TechnoSan: Grundwasser nicht gefährdet

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In der Kiesgrube Freudlsperger in Mühldorf darf nur schwach belastetes Material gelagert werden. Die Neuöttinger Firma "TechnoSan" hat dagegen verstoßen und vermutlich mit falschen Analysewerten stärker konatminiertes Erdreich abgelagert. Das Grundwasser ist nach übereinstimmender Auskunft von Freudlsperger und dem Landratsamt Mühldorf nicht gefährdet.

Neuötting/Mühldorf - Das Landratsamt gibt zunächst Entwarnung: Erste Untersuchungen zeigen keine Gefahr von Umweltschäden in der Freudlsperger Kiesgrube

Aktuell besteht keine Gefahr von Umweltschäden in der Freudlsperger Kiesgrube an der Nordtangente Mühldorf durch die Ablagerung von belastetem Erdreich. Das teilten jetzt die Betreiberfirma als auch das Landratsamt mit. "Es ist nicht zu befürchten, dass das Grundwasser gefährdet ist", erklärte Tom Roßhuber, Geschäftsführer der Firma Freudlsperger, gestern auf Anfrage. Bisherige Proben zeigen nach seinen Angaben keinerlei Verunreinigung.

Das bestätigte auch das Landratsamt Mühldorf auf Anfrage. In einer knappen Stellungnahme heißt es: "Die erste Grundwasseruntersuchung ergab, dass bisweilen keine gefährlichen Stoffe ins Grundwasser gelangt sind, so dass eine Grundwassergefährdung derzeit nicht vorliegt." Wie am Dienstag bekannt geworden war, hat die Neuöttinger Firma "TechnoSan" in der Mühldorfer Kiesgrube über längere Zeit verschmutztes Material eingelagert, obwohl sie das nicht gedurft hätte.

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Das Landratsamt macht TechnoSan dicht

Bei dem Material handelt es sich laut Freudlsperger-Geschäftsführer Roßhuber um Erde und Steine, die mit Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz PAK, versetzt waren, wie sie bis in die 70er-Jahre im Teer enthalten waren. "Da der Schadstoff sehr stark gebunden ist, wird er durch Wasser nicht ausgewaschen", betont Roßhuber und weist auf ältere Straßen hin, die bis heute das Material enthielten.

Trotzdem hätte die Firma "TechnoSan" das Material nicht in Mühldorf lagern dürfen. Es hätte aufbereitet und - je nach verbleibendem Schadstoffanteil - auf einer Deponie entsorgt werden müssen. Weil "TechnoSan" das aber nicht getan hat, ermittelt die Polizei nach eigenen Angaben seit geraumer Zeit wegen des "unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfallstoffen und Betrugs" gegen die Geschäftsleitung und Mitarbeiter der Firma. Am Dienstag untersagte das Landratsamt Altötting den weiteren Betrieb von "TechnoSan". Polizeisprecher Stefan Sonntag machte klar. "Es ist kein Bagatellfall, das kann eine einigermaßen große Dimension annehmen."

Mehr als 1000 Tonnen

Nach Angaben Roßhubers handelt es sich um mehrere 1000 Tonnen, die "TechnoSan" in Mühldorf abgelagert hat. Bis vor drei Monaten sei das Material angeliefert worden - in Verbindung mit einer schriftlichen Analyse. Die habe es als lediglich schwach belastet ausgegeben, so dass es in der Kiesgrube hätte gelagert werden dürfen. "Auch vom Augenschein her war das Material in Ordnung", sagt Roßhuber und wirft der Firma TechnoSan "falsche Analytik" vor. Ein Vorwurf, den auch die Polizei erhebt.

Vor drei Monaten kam ein externer Gutachter dem Abfall auf die Spur. Von der Firma Freudlsperger beauftragt, kontrolliert er die Kiesgrube regelmäßig. "Wir lassen diese Kontrollen freiwillig zu unserer Sicherheit durchführen", sagt Geschäftsführer Roßhuber, die Ergebnisse gingen sofort an das Mühldorfer Landratsamt, die Anlieferungen wurden gestoppt.

Einen Teil des kontaminierten Materials hat "TechnoSan" bereits wieder abtransportiert, aufgearbeitet und auf einer speziellen, dafür zugelassenen Deponie der Firma Freudlsperger abgelagert. Roßhuber geht davon aus, dass "TechnoSan" das auch mit dem restlichen Material tun wird und seinem Unternehmen kein Schaden entstehen wird. Denn letztendlich müsste Freudlsperger für die ordnungsgemäße Entsorgung einstehen, wie das Landratsamt Mühldorf erklärt.

"Wir suchen nach rechtlicher Beratung"

Die Firma "TechnoSan" hielt sich gestern mit einer Stellungnahme zurück. Ein Sprecher, der seinen Namen nicht preisgeben wollte, bestätigte, dass das Unternehmen seit Mai von der Ablagerung des belasteten Materials wisse. Man habe sich mit der Firma Freudlsperger über den Abtransport und die ordnungsgemäße Entsorgung verständigt. "Die Entwicklung vom Dienstag hat uns sehr überrascht", sagte er über die Stilllegung des Betriebs und das Bekanntwerden der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. "Wir suchen jetzt zunächst rechtliche Beratung."

Mehr wollte der Unternehmensvertreter nicht zu der Frage sagen, wer von dem belasteten Material gewusst habe, das mit mutmaßlich falschen Analysedaten nach Mühldorf geliefert worden ist.

hon/Mühldorfer Zeitung

Quelle: innsalzach24.de

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