Ein Netz für Bahnpendler: Fakten über WLAN im Zug

Mindestens jeder zweite Fahrgast würde WLAN im Zug nutzen

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Landkreis - Ohne die Funknetze zu bündeln, wäre nur auf zwei Dritteln der Bahnstrecken ausreichend starkes WLAN verfügbar. Dabei wünschen sich über 50 Prozent der Fahrgäste funktionierendes Internet an Bord der Züge.

Die Meinungen gehen auseinander. Braucht es WLAN beim Zugfahren, um erreichbar zu sein und sich die Zeit vertreiben zu können - oder eben nicht? Mit der Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler" versucht unsere Redaktion, alles Wissenswerte rund um das Thema herauszufinden. Hier einige Rechercheergebnisse, ob sich Fahrgäste WLAN in Zügen überhaupt wünschen.

53 Prozent beurteilen kostenfreies WLAN als wichtig

Weitere Informationen

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft, kurz BEG genannt, geht davon aus, dass mindestens jeder zweite Fahrgast WLAN im Zug nutzen würde. Darüber informiert Geschäftsführer Johann Niggl auf Nachfrage unserer Redaktion. Anlass zu dieser Annahme ist eine repräsentative Haushaltsbefragung, die zuletzt Endes des Jahres 2015 durchgeführt worden ist. Demnach haben 53 Prozent der befragten Fahrgäste kostenfreies WLAN als wichtige Zusatzleistung im Schienenpersonennahverkehr genannt.

Ein Problem: Bahnwaggons und Funkwellen kommen nicht immer zusammen. Aus diesem Grund hat die Deutsche Bahn beziehungsweise DB Regio zum Beispiel im vergangenen Jahr die Netzabdeckung entlang einer Vielzahl der Nahverkehrsstrecken in Deutschland untersucht. Allerdings sind da lediglich eigene Strecken berücksichtigt, die des Meridian rund um Rosenheim zum Beispiel hingegen nicht.

Ohne Netzbündelung bleibt WLAN ungenügend

Die Zahlen lesen sich zunächst eindeutig. Die DB Regio bündelt mehrere Mobilfunkprovider - meist Telekom, Vodafone und Telefonica - und die beiden Netzwerktechniken 3G und 4G, um einen leistungsfähigen WLAN-Hotspot im Zug zu ermöglichen. Dennoch sind die Ergebnisse eher ernüchternd.

Analyse der Netzabdeckung

"Das Ergebnis zeigt, dass zwar die Telekom das beste Mobilfunknetz entlang von Strecken der DB Regio anbietet, aber auch hier lediglich 64 Prozent der Strecken ausreichend versorgt wären", lautet das Fazit. "Erst eine Bündelung aller Mobilfunknetze stellt sicher, dass auf 87 Prozent der Strecken Internetempfang via WLAN in zufriedenstellender Qualität angeboten werden kann."

Empfangspegel

Gemessen worden ist vom 25. April bis zum 14. Juli. Und das auf rund 21.000 Kilometern des eigenen Streckennetzes. Parallel dazu sind permanent die vorhandenen Bandbreiten gemessen worden. Wie die Investitions- und Betriebskosten gestemmt werden können, ist aktuell offen.

Übertragungsgeschwindigkeit

"Über diese Netze liegen der BEG keine Erkenntnisse zur Mobilfunkabdeckung vor", erklärt Geschäftsführer Johann Niggl. "Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass sich die Netzabdeckung dort grundsätzlich anders darstellt, als auf vergleichbaren Strecken."

Kampagne "Ein Netz für Bahnpendler"

Wer mit dem Zug zwischen München und Salzburg unterwegs ist, braucht Geduld. Mobiles Internet gibt es entlang der Strecke nur selten. Selbst mit Telefonieren ist es schwierig.

Wir, die OVB24 GmbH mit ihren Nachrichtenportalen rosenheim24.de, chiemgau24.de, innsalzach24.de, BGLand24.de, wasserburg24.de und mangfall24.de, haben deshalb eine Kampagne gestartet. Wir wollen mit Unterstützung unserer Leser und gemeinsam mit Bahnbetreibern sowie Mobilfunkanbietern eine Lösung für die aktuelle Offline-Situation finden.

Aus diesem Grund haben wir auch die Facebook-Seite "Ein Netz für Bahnpendler" ins Leben gerufen. Auf dieser Facebook-Seite posten wir alle Artikel sowie aktuelle Entwicklungen zum Thema. Alle betroffenen Bahnpendler sind herzlich eingeladen, die Facebook-Seite zu liken!

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Matthias Balk

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