Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Verhandlung in München

Nächste Runde im Holzkirchener Kuhglockenstreit

  • Katja Schlenker
    VonKatja Schlenker
    schließen

Holzkirchen - Seit Jahren streitet ein Ehepaar mit einer Landwirtin um das Geläut von Kuhglocken. Nach einem Vergleich 2015 gibt es nun neue Probleme, die vor Gericht geklärt werden sollen.

Seit Jahren liegen ein Ehepaar und eine Landwirtin in Holzkirchen miteinander im Clinch. Nun geht der Streit in eine neue Runde. Doch diesmal sind nicht etwa die Kuhglocken der Landwirtin schuld, sondern Insekten, die von den Kühen allgemein und deren Gülle angezogen werden.

Hintergrund der Geschichte ist, dass ein Ehepaar im Jahr 2011 ein Häuschen in idyllischer Lage in der Gemeinde Holzkirchen gekauft hat und dort eingezogen ist. Jedoch haben kurz darauf zahlreiche Kühe auf der Wiese nebenan ihre neue Weide gefunden - traditionell mit Kuhglocken geschmückt.

Dadurch hat sich das Ehepaar dazu gezwungen gesehen, die Kühe quasi von der Wiese weg zu klagen. Das Verfahren hat im September 2015 mit einem Vergleich geendet. Doch nun startet das Ehepaar einen neuen Versuch, denn nicht nur das Gebimmel der Kuhglocken, sondern auch den Gestank beim Düngen mit Gülle und die dadurch anschwirrenden Insekten wollen sie nicht mehr dulden.

"Die ganze Zeit bimmelt es - Tag und Nacht"

Am Freitag beginnt der neue Prozess vor dem Landgericht München II, berichtet der Bayerische Rundfunk. Diesmal richtet sich die Klage nicht nur gegen die Landwirtin, die das Weideland pachtet und als Weise nutzt, sondern auch gegen die Gemeinde, die das Gelände als Ersatz für eine frühere Fläche zur Verfügung stellt.

"Die ganze Zeit bimmelt es - Tag und Nacht", sagt der Anwalt des Paars, Peter Hartherz, gegenüber der Passauer Neuen Presse. Die Folge: Schlaflosigkeit und Depressionen. Das Anwesen befinde sich in einem Wohngebiet, es gebe auch "keine Ortsüblichkeit der Weidehaltung", erklärt der Anwalt. Zudem verstoßen die Kuhglocken nach Meinung des Anwaltes gegen den Tierschutz. Durch die Kühe und die Gülle hätte sich auch der Wert der Immobilie verringert - um 40.000 bis 50.000 Euro.

"Keine Präzedenzfälle schaffen"

"Es geht um die Definition der sachgerechten Landwirtschaft", sagt der Holzkirchener Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) laut PNP zu dem Fall. Immerhin habe das Paar auf dem traumhaft gelegenen Anwesen einen unverbaubaren Blick in alle Himmelsrichtungen. "Dafür muss man halt in Kauf nehmen, dass daneben Landwirtschaft stattfindet", wird er von der PNP zitiert. "Insofern ist es für uns als Kommune schon wichtig, dass wir hier nicht Präzedenzfälle schaffen."

Auch habe der Bürgermeister versucht, das Problem mit Gesprächen zu klären - jedoch ohne Erfolg. "Ich habe nicht den Eindruck dass es den Menschen irgendwie darum geht, in die dörfliche Gemeinschaft integriert zu werden", sagt er in dem Bericht. Das Ehepaar soll 2004 in die Gemeinde Holzkirchen gezogen sein und sich dort dann später das Haus gekauft haben.

ksl

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Kommentare