Auf Basis von anonymisierten Handy-Daten *Mit Voting*

Zahlen zeigen: So hält sich unsere Region an die Ausgangsbeschränkung

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Foto aus der leeren Rosenheimer Innenstadt vom 21. März - dem ersten Tag der Ausgangsbeschränkungen in Bayern in Folge der Corona-Krise. In Stadt und Landkreis Rosenheim ist die Mobilität seitdem um 43 Prozent gesunken. 

Landkreise - Seit den Corona-Ausgangsbeschränkungen vom 21. März sollen und müssen wir unsere Mobilität herunterfahren - doch wird sich auch daran gehalten? Anonymisierte Handy-Daten geben nun Auskunft.

Wenn es darum geht, sich an die Corona-Ausgangsbeschränkungen zu halten, ist Südbayern Spitzenreiter in ganz Deutschland. Das ergeben Zahlen des Software-Entwicklers "Teralytics", die zuerst in "Bild" veröffentlicht wurden. Allen voran im Berchtesgadener Land ist die Mobilität, verglichen mit der Zeit vor den Ausgangsbeschränkungen, drastisch eingebrochen: 59 Prozent weniger Bewegungen. "Teralytics" wertet laufend über 30 Millionen anonymisierte Handy-Daten in Deutschland aus, konkret wenn sich Handys wegen eines Ortswechsels bei anderen Mobilfunkmasten einwählen.


Ausgangsbeschränkungen: Miesbach und Berchtesgadener Land am konsequentesten

Vergleicht man den vergangenen Sonntag, 5. April, mit dem 15. März - der letzte Sonntag vor den Ausgangsbeschränkungen in Bayern - zeigt sich die deutlich gesunkene Mobilität in unseren Landkreisen: Miesbach und das Berchtesgadener Land belegen mit einem Minus von 60 bzw. 59 Prozent die ersten beiden Plätze in ganz Deutschland. Im Landkreis Traunstein sind es 51 Prozent weniger Handy-Bewegungen, es folgen die Landkreise Rosenheim (-43 Prozent), Mühldorf (-42 Prozent) und Altötting (-36 Prozent).

Im ganzen Bundesgebiet ist die Mobilität laut der Studie in diesem Zeitraum durchschnittlich zumindest um 25 Prozent zurückgegangen. Es zeigt sich: Die Bevölkerung hält sich - mal mehr, mal weniger - an die Ausgangsbeschränkungen, die inzwischen ja in ganz Deutschland gelten. Ein Minus von zumindest etwa 30 Prozent erreichen auch einige Landkreise in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und dem Saarland. Weniger konsequent ist man nach den Zahlen vor allem in Brandenburg oder Nordrhein-Westfalen. Im Norden Rostocks gibt es während dieses Zeitraums sogar ein leichtes Plus von zwei Prozent an Handy-Bewegungen. 


Mobilitätseinbruch am ersten Wochenende teils bis zu 79 Prozent

Am größten war der Einbruch unserer Mobilität am Sonntag, dem 22. März - einen Tag, nachdem die Ausgangsbeschränkungen in Bayern in Kraft getreten sind. Verglichen mit dem Sonntag zuvor, dem 15. März, wurden im Berchtesgadener Land sogar 79 Prozent weniger Bewegungen registriert. Im Landkreis Traunstein war es während jener Woche ein Minus von 71 Prozent, in den Kreisen Altötting und Rosenheim ein Minus von 62 Prozent und im Landkreis Mühldorf minus 58 Prozent.

Darüber hinaus gibt es Pläne der Bundesregierung, dass Handy-Daten auch Teil einer Exit-Strategie werden könnten: Eine "Tracking-App, die dem EU-Datenschutz genügen muss", spiele dabei eine entscheidende Rolle, so Kanzleramtschef Helge Braun gegenüber RTL und ntv. Mit dieser sollen die Infektionswege erkannt werden können. Es geht dabei um eine App, die Bürger freiwillig installieren könnten und die sie ohne Preisgabe von Namen oder Standortdaten anonymisiert warnt, wenn sie Kontakt mit einem bestätigten Infizierten hatten. Laut Braun soll sie schon in den kommenden Tagen oder spätestens Wochen einsatzbereit sein. 

xe

Quelle: rosenheim24.de

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