Josef Schmid wird Oktoberfest-Chef

Der erste Wiesn-Krach steht schon ins Haus

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Der Boss und sein mächtiger Stellvertreter: Heute überträgt OB Dieter Reiter (SPD, l.) Bürgermeister Josef Schmid (CSU) das Wirtschaftsreferat.

München - Seppi allmächtig: Heute will der 2. Bürgermeister Josef Schmid (CSU) zum mächtigsten Stellvertreter an der Stadtspitze seit Jahrzehnten aufsteigen.

 Im Stadtrat soll er in Personalunion zum Wirtschaftsreferenten und damit Wiesn-Boss befördert werden. Schon zeichnet sich der erste Polit-Streit der neuen schwarz-roten Bündnis-Freunde ab. Schmid fordert seit Jahren einen Zusatztag für das Oktoberfest und sagt jetzt der tz: „Ich bleibe bei meiner Meinung.“ OB Dieter Reiter (SPD) lehnt diesen schon ebenso lange ab und betont: „Daran hat sich nichts geändert.“ Ozapft is’ das erste große Fass!

Josef Schmid will sich im Rathaus das Wirtschaftsreferat übertragen lassen – OB Reiter und seine Genossen werden dem zustimmen, genauer gesagt: zustimmen müssen, schon allein um den jüngsten Rathaus-Frieden nicht zu gefährden. Offiziell gibt man sich total entspannt, insgeheim müssen die roten Bündnispartner den Aufstieg des Schwarzen fürchten: Schmid wird nicht nur Wirtschaftsbürgermeister und damit zuständig für die politischen Milliarden-Maschinen Stadtwerke, Messe oder Flughafen. Er firmiert damit gleichzeitig als Wiesn-Boss: Das Amt verhalf schon seinem Vorgänger zum Aufstieg zum OB – Dieter Reiter selbst. Schmid betonte: „Ich traue mir das problemlos zu.“

Reiter wiederum macht deutlich, wer der Boss im Rathaus ist. „Mir geht es darum, dass das Referat gut geführt wird. Ich habe auch eine klare Benchmark gesetzt: 4,8 Prozent Arbeitslosenquote sind es aktuell, wir sind der beliebteste Wirtschaftsstandort. Das gilt es die nächsten sechs Jahre mindestens zu bewahren.“ In der Beschlussvorlage für den Stadtrat betont Reiter, dass Schmid nicht nur vom Abstimmungsergebnis abhängt, sondern auch davon, dass es nach dem Gesetz ihm zusteht, Schmid die nötigen Befugnisse zu übertragen. Sonst bliebe Schmid der Grüß-August der Wirtschaft. Personell aufgerüstet haben beide in ihren Büros (tz berichtete). Schmid holt unter anderem zwei Mitarbeiter seiner Werbeagentur m&m ins Rathaus. Der Wahlkampf geht weiter!

Die größtmögliche Bühne bleibt das Oktoberfest: Schmid hatte dreimal nacheinander – in den Jahren 2011, 2012 und 2013 – einen Zusatztag beantragt, mal um die Bierpreise stabil zu halten, zuletzt als Ausgleich für weniger Reservierungen. Schmid will nicht locker lassen: „Mein weiteres Vorgehen wird überlegt und im Dialog mit den Beteiligten sein.“ Entscheiden muss letztlich der Stadtrat.

Auch Reiter bleibt hart, weil ihm das Chaos des Festes zu groß ist: „Die Beschäftigten sind schon Höchstbelastungen ausgesetzt – von Bedienungen über Polizei, Feuerwehr, Sanitäter bis zum U-Bahnfahrer. Auch die Interessen der Anwohner müssen berücksichtigt werden.“ Einer neuer Anlauf kann aber frühestens 2015 erfolgen.

David Costanzo

Quelle: Oktoberfest live

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