Zahl der Stiftungen ist steigend

+
Jede Wabe ein Projekt mit großer Nachhaltigkeit: Vorstand Oliver Döser erläutert das Wirkungsfeld der OVB-Medienhaus-Stiftung.

Rosenheim - "Rosenheim wäre nicht so lebens- und liebenswert, wenn es unsere Stiftungen nicht geben würde", stellte OB Bauer beim Stiftertag des OVB treffend fest.

65 Stiftungen gab es 2008 in Stadt und Landkreis Rosenheim, 2011 waren es schon 72, heute sind es 77: Auch in der Region gehen immer mehr Menschen stiften. Das betonte OVB-Geschäftsführer Oliver Döser als Gastgeber beim dritten Rosenheimer Stiftertag, der im soeben fertiggestellten OVB-Medienforum im neuen Druckzentrum unserer Zeitung in Rosenheim-Aisingerwies stattfand.

Für den neuen Saal im Druckzentrum waren die Stiftertage eine Feuertaufe. "Vor gefühlten zwei Stunden sind wir fertig geworden", so Oliver Döser bei der Begrüßung. Ein klareres Bekenntnis zum Standort Rosenheim und zur Zukunft der gedruckten Zeitung könne man nicht setzen, so Döser über die 16-Millionen-Euro-Investition der OVB-Heimatzeitungen in das Druckzentrum mit Maschinenpark.

Von einem "Haus mit Perspektive" sprach Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer - und damit spielte sie nicht nur auf den malerischen Blick auf die Berge an, den die Dachterrasse bietet. Sie freut sich schon auf viele weitere hochkarätige Veranstaltungen im OVB-Medienforum, das 180 Personen Platz bietet. "Auch wenn sich langsam herumspricht, welche große Wirkung Stiftungen entfalten, kann man nicht oft genug darüber reden", betonte Bauer. Und für sie steht fest: "Rosenheim wäre nicht so lebens- und liebenswert, wenn es unsere Stiftungen nicht geben würde."

In Rosenheim selbst sind es inzwischen 30, im Landkreis 47 - und auch die Nachbar-Kreise Mühldorf (15 Stiftungen), Miesbach (34) und Traunstein (32) legen zu.

Als Vorstand der 2004 gegründeten OVB-Medienhaus-Stiftung erläuterte Oliver Döser deren große Strahlkraft und Nachhaltigkeit. Da zeigte sich auch Professor Dr. Rainer Hüttemann beeindruckt. Der Direktor des Instituts für Steuerrecht der Universität in Bonn wies in seinem Referat darauf hin, dass die Mehrheit der Bevölkerung - rund 70 Prozent - mit dem Begriff "Stiftung" immer noch wenig anfangen könne und damit nur die Stiftung Warentest in Verbindung bringen. Es gebe viel Aufklärungsbedarf.

Stiften zu dürfen, sei seit 2002 ein gesetzlicher Anspruch - in den Augen Hüttemanns eine "gewaltige kulturelle Leistung". Was die steigende Zahl der Stiftungen betrifft, riet der Fachmann aber dazu, nicht nur auf die Quantität, sondern auf Größe und Qualität zu schauen. Denn der Kapitalstock sage mehr aus über die Leistungskraft einer Stiftungsregion.

Wer Stifter werden will, dem riet Hüttemann, zuvor eine klare Strategie zu entwickeln. Ist der Stiftungswille einmal festgeschrieben, sei er nur in seltensten Fällen veränderbar, "und das Einwerben von Stiftungskapital ist ein hartes Geschäft".

Wie sehr Stiftungen die Region prägen, wurde auch in der Podiumsdiskussion mit Martin Schwegler (Sparkassen-Stiftung), Sonja Schatt-Fritsch (Ursula-und-Walter-Schatt-Stiftung), Franz Hartl (Stiftung Attl) und Oliver Döser deutlich. Umrahmt wurde der Stiftertag vom Quartett "Viva Musica" aus Salzburg. Dass Musik der Seele gut tut, weiß man. Das Stiften - egal ob von Geld oder Zeit - habe einen ähnlichen Effekt, so Hüttemann. Studien belegten, dass Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, glücklicher sind.

Simeth (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser