Hat große Auswirkungen für den Landkreis Mühldorf

Vorher-nachher: So läuft das Großprojekt Innkanal-Ausbau

So laufen die Bauarbeiten am Innwerkkanal Innkanal bei Waldkraiburg und Jettenbach
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Die Baustelle in Jettenbach im Januar 2020 und Anfang Mai 2020.

Jettenbach/Waldkraiburg/Töging - Der Ausbau des Innkanals ist ein gewaltiges Projekt, dass auch für den Landkreis Mühldorf eine Vielzahl an Auswirkungen hat. Wir haben uns nach dem aktuellen Stand der Dinge erkundigt.

"In Jettenbach schreiten die Herstellung der Wehrfelder Drei und Vier des neuen Wehres Jettenbach voran", berichtet Wolfgang Syrowatka, Pressesprecher des österreichischen Stromunternehmens "VERBUND", welches Kanal und Kraftwerke betreibt. "Über die Wintermonate wurden Betonarbeiten erledigt, die eine niedrige Wasserführung erforderlich machen. Das betrifft primär die Sohle und die Abdichtung der Baugrube."


Die Baustelle in Jettenbach im Januar 2020 und Anfang Mai 2020.

Mitte Mai werde bei einem Wehrfeld die Dammtafel gesetzt und das Wehrfeld damit verschlossen. "Das machen wir, damit wir dann den neuen Wehrverschluss einsetzten und montieren können. Das andere Wehrfeld bleibt für die Hochwasserabfuhr verfügbar." Anfang Juni solle dann der Portalkran montiert werden. "Die Kranbahnträger, auf denen die Schienen für den Portalkran verlaufen, sind bereits fertiggestellt. Der Portalkran wird künftig beispielsweise beim Setzen von Dammtafeln im Betrieb oder der Entfernung von Treibgut beim neuen Wehr zum Einsatz kommen."

Umfangreiches Projekt

Verbund-Pressesprecher Wolfgang Syrowatka.

Ab August sei geplant, die Wehrfelder Eins und Zwei herzustellen. Zugleich solle begonnen werden, den Fischabstieg zu errichten. "Im Innkanal sind die die Arbeiten weitgehend abgeschlossen, lediglich einzelne Restarbeiten sind noch zu erledigen." Oberhalb des Wehrs Jettenbach werde die Dammanpassung an die geltenden Normen fertiggestellt werden. "Der Neubau des Pumpwerks Fraham beginnt im Juni. Weitere Hochwasserschutzmaßnahmen werden dann ab Frühjahr 2021 umgesetzt. In Töging wird die Baugrubenumschließung im Mai fertiggestellt." Mit ersten Betonbauarbeiten für das Einlaufbauwerk und die Sohle des künftigen Kraftwerks konnten bereits begonnen werden.


Das Innkanal-Ufer bei Waldkraiburg im März 2019 und Anfang Mai 2020.

Schon seit einiger Zeit laufen die Vorarbeiten für das neue Wasserkraftwerk in Töging im Inn. Von der geplanten Fertigstellung im Jahr 2022 hängen auch einige andere Projekte in der Region ab. Beispielsweise muss man deswegen in Aschau am Inn mit dem Ausbau der Unterführung in Klugham noch warten. Wiederum in Mühldorf am Inn wird derzeit geprüft, ob die Pläne für eine Unterquerung des Kanals trotz der Arbeiten möglich sind.

So erklärt der Verbund das Projekt:

  • Es soll bei gleichzeitig höherer Effizienz kleiner werden als ursprünglich geplant. 
  • Nach Fertigstellung sollen drei Turbinen mehr Strom liefern, als die 14, die derzeit im bestehenden Kraftwerk in Betrieb sind. 
  • Pro Jahr sollen so rund 700 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Die zusätzliche Produktion entspräche dem Verbrauch von etwa 40.000 durchschnittlichen bayerischen Haushalten. 
  • Eine Stellschraube dabei sei die Erhöhung des Wasserspiegels beim Wehr Jettenbach um 70 Zentimeter um eine Erhöhung der Fließgeschwindigkeit von derzeit 403,35 mVS auf 404,05 mVS. 
  • Diese neue Wasserspiegellage in Jettenbach erfordere auch eine entsprechende Anpassung der Abdichtung des Innkanals bis hin zum Kraftwerk in Töging.

Bilder vom Besuch der Innwerkkanal-Baustelle bei Jettenbach

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Anfang 2018 hatte es kurzzeitig so ausgesehen, als sei das Verhältnis zum Innkanal-Ausbau in der Region ein kritischeres. In den Stadträten von Mühldorf und Waldkraiburg wurden aus den Fraktionen von Grünen und SPD Sorgen laut, vor allem die Natur am Innkanal-Ufer könne unter den Baumaßnahmen leiden. Diese Befürchtungen konnten jedoch vom VERBUND ausgeräumt werden, der auch auf die umfangreichen Maßnahmen zur Renaturierung hinwies. Auch vor Ort in Jettenbach scheint die Akzeptanz für das Bauvorhaben groß zu sein, wie ein Vor Ort-Termin im Januar 2020 bewies.

Bilder der Innwerkkanal-Ausbau-Baustellen bei Jettenbach und Waldkraiburg

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"Ja, manchmal ist die Baustelle schon etwas laut. Aber es hält sich im ertragbaren Ausmaß", berichtete etwa eine Anwohnerin. "Wissen Sie, mit den Anwohnern sind wir immer gut zurecht gekommen. Viele von den Leuten hier sind quasi alte Bekannte", bemerkte wiederum Projektleiter Bernhard Gerauer. "Das kam aber nicht von ungefähr. Wir haben sie auch von Anfang an mit ins Boot geholt. Diese Baustelle wurde keinem davon einfach vor die Nase gesetzt."

hs

Quelle: innsalzach24.de

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