Das sagen Experten und Politiker zum gruseligen Brauch in Corona-Zeiten

„Süßes oder Saures“: Wie funktioniert Halloween im Pandemie-Jahr 2020?

Landkreis - „Süßes sonst Saures“ hallt es normalerweise am 31. Oktober durch die Straßen. Doch die Corona-Pandemie wirbelt auch dieses Ereignis gehörig durcheinander. Experten und Politiker raten, den Brauch heuer lieber ausfallen zu lassen.

Viele sind aktuell verunsichert, was in Corona-Zeiten angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen überhaupt noch möglich ist. Grundsätzlich verboten, an Halloween um die Häuser zu ziehen, zu klopfen und um Süßigkeiten zu bitten, ist es den Kindern und Jugendlichen nicht - ein ungutes Gefühl schwingt dennoch mit.


Auf Facebook und in anderen Social-Media-Kanälen ploppen aktuell immer wieder Beiträge auf, in denen kontrovers diskutiert wird, sobald Eltern fordern, dem gruselig verkleidetem Nachwuchs an der Tür doch trotz der Pandemie mit Abstand zu begegnen. So könne ihnen auch während der Pandemie eine Freude bereitet werden und der Spaß nicht gleich von vornherein ein Loch bekommen.

Experten raten vom Zug um die Häuser an Halloween ab


Aus medizinischer Sicht raten Experten allerdings, Halloween wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr ausfallen zu lassen. Die ganz klare Empfehlung sei, so berichtet tageschau.de, den mittlerweile auch in Bayern seit Jahren verbreiteten Brauch in diesem Jahr nicht durchzuführen, heißt es von Seiten des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. Man wisse nicht, wer da die Tür aufmache. Eventuell sei es eine Person aus der Gruppe der Risikopatienten oder eine Person gar in Quarantäne. Das Risiko einer Ansteckung sei einfach zu hoch.

Bayerns Politiker fordern Verzicht von „Süßes oder Saures“

Die Politik ist einer Meinung, was den Gruselbrauch im Corona-Jahr 2020 anbelangt: Mit Blick auf das bevorstehende Allerheiligen und Halloween ruft nicht nur Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml dazu auf, in diesem Jahr auf Halloween-Bräuche zu verzichten. Zum 31. Oktober bittet Huml die Eltern, dieses Jahr bei ihren Kindern dafür zu werben, nicht von Tür zu Tür zu gehen und zudem von Motto-Zusammenkünften abzusehen - auch im reduzierten Umfang. Denn es sei wichtig, unnötige Kontakten zu minimieren und Infektionsketten zu unterbrechen.

Ministerpräsident Markus Söder erklärte im Antenne-Bayern-Interview: „Halloweenpartys erachte ich als ganz ganz schwierig, da bei Feiern grundsätzlich die geltenden Regeln mit zwei Hausständen oder gar nur mehr fünf Personen maximal zu beachten seien.“ Beim Umherziehen um die Häuser rät Söder ganz klar zum Tragen der Maske. „Die eigentliche Empfehlung wäre jetzt aber, dass die Eltern ihren Kindern selbst vorher wahnsinnig viel Süßigkeiten kaufen und zu Hause ein Gruselfest machen. Das hängt aber natürlich auch immer vom regionalen Infektionsgeschehen ab.“

Bayerns Familienministerin Carolina Trautner bläst ins selbe Horn und appelliert an Eltern wegen der Corona-Pandemie die Halloween-Bräuche nur im Familienkreis zu gestalten: „Gemeinsam basteln, verkleiden und Süßigkeiten naschen soll natürlich auch in diesem Jahr möglich sein, aber bitte nur innerhalb der Familie. Wir müssen jetzt alle die Kontakte zu anderen Menschen so gering wie möglich halten und vorsichtig sein. Mit Blick auf die derzeitigen Infektionszahlen rate ich deshalb von Halloween-Feiern außerhalb der Familie und vom von Tür zu Tür Gehen ab.

mb

Rubriklistenbild: © Armin Weigel

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