Bundespolizei: "Es geht um Leib und Leben"

Bei Kontrollen in Rosenheim: Afrikaner aus Güterzug geholt

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Rosenheim - Dienstag und Mittwoch führte die Rosenheimer Bundespolizei erneut intensive Güterzugkontrollen durch, auch mit Unterstützung eines Hubschraubers. Es wurden dabei wieder Migranten entdeckt.

Update Donnerstag 12.37 Uhr: Pressemitteilung Bundespolizei Rosenheim

Die Bundespolizei hat am Mittwoch (29. November) am Rosenheimer Bahnhof erneut Güterzüge kontrolliert. Dabei haben die Beamten sieben Personen afrikanischer Abstammung festgestellt. Vier von ihnen mussten das Land bereits wieder verlassen.

In den Mittagsstunden stoppten die Bundespolizisten außerplanmäßig einen Güterzug, der vom italienischen Verona nach München unterwegs war. Aus der Luft hatte die Besatzung des unterstützenden Polizeihubschraubers gesehen, dass die Plane eines Anhängers aufgeschlitzt worden war. Daraufhin öffneten die Beamten am Boden bei Halt des Zuges den entsprechenden Auflieger und fanden eine siebenköpfige Gruppe Afrikaner. 

Laut eigenen Angaben stammen die Personen aus Guinea, Ghana, Gambia, Nigeria und dem Senegal. Unter ihnen befanden sich auch zwei Minderjährige. Der 15-jährige Guineer und der 16 Jahre alte Gambier wurden aufgrund ihres Alters in die Obhut des zuständigen Jugendamtes übergeben. Ein 32-jähriger Mann aus Ghana konnte nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen an eine Aufnahmeeinrichtung weitergeleitet werden. Die übrigen Afrikaner wurden nach Österreich zurückgewiesen, da es ihnen offenbar nicht auf Schutz in der Bundesrepublik ankam.

Erstmeldung Mittwoch 14 Uhr:

Die Bundespolizei führte am Dienstag und auch am Mittwoch wieder intensive Güterzugkontrollen durch. Dies bestätigte Yvonne Oppermann, Pressesprecherin der Rosenheimer Bundespolizei, auf Nachfrage von rosenheim24.de.

Es wurden dabei auch erneut Migranten festgestellt. Nähere Informationen würden ihr jedoch derzeit noch nicht vorliegen. Sie hat dazu eine ausführliche Pressemitteilung angekündigt.

Zahlreiche Bürger haben sich sowohl bei unserer Redaktion als auch bei der Rosenheimer Bundespolizei erkundigt, warum der Hubschrauber der Bundespolizei so intensiv im Einsatz wäre. Yvonne Oppermann erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass es ihnen bei diesen Einsätzen um "Leib und Leben von Menschen" ginge. Welche Nationalität diese hätten, wäre für sie unerheblich. Sich unter Güterzügen zu verstecken, sei lebensgefährlich.

Anfang Oktober wurden bei Raubling vier Afrikaner - zwischen Rädern und Achsen versteckt - von der Bundespolizei bei Kontrollen entdeckt.

 

"Der Hubschrauberpilot ist angewiesen, bewohntes Gebiet so weit es geht zu meiden oder in größtmöglicher Höhe zu überfliegen", so Oppermann weiter. Doch manchmal sei es leider unvermeidlich. Um die Wärmebildkamera bestmöglich zum Einsatz zu bringen, müsste der Pilot in unterschiedlichen Höhen und Winkeln anfliegen. Auch dass der Hubschrauber nicht immer entlang der Bahnstrecken unterwegs sei, sei so beabsichtigt. Man wolle aus unterschiedlichen Richtungen anfliegen, um die Unberechenbarkeit der Kontrollen zu gewährleisten.

mh

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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