Wildtierhilfe Amerang bittet um Vorsicht auf den Straßen!

Ihre Mutter wurde überfahren: Süße Rehkitz-Zwillinge vor sicherem Tod bewahrt

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Diese zwei Rehkitze konnten vor dem sicheren Tod bewahrt werden. 

Amerang/Inzell - Zwei süße Rehkitze werden derzeit in einer Pflegestelle aufgepäppelt. Ihre Mutter wurde in Inzell überfahren. 

Pressemitteilung im Wortlaut:


Die Wildtierhilfe Amerang e.V. hat sich darauf spezialisiert, mit ihrer Infrarot-Suchdrohne vor dem Mähen die Wiesen abzufliegen, um dort liegende Rehkitze vor dem grausamen Mähtod zu retten. Doch immer häufiger werden sie auch zu Notfällen gerufen, um die Kitze von überfahrenen Geißen zu suchen. 

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Eine aufwändige Suchaktion fand erst kürzlich in Inzell statt, wo der zuständige Jäger das Team Rosenheim der Wildtierhilfe Amerang um Hilfe bat, um zwei verwaiste Kitze zu retten, deren Mutter schon zwei Tage zuvor überfahren worden war. Aufgrund von Dauerregen konnte die von den Rehkitzrettern mitgebrachte Drohne nicht zum Einsatz kommen, so dass Fangzäune aufgestellt wurden, um die Tiere einzufangen. Ein schwieriges Unterfangen in dem unübersichtlichen Gelände mit steilen Böschungen und dichtem Gestrüpp. Aber die Hartnäckigkeit der Helfer zahlte sich aus und so konnten beide Geschwisterkinder am Ende eines langen Tages zu einer erfahrenen Pflegestelle gebracht werden, wo sie von einem anderen Waisenkitz schon freudig begrüßt wurden. 

Allein im Kreis Traunstein mehrere Geißen überfahren

Allein im Kreis Traunstein wurden in den Monaten Mai und Juni elf Geißen überfahren. Auch aus anderen Kreisen werden steigende Unfallzahlen gemeldet. Fast alle zwei Minuten findet in Deutschland ein Wildunfall statt – nahezu 300.000 jedes Jahr, Tendenz steigend. Daher ein dringender Appell an alle Autofahrer, an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern und auf ausgeschilderten Straßen mit Wildwechsel unbedingt langsam und vorsichtig zu fahren, besonders in der Dämmerung, den frühen Morgen- und Abendstunden, bei Nebel und zu Beginn der Zeitumstellung. Fernlicht ausschalten und hupen, sobald man Tiere sieht, die sich der Straße nähern. Sollte es zu einem Zusammenstoß kommen, muss unter allen Umständen die Polizei informiert werden, auch wenn das Tier flüchtet. Die Polizei informiert den zuständigen Jäger, der bei einem toten Reh direkt feststellen kann, ob es sich um ein Muttertier handelt, dessen Kitze nun schnellstmöglich gefunden werden müssen, damit sie nicht qualvoll verhungern. 

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Auch wenn man selbst ein verletztes Kitz findet, muss umgehend der zuständige Jäger infomiert werden. Hier kann man sich zunächst an die Polizei wenden, die entsprechend Auskunft gibt. Niemals ein Tier anfassen oder mitnehmen, sondern immer warten, bis der Jäger vor Ort ist. Nach Absprache mit dem Jäger kann man sich an folgende Stellen wenden: Wildtierwaisen-Schutz e.V., Tel. 0151/41666688, und Kitzrettungshandy BGL/TS, Tel. 0163/9139613.

Kitz entdeckt - so reagiert man richtig

Entdeckt man hingegen ein einsames Kitz auf einer Wiese, so ist davon auszugehen, dass die Mutter es dort abgelegt hat, wie es grundsätzlich bei Rehkitzen der Fall ist. Das Kitz wird regelmäßig von der Geiß gesäugt, bleibt aber ansonsten im Schutz der hohen Gräser vor Fressfeinden. Da es keinen Geruch abgibt, wird es in den Wiesen nicht von Fuchs & Co. gefunden. Es ist zu empfehlen, sich leise zurückzuziehen und das Kitz nicht weiter zu stören. Auf keinen Fall darf man es anfassen! Sonst wird es von der Mutter verstoßen und ist dem Tode geweiht. Ein solches Geschöpf aus falsch verstandener Tierliebe einfach mitzunehmen, ist nicht nur eine Straftat, sondern hat auch katastrophale Folgen für Kitz und Geiß, die nicht nur ihr Kind verliert, sondern auch an einem Milchstau sterben kann. Das Kitz muss nun unter allen Umständen in erfahrene Hände und eine professionelle Einrichtung, wo es in der Regel im Frühjahr wieder ausgewildert wird. Da die meisten Kitz-Aufzuchtstellen schnell überfüllt sind, ist es umso bedauerlicher, wenn Kitze unnötigerweise dorthin gebracht werden. Die Aufzucht von Kitzen ist sehr aufwändig, zeitintensiv und kostspielig. Die Kleinen sind zudem äußerst empfindlich. Falsche Nahrung oder eine falsche Umgebung können zum Tod der Tiere führen. 

Damit auch in Zukunft kein Kitz abgewiesen werden muss, bittet die Wildtierhilfe Amerang e.V. dringend um Spenden an die Konto-Nr. IBAN DE52 7116 0000 0006 32 92 41 bei der Volks-und Raiffeisenbank Amerang, die direkt an die Pflegestellen weitergeleitet werden. 

Das in Inzell gerettete Zwillingspärchen hat sich inzwischen erholt und beide haben somit eine gute Überlebenschance. Zu verdanken haben sie dies Menschen, die ein Herz für Kitze haben.

Pressemitteilung der Wildtierhilfe Amerang

Quelle: wasserburg24.de

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