Häftling verblutet - Eltern gehen in Berufung

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Berufungsprozess: Der ehemalige Gefaengnisarzt ist wegen fahrlässiger Toetung eines Haeftlings angeklagt

Nürnberg - Das Berufungsverfahren gegen einen Gefängnisarzt vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth hat begonnen. Die Eltern eines verbluteten Häftlings werfen dem Arzt fahrlässige Tötung vor. 

Mit einem Befangenheitsantrag der Nebenkläger hat am Mittwoch vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth das Berufungsverfahren gegen einen Nürnberger Gefängnisarzt begonnen. Die Eltern eines im Juli 2008 verbluteten Untersuchungs-Häftlings werfen dem Mediziner fahrlässige Tötung vor. Der Anwalt hält den Sachverständigen im erstinstanzlichen Verfahren für nicht ausreichend unabhängig und hat daher ein neues Gutachten verlangt. Der Gutachter hatte seinerzeit ausgeschlossen, dass der 29 Jahre alte Häftling wegen mangelhafter Versorgung in der Haftanstalt gestorben war. Das Gericht hatte daraufhin Arzt und Pfleger freigesprochen.

In der U-Haft verblutet

Der Armenier hatte sich in der Nacht zum 16. Juli 2008 die Adern aufgeschnitten und starb schließlich, obwohl er noch nach Hilfe gerufen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte Arzt und Pfleger daraufhin vorgeworfen, sich nicht ausreichend um den Verletzten gekümmert zu haben. Beide hätten den drohenden Verblutungsschock erkennen und den Patienten entsprechend medizinisch versorgen müssen, um sein Leben zu retten, argumentierten die Anklagevertreter. Das Gericht sah das anders: Auch der Arzt hätte den Tod des Armeniers nicht verhindern können - selbst wenn er sich nicht nur telefonisch, sondern persönlich um den Gefangenen gekümmert hätte, hatte das Gericht in seinem Urteil vom Dezember 2009 festgestellt.

dpa

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