Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler": Das sagen Betroffene

"Funkverbindung ist eine Katastrophe"

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Wer täglich längere Zeit zur Arbeit pendelt, nutzt die Zeit gerne, um bereits Aufgaben zu erledigen.
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Landkreis - Tausende Pendler sind täglich auf den Regionalstrecken rund um Rosenheim unterwegs. Sie berichten im Rahmen der Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler" von ihren Erfahrungen mit mobilem Internet im Zug.

"Ihr sprecht mir aus der Seele" - das schreibt ein Facebook-Nutzer namens Frank Erker zur Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler". Wer im Zug zwischen München und Salzburg unterwegs ist, hat die meiste Zeit kein vernünftiges Funknetz. Selbst Telefonieren ist nur an einigen Stellen möglich, von mobilem Internet ganz zu schweigen. Bei fast anderthalb Stunden Fahrt bleibt einem wenig anderes übrig als zu lesen, den Blick aus dem Fenster in die Berge zu genießen oder sich mit Mitreisenden zu unterhalten. Oder halt offline zu arbeiten, falls das möglich ist.

Auch mit Humor begegnen Facebook-Nutzer dem fehlenden Netz.

Die Abonnenten der Facebook-Seite "Ein Netz für Bahnpendler" diskutieren über das Thema und teilen ihre Erfahrungen. "Die Pendelzeit ist verlorene Zeit", schreibt eine Userin namens Daniela Werner. "Mit Internet könnte man immerhin schon arbeiten!" Die Bahn sei für den Ausbau des Mobilfunknetzes nicht verantwortlich, antwortet ein Nutzer des sozialen Netzwerkes namens Miha Foxs. Das mag prinzipiell stimmen, denn Internet in den Zügen anzubieten, ist nicht leicht. Und es braucht ein Funknetz, um das Internet in den Zug zu holen. Mitverantwortlich sind Bahnunternehmen aber doch irgendwie, da sie Druck auf die Mobilfunkanbieter ausüben könnten. Angeblich ist die Netzabdeckung zumindest entlang der Strecke München-Salzburg gut, sagen die unisono.

Das glaubt aber nicht jeder. "Erstaunlich, dass man in Zügen der ÖBB wesentlich bessere Verbindung hat als bei Meridian und DB", merkt ein Facebook-Nutzer namens Thomas Grun an. "Kenn ich zu gut...", schreibt User Christoph Huber zur Kampagne. "Und es ist völlig unerheblich, bei welchem Mobilfunkanbieter man ist. Ich denke, manches Entwicklungsland dürfte uns hier voraus sein..."

Auch andere Strecken betroffen

Doch auch an anderen Strecken als der zwischen München und Salzburg erleben Pendler Funkstille. "Pendle täglich von Mühldorf nach München", schreibt ein Facebook-Nutzer namens Robert Maier. "Auch hier ist die Verbindung eine Katastrophe. Ich appelliere auch hier für Abhilfe." Diese Strecke spricht auch Christian Maier beim sozialen Netzwerk an: "Genau das gleiche...keine vernünftige durchgehende Verbindung."

Ebenso gebe es zwischen Großkarolinenfeld und Ostermünchen Probleme, informiert User Hans Peter Heil: "Absolute Funkstille in allen Netzen!" Und auch auf der anderen Seite der Autobahn tut sich wenig. "Ich pendle täglich auf der Strecke München-Holzkirchen-Rosenheim", schreibt Peter Hüllberger. "Auch hier bin ich größtenteils offline, sobald ich den Bahnhof München-Siemenswerke passiert habe. Ein Ausbau des Mobilfunks entlang dieser Bahnstrecke wäre sicherlich für Tausende Pendler sehr hilfreich."

Alle Netze gleich schlecht

Weitere Informationen

Auf der Themenseite "Ein Netz für Bahnpendler" wird ebenfalls rege über das Thema kommentiert und diskutiert. Maßlos untertrieben sei es, das Netz entlang der Strecken als "nicht zufriedenstellend" zu beschreiben, lautet ein Kommentar von jemandem namens Marina. "Auf der Strecke Mühldorf-Rosenheim ist telefonieren fast nicht möglich und wenn man mal auf freier Strecke stehen bleibt, kann man nicht mal die Kollegen informieren", beschreibt sie ihre Erfahrungen. "Insgesamt also ein untragbarer Zustand."

Dem stimmen auch andere Nutzer zu. "Ich pendle täglich zwischen Rosenheim und München. Der Mobilfunk ist grausam. Ich habe D1, E-Plus und O2 in meinen Handys", teilt ein Nutzer namens Die Wahrheit mit. "Richtung München: Ab Großkarolinenfeld Ortsausgang ist das Netz weg. Erst wenn der Zug in Ostermünchen hält, hat man kurz Edge, dann erst wieder in Aßling kurzzeitig H+, dann nichts mehr. Zwischen Aßling und Grafing ist es für zwei Kilometer gut, dann in Grafing Bahnhof totales Funkloch. Erst ab Vaterstetten hat man fast durchgehend Netz - nur kurzzeitig über die Autobahn ist das Netz weg." Die drei von ihm genannten Netze seien alle gleich gut beziehungsweise schlecht.

Netzversorgung ist peinlich

Mysteriös scheint das Thema Internet im Zug zu sein. Ein Nutzer namens Christian teilt ein kurioses Erlebnis in seinem Kommentar: "Während eines Praktikums in der Schweiz bin ich täglich gependelt. Auf der Strecke wurden auch teilweise ICE der Deutschen Bahn eingesetzt. In den Schweizer Zügen hatte ich immer vollen Empfang. In den ICE der DB dagegen null. Auf derselben Strecke, wohlgemerkt!"

Auch Nutzer Hans-Peter Dorn hat eine klare Meinung zu dem Thema: "Peinlich in einem angeblichen Technologieland über ein solches Thema zu diskutieren. Netzversorgung generell in öffentlichen Verkehrsmitteln, entlang wichtiger Straßen und in Innenstädten sind eigentlich 2016 nicht mehr diskutabel."

Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler"

Wer mit dem Zug zwischen München und Salzburg unterwegs ist, braucht Geduld. Mobiles Internet gibt es entlang der Strecke nur selten. Selbst mit Telefonieren ist es schwierig.

Wir, die OVB24 GmbH mit ihren Nachrichtenportalen rosenheim24.de, chiemgau24.de, innsalzach24.de, BGLand24.de, wasserburg24.de und mangfall24.de, haben deshalb eine Kampagne gestartet. Wir wollen mit Unterstützung unserer Leser und gemeinsam mit Bahnbetreibern sowie Mobilfunkanbietern eine Lösung für die aktuelle Offline-Situation finden.

Aus diesem Grund haben wir auch die Facebook-Seite "Ein Netz für Bahnpendler" ins Leben gerufen. Auf dieser Facebook-Seite posten wir alle Artikel sowie aktuelle Entwicklungen zum Thema. Alle betroffenen Bahnpendler sind herzlich eingeladen, die Facebook-Seite zu liken!

Quelle: rosenheim24.de

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