Was hat Schwester Lambertis getan?

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Pfarrer Peter Demmelmair hat am Montag Schwester Lambertis nach 46 Jahren Pflegetätigkeit verabschiedet.

Berchtesgaden - Ihr Name ist mit dem Berchtesgadener Bürgerheim untrennbar verbunden: Schwester Lambertis. Doch was Jahrzehnte zusammengehörte, ist jetzt abrupt getrennt worden.

"Es gab einen Bericht der Heimleitung, den wir an die Heimaufsicht beim Landratsamt in Bad Reichenhall weitergeleitet haben", erklärte der Geschäftsleiter der Marktgemeinde Berchtesgaden, Anton Kurz, die Geschehnisse gegenüber der tz. "Die hat daraufhin am Dienstag vergangener Woche dem Bürgerheim eine unangemeldete Visite abgestattet. Und das Ergebnis dieser Visite war, dass ein sofortiges Pflegeverbot gegenüber Schwester Lambertis ausgesprochen wurde." Dieses Pflegeverbot habe er der 74-Jährigen telefonisch mitgeteilt, so Kurz weiter. Außerdem habe die Heimleitung die Gemeinde aufgefordert, Strafanzeige zu erstatten.

Der Pressesprecher des Landratsamtes, Christoph Abreß, bestätigte gegenüber BGLand24 die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Deshalb könne er auch nicht mehr sagen, "außer dass die Heimaufsicht des Landratsamtes schwere Verstöße von Schwester Lambertis festgestellt habe und deshalb ein sofortiges Berufsverbot gegen die 74-Jährige aussprechen musste."

Der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Volker Ziegler, wollte zu dem Verfahren (wegen Körperverletzung - so die tz) auch kaum Angaben machen. Es sei von der Marktgemeinde Berchtesgaden der Bescheid vom Landratsamt eingereicht worden. "Darin gibt es verschiedene Sachverhalte, die strafrechtlich relevant sein könnten", so Ziegler. Diese müssten aber zuerst geprüft werden. Er rechnet in vier bis sechs Wochen mit den ersten Ergebnissen.

Tränenreicher Abschied im Pfarrgarten

Tränenreicher Abschied von Schwester Lambertis

Trotz allen Vorwürfen hat die katholische Pfarrgemeinde St. Andreas am Montag einen improvisierten Abschied für Schwester Lambertis im Pfarrgarten gegeben. Immerhin wirkte die 74-Jährige 46 Jahre im Krankenhaus und im Bürgerheim Berchtesgaden. "Dieser Abgang ist nicht würdig, da ist so viel passiert, was einfach nicht gut ist", sagte Pfarrer Peter Demmelmair zum Abschied. "Aber dafür sind wir heute nicht zusammengekommen, das ist nicht das Unsere. Ganz im Gegenteil, unser Anliegen muss sein, auch für die zu beten, die Unrecht getan haben."

red-bgl24/cz

Quelle: rosenheim24.de

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