Junge Frau tot aus Inn bei Kufstein gezogen

Fall Jennifer V.: Schwiegervater bestreitet die Tat

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Innsbruck/München - Weil er seine Schwiegertochter umgebracht haben soll, steht Nagori R. am Donnerstag vor dem Münchner Landgericht. Der Fall um Jennifer F., die aus München stammt, hatte auch kurz hinter der Grenze bei Kirchbichl für großes Aufsehen gesorgt.

UPDATE, 16.37 Uhr: Schwiegervater bestreitet die Tat

"Ich bekenne mich nicht schuldig zum Mordvorwurf". Dies waren die Schlussworte des 43-jährigen Angeklagten am ersten Prozesstag. Zuvor räumte der Schwiegervater der Toten ein, die 26-Jährige am Tage ihres Todes mit dem Auto abgeholt zu haben. Anschließend habe er sie, auf ihren Wunsch hin, in Brixlegg aussteigen lassen, berichtet die Tiroler Tageszeitung.

Sie hätte ihm im Auto erzählt, dass sie seinen Sohn betrogen hätte und ein neues Leben beginnen möchte. Auch von mysterösen Telefonaten sprach der Angeklagte, in denen die Verstorbene gesagt hätte:" Wir treffen uns, fangen ein neues Leben an." 

Der Schwiegervater sei sich sicher, dass seine Schwiegertochter Selbstmord begangen hat. Ihr sei alles zuviel geworden und hätte gewusst, dass sein Sohn bereit gewesen sei, sie zu verlassen. Die junge Serbin hätte ihn schließlich damit beauftragt die ominösen Abschieds-SMS zu schreiben. Auf die Frage des Richters, warum er dies getan habe, antwortete dieser:"Ich habe es getan, weil ich ein Trottel bin."

Sohn und Ehefrau sind von der Schuld des Angeklagten überzeugt

Im Laufe des Verfahrens wurde der Angeklagte mit den Aussagen seines Sohnes und seiner Ehefrau konfrontiert, die beide davon ausgehen, dass er mit dem Tod der 26-Jährigen etwas zu tun haben muss. "Mittlerweile kann ich mir auch vorstellen, dass er Jennifer umgebracht hat", sagte der Sohn bei seiner Aussage. 

Ebenso gab er bekannt, dass sein Vater versucht hätte sich mit Tabletten umzubringen. Die Ehefrau des Mannes ergänzte:"Seit dem Verschwinden hat er sich derart seltsam verhalten, dass ich mittlerweile felsenfest überzeugt bin, dass er damit etwas zu tun hat." 

Am Freitag wird der Prozess mit 21 Zeugen fortgeführt.

Vorbericht:

"Dem Mann wird vorgeworfen, seine Schwiegertochter am 2. Februar von der Arbeit abgeholt und zwischen 18 und 20.37 Uhr in Kundl auf eine nicht mehr feststellbare Weise vorsätzlich getötet zu haben", sagt Hansjörg Mayr, Sprecher der Tiroler Staatsanwaltschaft. Der Schwiegervater bestreitet aber, mit dem Tod der jungen Mutter etwas zu tun zu haben. 

Den Ermittlungen zufolge hatte er aber kurz nach dem Verschwinden von Jennifer V. zwei Handys mit Prepaid-Karten gekauft und verschickte damit Kurznachrichten in ihrem Namen. Außerdem soll er im Internet nach Informationen gesucht haben, wie ein abgeschaltetes iPhone geortet werden kann. Das Tatmotiv sieht die Staatsanwaltschaft in der Trennungsabsicht: Laut Anklage wollte die Neuperlacherin sich scheiden lassen - das konnte der Schwiegervater wohl nicht ertragen. Deshalb soll er sie ermordet haben.

Mysteriös: Kurz vor ihrem Tod hatte Jennifer V. einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. Ihr Schwiegervater soll außerdem immer wieder zudringlich geworden sein.

Am 2. Februar 2017 war die zweifache Mutter dann auf dem Nachhauseweg von der Arbeit verschwunden. Rund zwei Monate später wurde dann ihre Leiche bei Kirchbichl aus dem Inn gezogen. Die Polizei ging zunächst von einem Unglück aus, denn ein Gewaltverbrechen war nicht nachweisbar. Erst nach und nach verdichteten sich die Hinweise gegen Nagori R. - unter anderem auch durch Videoaufnahmen, die belegen sollen, dass Nagori R. seine Schwiegertochter am Tag des Verschwindens mit einem Taxibus von der Arbeit abgeholt hatte.

Wird der Tod von Jennifer V. nun endlich gesühnt? Das muss der Prozess am Donnerstag zeigen. Nur einen Verhandlungstag hat das Gericht angesetzt. Das berichtet unser Partnerportal tz.de.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Polizei (Montage)

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