOA Thema auf Bürgerversammlung in Kastl

"Wir und unsere Nachfahren werden mit dem Zeug noch lange zu tun haben!"

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Landrat Erwin Schneider.

Kastl - Selbstverständlich stand die PFOA-Problematik, das Thema, welches die Gemeinde und die Region seit einiger Zeit beschäftigt auch im Mittelpunkt der Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Gasthaus Spirklwirt Z'Kastl.

Zunächst setzte sich Landrat Erwin Schneider (CSU) in einem ausführlichen Vortrag mit der Vorgeschichte der PFOA-Problematik auseinander. Schneider räumte beim Umgang mit dem Thema Fehler ein. "Als wir im Herbst 2016 das Ergebnis der Blutprobena us Emmerting erhielten,  hätten wir das schneller und wirksamer öffentlich machen müssen." Allerdings habe er nicht für alle Kritik Verständnis: "Da melden sich jetzt erst auch Leute zu Wort, die auf das Thema jetzt erst aufspringen aber sich davor nie dafür wirklich interessiert haben." 

Insgesamt sei er mit dem jetzigen Ergebnis und den kürzlich geschlossenen Verträgen sehr zufrieden. "Das ist ein sehr guter Abschluss!" Er mahnte aber, das Wissen um die Problematik müsse auch künftigen Generationen im Gedächtnis bleiben. "Wir und unsere Nachfahren werden mit dem Zeug noch lange zu tun haben!", mahnte Schneider, "Wir reden hier von geologischen Dimensionen, wenn es um die Zersetzung von dem Zeug geht. Da tut sich 1000 Jahre lang mal nix!" Daher sei es wichtig, dass der Betrieb und Unterhalt der Filteranlagen noch auf lange Zeit im Auge behalten und ordentlich geführt werde. 

Mitterer: Froh über Druck von Landratsamt

"Ich bin ja am Ende froh, dass ihr uns bei der übergangsweisen Aktivkohlefilteranlage zum Handeln gezwungen habt", betonte Bürgermeister Gottfried Mitterer (Freie Wähler). "Als wir damals den Bescheid bekommen haben, war das ein Schock. Denn die Anlage kostet ja 400.000 Euro, wir verkaufen aber gerade mal für etwa die Hälfte davon Wasser im Jahr." Bei der Klage sei es also, wie Mitterer schon im Juni gegenüber innsalzach24.de betonte, nie um eine Verweigerung gegenüber der Anlage gegangen. "Es ging uns nur darum, nicht am Ende eine alleinige Verantwortung als kommunaler Wasserversorger zu übernehmen und das ging leider nur auf diesem Weg." 

Mitterer blickte auch auf die Probleme mit den Aktivkohlefiltern zurück, die eigentlich bereits im Sommer hätte in Betrieb gehen sollen. "Die kamen von einer Firma aus Belgien. Beim Beladen waren die auch noch dicht." Doch dann seien sie während des Transports feucht geworden. "Da knallte dann die Sonne drauf und es konnten sich munter Keime bilden." Entsprechend sei es dann zur entstandenen Verzögerung bei der Inbetriebnahme gekommen. 

Mitterer: Werte weiter unter Nachweisgrenze

"Wir haben gerade erst aktuelle Untersuchungsergebnisse erhalten. Die PFOA-Werte sind weiterhin unter der Nachweisgrenze!", konnte Mitterer freudig verkünden. "Außerdem haben wir uns nachdrücklich erkundigt: Durch die Filterung verliert das Wasser keinesfalls an Qualität, es werden ausschließlich die Schadstoffe herausgezogen." 

Mitterer hatte außerdem gute Nachrichten hinsichtlich der Frage der bestehenden Brunnen. Für diese läuft bald das Wasserrecht aus. Außerdem will die Firma Infraserv Bahngleise in der Nähe verlegen, die dann eigentlich aus Gründen des Wasserschutzes in eine gegen Unfälle mit auslaufenden Gefahrstoffen absichernde Betonwanne hätten abgesichert werden müssen. 

"Allerdings haben wir da nun eine Lösung gefunden." Der Brunnen würde nun auf Kosten der Firma Infraserv an einem neuen Standort gebaut werden. "Das ist gar nicht selbstverständlich, dass die das zahlen, aber sie wollen ein gutes Zeichen setzen." In jedem Fall stünde zur Absicherung auch noch der Brunnen von Burgkirchen zur Verfügung. 

Auch Bürgerfrage zu PFOA

Auch im abschließenden Fragenteil erkundigte sich ein Kastler dann noch zum Thema PFOA. Er wollte wissen, wie oft die Filter erneuert werden. "Sie werden ständig erneuert, sobald es über den Zielwert im Hauptfilter geht. In der Zwischenzeit übernimmt dann der zweite Filter", erklärte Bürgermeister Mitterer. Auf weitere Nachfrage erklärte außerdem Landrat Schneider, dass auch die Tierwelt durch PFOA belastet sei. "Vor allem Wildschweine und Hausschweine in Freilandhaltung, aber auch Hühner in Freilandhaltung, denn die nehmen beim Fressen auch Boden und damit das eingelagerte PFOA auf." Pflanzen dagegen seien von einer PFOA-Belastung sicher.

Sowohl Mitterer als auch Schneider betonten, dieses Beispiel zeige, wie die PFOA-Belastung die Gemeinde und die Region noch auf lange Zeit beschäftigen wird. 

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