Mühldorf: Vorerst keine neue Realschule

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Es bleibt bei zwei Realschulen im Landkreis: In Waldkraiburg und Haag

Mühldorf - Im Landkreis Mühldorf wird es aufgrund rückläufiger Schülerzahlen keine neue Realschule geben.

Der Kreisausschuss entschied gestern, die Entwicklung der Schülerzahlen in den Realschulen und Gymnasien und der Geburtenzahlen zu analysieren. Die weitere Entwicklung des Realschulwesens stand im Mittelpunkt der gestrigen Sondersitzung des Kreisausschusses. Landrat Georg Huber berichtete, dass Schülerzahlen an den Realschulen im Landkreis rückläufig seien.

In Waldkraiburg sinkt sie im kommenden Schuljahr von 1294 auf 1284. Nach Aussage der Schulleitung werden sechs Eingangsklassen mit rund 190 Schülern gebildet. Gleichzeitig verlassen sieben Klassen mit rund 200 Schülern die Schule. In Haag dagegen ist mit einer leichten Steigerung der Schülerzahlen zu rechnen. In diesem Jahr besuchten 869 Buben und Mädchen die Schule, im kommenden Schuljahr werden es voraussichtlich 910 sein.

Die Realschule in Haag wird voraussichtlich sechs Eingangsklassen mit 167 Schülern im kommenden Schuljahr bilden. Fünf Klassen mit rund 130 Schülern werden in diesem Sommer die Schule verlassen. "Die Raumsituation ist in Haag für die kommenden Schuljahre ausreichend", erklärte der Landrat. Nach der Prognose des Kultusministeriums und des Mühldorfer Schulamts wird sich aufgrund des Geburtenrückgangs die Zahl der Realschüler im Landkreis Mühldorf, die die sechsstufige Realschule beginnen, von derzeit 359 auf 272 Schüler bis zum Schuljahr 2013/14 verringern. Diese Zahlen wurden mit dem Hinweis untermauert, dass sich die Übertrittsquote im Landkreis Mühldorf an die Realschulen und Gymnasien gesteigert hat. 35 Prozent eines Jahrgangs besuchen das Gymnasium, weiter 35 Prozent wechseln auf die Realschule und die restlichen 30 Prozent verbleiben an den Hauptschulen.

Neue Beratung im Frühjahr

Landrat Georg Huber sieht aufgrund dieser Zahlen momentan keinen Handlungsspielraum, eine neue Realschule im Landkreis zu errichten. "Die finanzielle Lage der Städte und Gemeinden sowie des Landkreises lassen es nicht zu, in eine neue Schule zu investieren." Im Frühjahr 2010 soll nach dem Vorliegen der Übertrittszahlen über die Weiterentwicklung der Realschulen entschieden werden. Oskar Rau (Grüne) forderte den Landkreis auf, die Anträge der Gemeinden (Mühldorf, Ampfing, Neumarkt-St. Veit) für die Bildung von Kooperationsschulen zu unterstützen.

CSU-Fraktionsvorsitzender Anton Sterr sah wegen der weiter sinkenden Geburtenzahlen keine Möglichkeit, eine neue Realschule zu errichten. "Die bestehenden Schulen können unsere Kinder aufnehmen." Auch er verwies auf die finanzielle Situation der Gemeinden und des Landkreises: "Wer die Bilanzen der Gemeinden und des Landkreises sieht weiß, dass gewaltige Einschnitte auf uns zukommen werden."

Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch (SPD) betonte, dass die Stadt weiter Interesse an einer Realschule habe, sah aber auch die sinkenden Schülerzahlen. "Wir sollen uns aber den Weg für Pilotprojekte nicht verbauen und im Frühjahr erneut entscheiden." UWG-Fraktionsvorsitzender Peter Huber betonte, dass die Kapazitäten der Realschulen ausreichen würden und aus diesem Grund kein Bedarf für einen Neubau bestehe.

Der Kreisausschuss beschloss einstimmig, die weitere Entwicklung an den Realschulen im kommenden Frühjahr erneut zu beraten. sb

Quelle: rosenheim24.de

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