Wickie-Produzent berichtet vom Set

Burghausen - Die Dreharbeiten zu "Wickie auf großer Fahrt" sind auf der Burghauser Burg in vollem Gange. Produzent Christian Becker berichtet im Interview vom Set.

Am Freitag hat das Filmteam um Produzent Christian Becker mit den Aufnahmen für den zweiten Teil von "Wickie" auf der Burghauser Burg begonnen. Im Interview spricht der Filmmacher über die 3D-Technik, warum Burghausen sich als Festung des schrecklichen Sven hervorragend eignet und welche der Wickie-Figuren ihm die liebste ist.

 

"Wickie auf großer Fahrt" ist die erste deutschsprachige 3D-Produktion. Welche Herausforderungen stellt das an das Filmteam? 

Christian Becker: "Die größte Herausforderung ist, dass 3D doppelt bis dreifach soviel Technik wie ein 2D-Film erfordert. Man braucht zwei Filmkameras, die genau aufeinander ausgerichtet sein müssen und in dieser Anordnung das menschliche Auge simulieren. Man braucht außerdem mehr Licht, weil die beiden Kameras in ihrer Ausrichtung viel Licht wegnehmen. Weiter wird bei 3D digital und nicht analog aufgenommen und man schneidet nicht so schnell. Die Bilder werden länger stehen gelassen, damit die Zuschauer den Effekt genießen können. Bei einer 3D-Produktion hat man im Schnitt 25 Prozent mehr Aufwand, das wird durch eine exakte Planung vorab ausgeglichen. Man hat dann direkt am Set weniger Spielraum, weil in der Vorbereitung alles ganz genau aufgezeichnet worden ist."

 

Die Regie hat diesmal nicht Michael Bully Herbig, sondern Christian Ditter übernommen. Wie funktioniert die Zusammenarbeit und wo liegen die Unterschiede im Vergleich zu Bully?

Christian Becker: "Bei Bully stand schon früh fest, dass er die Regie nicht übernehmen wird, weil seine Frau schwanger war und er sich um seine Familie kümmern wollte. Außerdem hat er geplant 2011 wieder mehr als Schauspieler tätig zu sein. Mit Christian Ditter habe ich schon bei seinem Debüt "Französisch für Anfänger" und bei "Vorstadtkrokodile, Teil eins und zwei" zusammengearbeitet. Weil ich da so tolle Erfahrungen mit ihm gemacht habe, besonders beim Kinderfilm, war er die erste Wahl für "Wickie". Auch Bully war sofort begeistert. Die beiden kann man aber nicht vergleichen. Jeder hat seine eigene Art und andere Schwerpunkte. Was die beiden verbindet, ist allerdings die absolute Liebe zum Film."

 

Wird man die "eigene Art" von Ditter auch im Film bemerken?

Christian Becker: "Das ist eine gute Frage! Die Fans vom ersten Teil werden natürlich die Figuren, die Späße und den Humor auch im neuen Teil wiederfinden, nur die Reise ist diesmal größer. Wir setzen sozusagen noch eins drauf. Wickie und alle starken Männer gehen auf Abenteuerreise. Sie treffen sexy Walküren am Strand, kommen ins ewige Eis und treffen auf Ritter und Burgen. Das sind neue Elemente, die für alle Altersgruppen etwas bieten sollen."

 

Stichwort Ritter und Burgen. Wieso haben Sie die Burghauser Burg als Drehort ausgewählt?

Christian Becker: "Als feststand, dass wir Ritter und eine Burg als neue Elemente in den Film aufnehmen möchten, haben wir uns auf die Suche nach einer passenden Kulisse gemacht. Bei Burghausen waren wir uns anfangs unsicher, ob die Burg das Richtige ist, weil sie so toll in Schuss gehalten ist und so als Festung des schrecklichen Sven schlicht zu schön sein könnte. Im hinteren Teil und beim Pulverturm haben wir dann aber entdeckt, dass es dort einen schönen Stein gibt, der zum Glück unverputzt ist. Das hat als Kulisse optimal gepasst. Ich muss auch dazusagen, Heinz Donner, der Burgverwalter, ist wirklich super. Es gibt selten Leute, die in beide Richtungen schauen können. Er ist ein offener Gesprächspartner, der einerseits die Belange der Burg schützt, aber andererseits auch versucht, für uns so viel es geht möglich zu machen.

Burgverwalter Heinz Donner zum Filmdreh:

Welche Szenen haben Sie in Burghausen schon gedreht und welche stehen in den nächsten Tagen noch an?

Christian Becker: "Wir haben schon die Szene gedreht, wie Wickie im Begriff ist, jemanden aus dem Kerker zu befreien. Morgen wird er sich ins Schlafzimmer des schrecklichen Sven schleichen. Die Wikinger verkleiden sich und schleichen sich als Gaukler in Svens Burg. Sie werden dann vor seinen Thron geschleppt und zeigen eine lustige Performance. Dann wird noch jemand aus dem Kerker gerettet - das sind die Szenen, die hier auf der Burg gedreht werden."

Zum Schluss: Welche Wickie-Figur ist ihr Liebling?

Christian Becker: "Da kann ich mich gar nicht entscheiden, weil alle so lustig sind. Wickie gefällt natürlich allen, aber auch Tjure und Snorre sind witzig. Faxe ist der Gemütliche. Einen Liebling habe ich nicht wirklich, aber ich mag Halvar und Sven gerne. Die beiden haben Figuren, die dauernd um sie kreisen, zwei Anführer mit ihrem Gefolge, das gefällt mir."

Vielen Dank für das Interview.

Anette Mrugala

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Wikipedia

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