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Nach Eriksens Schock-Zusammenbruch bei EM-Spiel

Herzinfarkt oder Herzstillstand und die Erste Hilfe: So reagiert man im Notfall richtig

Für Eriksen kam die Hilfe sofort und professionell. Doch wie reagiert man richtig auf einen Herzstillstand, wenn keine Sanitäter vor Ort sind?
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Für Eriksen kam die Hilfe sofort und professionell. Doch wie reagiert man richtig auf einen Herzstillstand, wenn keine Sanitäter vor Ort sind?
  • Max Partelly
    VonMax Partelly
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Es sind Bilder, die schockieren. Der 29-jährige Spitzenfußballer Christian Eriksen bricht beim Spiel in Kopenhagen plötzlich zusammen. Der Grund dafür war offenbar ein Herzstillstand. Doch was, wenn so etwas passiert und kein Sanitäter vor Ort ist?

Dank der schnellen Reaktion der anwesenden Sanitäter und sofort eingeleiteter Wiederbelebung lebt Eriksen und meldete sich bereits mit einer emotionalen Nachricht zurück. „Danke euch allen für das, was ihr getan habt. Ich gebe nicht auf“, ließ Eriksen aus dem Krankenhaus über seinen Manager weiter verlauten. „Ich fühle mich jetzt besser - aber ich möchte verstehen, was passiert ist.“ Doch nicht immer ist ein kompetentes Team von ausgebildeten Rettungskräften vor Ort. Dann ist eine schnelle Reaktion gefragt.

Wenn das Herz plötzlich nicht mehr schlägt

Herzversagen oder der besser bekannte Herzinfarkt sorgen dafür, dass das Herz aufhört zu schlagen. Der Blutkreislauf kommt zum Erliegen und das Gehirn wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und stirbt deshalb innerhalb kurzer Zeit ab. Oft wird dann vom Herztod gesprochen. Eine schnelle und gezielte Hilfe kann dabei Leben retten.

Jährlich sterben etwa 65.000 Personen in Deutschland in Folge eines Vorfalls, wie er Eriksen widerfahren ist. Das schreibt der Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. zum Thema plötzlicher Herztod.

Woran erkennt man einen Herzstillstand?

Wie der Name schon passend beschreibt, hört das Herz bei einem Herzstillstand auf zu schlagen. Es ist kein Puls mehr spürbar. Tritt der Fall ein und eine Person wird mutmaßlich ohnmächtig, gilt es zunächst abzuklären, ob sie tatsächlich bewusstlos ist. Dazu wird empfohlen, die Person anzusprechen. Reagiert diese in keiner Weise, ist von Bewusstlosigkeit auszugehen. Die Atmung ist dadurch zu überprüfen, ein Ohr an Mund und Nase des Patienten zu legen und den Blick auf die Brust zu richten. Hebt und senkt sich der Brustkorb nicht und ist keine Atmung zu hören, hat diese möglicherweise bereits ausgesetzt.

Ein Herzinfarkt kann sich vor dem Herzstillstand durch starke und lange anhaltende Schmerzen in der Brust ankündigen. Diese werden oft von einem Druck- oder Schweregefühl begleitet und können in den linken Arm oder in den Halsbereich strahlen. Wichtig ist aber: Nicht immer kündigt sich ein Herzinfarkt mit genau diesen Symptomen an. Vorsicht ist hier besser als Nachsicht.

Bei Bewusstlosen wird empfohlen, den Puls an der Halsschlagader zu fühlen. Dazu sind drei Fingerspitzen neben dem Kehlkopf anzulegen. Auch wenn am Handgelenk kein Puls spürbar ist, kann hier noch eine Kreislaufaktivität erkannt werden. Ist auf der einen Seite kein Puls spürbar, sollte zur Kontrolle noch die andere Seite überprüft werden. Gefühl ist gefragt, da bei zu starkem Druck auf die Halsschlagader die Blutzirkulation behindert werden kann.

Kein Puls: Herzstillstand festgestellt, was jetzt?

Ist kein Puls mehr zu spüren, ist schnelles Handeln gefragt. Ein Notruf über die Nummer 112 muss sofort abgesetzt werden, da jede Sekunde zählt. Im Telefonat werden ruhig der Name des Anrufers genannt und die Adresse des Notfalls genannt. Sehr wichtig ist es, den Verdacht auf Herzstillstand zu nennen. Auf keinen Fall sollte die Situation heruntergespielt werden. Auch auf einen Transport des Patienten soll unbedingt verzichtet werden.

Während auf die Rettungskräfte gewartet wird, muss bereits mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden, schreibt das Deutsche Rote Kreuz. Sofern ein AED-Gerät (Defibrillator) in der Nähe sein, sollte dieses genutzt werden. Einmal angebracht, folgen Sprachanweisungen. Bis das Gerät einsatzbereit ist, sollte bereits sofern möglich Herz-Lungen-Wiederbelebung durchgeführt werden.

Bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung wird im ständigen Wechsel 30 Mal die Herzdruckmassage durchgeführt, gefolgt von zwei Mal Atemspende. Bei der Herzdruckmassage kniet der Ersthelfer neben dem Patienten auf Höhe des Brustkorbs und platziert den Ballen einer Hand in der Mitte des Brustkorbs und setzt die zweite Hand auf der ersten. Mit gestreckten Armen wird dann der Brustkorb mit dem Gewicht des Oberkörpers zwischen fünf und sechs Zentimeter eingedrückt. Mit einer Frequenz von 100 Mal pro Minute wird dies 30 Mal ausgeführt. Druck- und Entlastungsphasen sollen dabei gleich lang andauern.

Bei der Atemspende oder auch Mund-zu-Mund-Beatmung wird der Kopf des Patienten nach hinten geneigt und die Nase mit den Fingern zugehalten. Nach einem normalen Luftholen bläst der Ersthelfer dann die Luft in den Mund des Patienten, sodass sich der Brustkorb hebt. Nach einem weiteren Luftholen wird der Vorgang ein weiteres Mal durchgeführt und anschließend wieder die Herzdruckmassage durchgeführt. Diese beiden Maßnahmen werden durchgeführt, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Die stabile Seitenlage

Setzen Puls und Atmung ein, bevor der Rettungsdienst eintrifft, ist der Patient in die stabile Seitenlage zu bringen.

  • Dazu wird der Betroffene zunächst auf den Rücken gelegt, sodass die Arme neben dem Körper liegen und die Beine ausgestreckt sind.
  • Der dem Ersthelfer zugewandte Arm wird angewinkelt, sodass die Handfläche nach oben zeigt und etwas über der Höhe des Kopfes und der Oberarm im rechten Winkel zum Körper liegt.
  • Der andere Arm wird am Handgelenk genommen und über die Brust zur gegenüberliegenden Wange gezogen. Diese Hand wird zunächst festgehalten.
  • Dann wird das Bein der vom Ersthelfer abgewandten Seiten gegriffen, gebeugt und auf die Seite des Ersthelfers gezogen, bis der Patient auf der Seite liegt, das Bein im rechten Winkel zu Körper steht und diesen stabilisiert.
  • Zuletzt wird der Kopf nach hinten überstreckt, damit die Atemwege frei sind. Diese Haltung wird mit der an der Wange platzierten Hand stabilisiert.

Auch wenn der Patient in die stabile Seitenlage gebracht wurde, müssen immer wieder Atmung und Kreislauffunktion überprüft werden. Der Mund muss dabei der tiefste Punkt des Körpers bleiben.

Für den Ernstfall vorbereitet sein: Erste Hilfe Kurs rettet Leben

Diese Informationen helfen, im Ernstfall einigermaßen vorbereitet zu sein, ersetzen aber nicht die Expertise, die man in einem Erste Hilfe Kurs erlernt. Es macht im Schockmoment einen Unterschied, ob über die Herzdruckmassage einmal gelesen wurde oder sie in sicherer Umgebung am Test-Dummy durchgeführt wurde. Es ist also empfehlenswert, von Zeit zu Zeit einen Kurs zu besuchen. Schließlich zählt im Fall der Fälle jede Sekunde.

mda

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