Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler": SOB-Testzug in Oberbayern unterwegs

Ernüchternder WLAN-Test in der Regionalbahn

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Die Südostbayernbahn testet derzeit WLAN in einem Zug.
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Landkreis - Die Südostbayernbahn bietet derzeit mobiles Internet in einem ihrer Züge an. Bis Ende des Jahres läuft das Projekt noch. Erste Ergebnisse zeigen bereits, dass es an einem ausreichenden Funknetz fehlt.

Bis zum Endes des Jahres wird in der Südostbayernbahn (SOB) ein Zug mit WLAN getestet. "Der Zug fährt auf allen Strecken mit und zu verschiedenen Zeiten", erklärt Andreas Weyerer, Leiter für Innovationsmanagement bei der Südostbayernbahn. Mit diesem Projekt will das Unternehmen herausfinden, ob Kunden mobiles Internet im Zug haben wollen und wie sie es nutzen. Deswegen werden die Nutzer auch gebeten, an einer Umfrage teilzunehmen. Dort können sie Anregungen und Wünsche loswerden oder einfach ihre Meinung zu dem Angebot mitteilen. Außerdem soll der Test zeigen, wie es um das Funknetz entlang der Strecken steht.

Die Südostbayernbahn, die zur Deutschen Bahn AG gehört, betreibt östlich von München ein Streckennetz von rund 550 Kilometern. Zentrum der Südostbayernbahn ist Mühldorf am Inn. Von dort reicht das Streckennetz bis München, Rosenheim, Salzburg, Passau und Landshut. Jährlich werden über sechs Millionen Kilometer mit den Zügen zurückgelegt.

Erste Erfahrungen der Südostbayernbahn

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Überall im Bereich östlich von München ist der WLAN-Zug unterwegs. Allerdings sind die ersten Erkenntnisse nach knapp drei Monaten Testphase eher ernüchternd. Mit zwei SIM-Karten ist die Technik im Zug bestückt, um die Netze von Vodafone und Telekom anzuzapfen."Entlang der Autobahn und in Ballungsgebieten funktioniert das ganz gut", sagt Andreas Weyerer. "Sonst eher nicht." Das Netz ist in weniger besiedelten Regionen lückenhaft - trotz Antenne auf dem Zug, die den Mobilfunk in die Waggons holt. Generell ist das Funknetz mit Antenne aber besser als ohne, lautet eine weitere Erkenntnis.

Das WLAN wird kostenlos angeboten. Wer während der Fahrt im Internet surfen möchte, muss das WLAN am Handy oder Computer einschalten und sich ins Netz der SOB einwählen. Nach dem Öffnen des Browsers müssen dann noch Nutzungsbedingungen akzeptiert werden. Bahnfahrer sollen mit dem mobilen Internet während der Fahrt nicht nur Filme anschauen, sondern vor allem auch arbeiten können.

Anfang 2017 wird die Testphase ausgewertet. Je nachdem, was die Analyse ergibt, soll danach eventuell der Kontakt zu Mobilfunkanbietern gesucht werden, erklärt Andreas Weyerer. Denn nur wenn die Netzabdeckung besser wird, kann WLAN im Zug angeboten werden. Ob das mobile Internet zu einem dauerhaften Angebot in den Zügen der Südostbayernbahn wird, soll dann ebenfalls entschieden werden.

WLAN-Test auch im Fugger-Express

Im Fugger-Express, der zwischen München und Augsburg unterwegs ist, wird derzeit ebenfalls WLAN getestet, wie die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite mitteilt. Außerdem ist das Angebot in dieser Woche offiziell vorgestellt worden. Ein Zug mit der entsprechenden Technik fährt seit dem 9. November auf dem Streckennetz. Zunächst dauert die Testphase drei Monate.

Auch beim Fugger-Express zeigen sich Hürden und Grenzen der Technik. Um das mobile Internet im Zug anbieten zu können, werden die Netze der drei großen Mobilfunkanbieter in Deutschland - Telekom, Vodafone und Telefonica mit O2 und E-Plus - gebündelt. Nach Angaben der Bahn soll so auf 87 Prozent der Strecke ein Empfang von zehn Megabit pro Sekunde möglich sein, berichtet der Bayerische Rundfunk.

Ein Problem beim WLAN ist, die Anzahl derer, die auf das Netz zurückgreifen. Je mehr Fahrgäste ins Internet gehen, desto mehr muss die Verbindung ins weltweite Netz geteilt werden. Wie dieses Problem gelöst werden kann, ist derzeit noch unklar.

Die Kosten für das Pilotprojekt liegen im fünfstelligen Bereich. Die Hälfte davon übernimmt die staatliche Bayerische Eisenbahngesellschaft. Mit dem Test soll auch herausgefunden werden, welche laufenden Kosten mit dem WLAN-Angebot auf das Bahnunternehmen zukommen.

Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler"

Wer mit dem Zug zwischen München und Salzburg sowie auf anderen Strecken unterwegs ist, braucht also Geduld. Mobiles Internet gibt es entlang der Strecken nur selten. Selbst mit Telefonieren ist es schwierig.

Wir, die OVB24 GmbH mit ihren Portalen rosenheim24.de, chiemgau24.de, innsalzach24.de, BGLand24.de, wasserburg24.de und mangfall24.de, haben deshalb eine Kampagne gestartet. Wir wollen mit Unterstützung unserer Leser und gemeinsam mit Bahnbetreibern sowie Mobilfunkanbietern eine Lösung für die aktuelle Offline-Situation finden.

Aus diesem Grund haben wir auch die Facebook-Seite "Ein Netz für Bahnpendler" ins Leben gerufen. Auf dieser Facebook-Seite posten wir alle Artikel sowie aktuelle Entwicklungen zum Thema. Alle betroffenen Bahnpendler sind herzlich eingeladen, die Facebook-Seite zu liken!

Quelle: rosenheim24.de

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