Neue EU-Norm bedroht Existenz bayerischer Traditionsfahrgeschäfte

Neue EU-Norm: Aus für Traditionsfahrgeschäfte?

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Landkreis - Die EU hat eine neue Norm auf den Weg gebracht: Fahrgeschäfte sollen stabiler gemacht werden. Der Jungbayernbund sieht darin eine Existenzgefährdung für bayerische Schausteller.

Abstruse Gesetze, wie beispielsweise für die einheitliche Länge der Gurke oder die Idee europaweit die Trinkwasserversorgung zu privatisieren, sorgten bereits in der Vergangenheit für Kopfschütteln. Doch mit der neuen Euro-Norm DIN EN 13814 wurde ein Gesetz in die Wege geleitet, das speziell für die bayerischen Schausteller eine Existenzgefährdung mit sich bringt.

Neue EU-Gesetzgebung gefährdet bayerische Schausteller

Die neue DIN EN 13814 besagt: Fahrgeschäfte müssen stabiler werden. Grundsätzlich wäre das als positiv zu werten, wenn man nicht wüsste, dass bayerische Fahrgeschäfte auf Grund guter Statik und dank Prüfungen des TÜV Süd bereits heute als die sichersten „fliegenden Bauten“ in der Welt angesehen werden. Für bayerische Schausteller wirkt sich diese neue Reglung mit erheblichen Mehrinvestitionen für neue Statik und Prüfungen teils im 6-stelligen Bereich aus, die dann mit dem erzielten Zeitwert nicht mehr in Relation stehen.

Typisch für die sogenannten „Regeln“ aus Brüssel ist die schwammige Auslegung: So gilt das neue Gesetz nur für Fahrgeschäfte auf Volksfesten und Kirmes, baugleiche Karussells in deutschen Freizeitparks sind davon aber ausgenommen! Für den Jungbayernbund (Jugendorganisation der Bayernpartei) kommt im Hinblick auf die vielen brauchtumsbezogenen Volksfeste in ganz Bayern in unabdingbarer Verbindung mit Traditionsfahrgeschäften wie Pferdekarussell und Kettenflieger nur ein Bestandsschutz für ältere Fahrgeschäfte, die dieser Gesetzgebung zum Opfer fallen würden, in Frage.

Helmut Freund: Bestandsschutz könnte traditionelle Angebote retten

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„Viele bayerische Traditionsfahrgeschäfte können trotz Mehrinvestitionen diese Prüfung nicht bestehen und müssten zwangsläufig modernen Hightech-Fahrgeschäften weichen. Würde man die Sachlage mit dem Straßenverkehr vergleichen, so müssten bei einer neuen technischen Richtlinie alle alten bereits zugelassenen Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen werden, ein undenkbarer und nicht verhältnismäßiger Aufwand“, so Helmut Freund, stellv. Vorsitzender des Jungbayernbunds und Kreistagskandidat der Bayernpartei in Rosenheim.

In vielen europäischen Ländern dient Bestandsschutz zum Erhalt von Altanlagen, beispielsweise in Frankreich bis zu 14 Jahre. Nur in Deutschland wird bis dato von einer Sonderregelung abgesehen und vielen bayerischen Schaustellern droht somit das Aus. „Gerade das aktuelle Beispiel, die Entscheidung darüber, dass vom Wirtschaftlichen Verband Rosenheim das traditionelle Kettenkarussell für das Rosenheimer Herbstfest 2014 nicht berücksichtigt wurde und die daraus resultierende große Empörung bei den Bürgern zeigt, welch hohen Stellenwert diese Fahrgeschäfte bei den bayerischen Volksfestbesuchern genießen!“ führt Freund weiter aus.

Pressemitteilung Kreisrat Sepp Lausch

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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