KAMPAGNE "EIN NETZ FÜR BAHNPENDLER": DAS SAGEN POLITIKER - TEIL 17

"Kostenlose Angebote könnten um "Premium-Paket" erweitert werden"

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Hansjörg Müller (49) ist in Treuchtlingen geboren und lebt im Landkreis Traunstein. Der Volkswirt ist Gründer und Vorsitzender des AfD-Mittelstandsforums und sitzt für die AfD im Bundestag.
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Wie wichtig ist mobiles Internet im Zug an Pendlerstrecken wie der von München nach Salzburg? Wir haben Bundes- und Landtagsabgeordnete der Region nach ihrer Meinung dazu gefragt. Heute: MdB Hansjörg Müller (AfD).

Wer auf Bahnstrecken der Region im Zug unterwegs ist, fährt oft netzlos. Auf dem Handy Neuigkeiten checken, die Zeit zum Arbeiten nutzen oder in der Firma Bescheid geben, dass der Zug verspätet ist? Kaum möglich. Bahnbetreiber nervt das Problem, den Service nur unter erschwerten Bedingungen anbieten zu können. Mobilfunkanbieter halten die Netzabdeckung entlang der Bahnstrecken allerdings für gut.

Die Situation ist verworren. Doch wie wichtig ist funktionierendes WLAN im Zug heutzutage? Und was können die Politiker der Region dabei bewegen? Wir haben nachgefragt.

Heute: Der AfD-Bundestagsabgeordnete Hansjörg Müller

Wie wichtig ist Ihnen mobiles Internet beim Zugfahren, um zum Beispiel während der Fahrt arbeiten zu können?

Weitere Informationen

Müller: Mobiles Internet ist für meine Tätigkeit nahezu unabdingbar, da ich ständig neue Anfragen und Informationen erhalte. Auf langen Zugreisen, allem voran den Fahrten vom Wahlkreis nach Berlin und der Rückfahrt, gehen mir ohne mobiles Internet Stunden verloren. In meiner Aufgabe als Parlamentarischer Geschäftsführer ist es zwingend notwendig, ständigen Austausch mit der Fraktion zu haben, um Arbeiten der Fraktion bearbeiten zu können. Zudem ist es mir wichtig, auf dem Weg in den Wahlkreis die angehenden Arbeiten für die Wähler vor Ort intensiv vorzubereiten und Kontakt zu den Mitarbeitern im Wahlkreis zu haben, um die aktuellen Bedürfnisse der Wähler zu kennen und darauf reagieren zu können.

Wer ist aus Ihrer Sicht für die Versorgung mit mobilem Internet in Zügen zuständig?

Müller: Aus meiner Sicht liegt die Verantwortung für die Versorgung mit mobilem Internet bei der Bahn beziehungsweise den jeweiligen Betreibern der Züge. Diese nutzen die Infrastruktur zum Betrieb der Bahnen und haben im Gegenzug die Zuständigkeit, das Reisen per Zug für den Bürger in den Maße zur Verfügung zu stellen, dass eine Nutzung für diese attraktiv wird.

Welche Einflussmöglichkeiten haben Sie als Bundestagsabgeordneter und die Bundesregierung generell, um für mobiles Internet in Zügen zu sorgen?

Müller: Als Mitglieder des Bundestages haben wir die Möglichkeit, durch Gesetzesinitiativen das Augenmerk auf diese Probleme zu lenken und die Bundesregierung dazu aufzufordern, sich dafür einzusetzen, dass die Bahn diese Vorgaben umsetzt.

Sollten WLAN-Angebote in Zügen kostenlos sein? Oder ist es berechtigt, dass Bahn- und Netzbetreiber einen Obolus dafür von Fahrgästen verlangen?

Müller: Um die Attraktivität der Bahn zu erhöhen, sollte es generell ein kostenloses Angebot geben. Dieses könnte dann aber um ein "Premium-Paket" erweitert werden, für welches dann Zahlungen fällig werden. Im kostenlosen Basispaket sollte ein zeitlicher oder volumenabhängiger Freizugang enthalten sein. Zudem kann ich mir vorstellen, dass die Geschwindigkeit gedrosselt wird. Für schneller Verbindungen und/oder höheres Datenvolumen ist ein angemessener Obolus anzudenken.

Bisher gibt es WLAN meist nur im Fernverkehr, also zum Beispiel in ICE- Zügen. Wie wichtig wäre funktionierender Mobilfunk in Regional- und S- Bahnen, in denen die meisten Pendler unterwegs sínd?

Müller: Sehr wichtig, da vor allem auch die Pendler bereits vor dem eigentlichen Beginn in der Arbeit oftmals vorab arbeiten möchten. Zudem ist es für viele Pendler nötig, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Hierfür ist eine funktionierende Internetverbindung äußerst wichtig.

Stellt funktionierender Mobilfunk Ihrer Meinung nach einen Vorteil für Züge als Transportmittel dar Zum Beispiel gegenüber Flugzeugen?

Müller: Auf jeden Fall! Durch die Möglichkeit, das Internet zu nutzen, ohne mit Ausfällen rechnen zu müssen und überhöhte Gebühren zu bezahlen, würde sich die Akzeptanz der Züge meiner Meinung nach signifikant erhöhen.

Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler"

Wer mit dem Zug zwischen München und Salzburg unterwegs ist, braucht Geduld. Mobiles Internet gibt es entlang der Strecke nur selten. Selbst mit Telefonieren ist es schwierig.

Wir, die OVB24 GmbH mit ihren Nachrichtenportalen rosenheim24.de, chiemgau24.de, innsalzach24.de, BGLand24.de, wasserburg24.de und mangfall24.de, haben deshalb eine Kampagne gestartet. Wir wollen mit Unterstützung unserer Leser und gemeinsam mit Bahnbetreibern sowie Mobilfunkanbietern eine Lösung für die aktuelle Offline-Situation finden.

Aus diesem Grund haben wir auch die Facebook-Seite "Ein Netz für Bahnpendler" ins Leben gerufen. Auf dieser Facebook-Seite posten wir alle Artikel sowie aktuelle Entwicklungen zum Thema. Alle betroffenen Bahnpendler sind herzlich eingeladen, die Facebook-Seite zu liken!

Quelle: rosenheim24.de

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