Bauvorhaben abgelehnt!

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Dieses alte Gebäude in der Pfälzer Straße möchte Georg Weiß junior in ein Arbeiter-Wohnheim umwandeln.

Großkarolinenfeld - Ein altes Wohnhaus möchte "Bussi-Schorschi" in ein Arbeiter-Wohnheim umwandeln. Vorerst lehnte der Bauausschuss das Vorhaben jedoch ab.

Ein altes Wohnhaus in Großkarolinenfeld möchte Georg Weiß alias "Bussi-Schorschi", Juniorchef einer Gartenbaufirma in der Gemeinde Schechen, in ein Arbeiter-Wohnheim umwandeln. Vorerst lehnte der Bauausschuss das Vorhaben jedoch ab. Der Grund: Der nötige Stellplatznachweis kann nicht erbracht werden, und die Definition eines Arbeiter-Wohnheims ist unklar.

Umbauen, erweitern und aufstocken möchte Weiß das Anwesen in der Pfälzer Straße 57. Gleichzeitig möchte der Wurzacher Firmeninhaber hier Arbeiter unterbringen und stellte einen entsprechenden Antrag auf Nutzungsänderung.

"Das ist keine einfache Sache. Denn uns liegt keine eindeutige Definition vor, was man unter einem Arbeiter-Wohnheim versteht", sagte Bürgermeister Bernd Fessler. Die gemeindliche Stellplatz-Satzung sei nach einem Muster des Bayerischen Gemeindetages entwickelt worden, wobei die Definition eines Arbeiter-Wohnheimes darin nicht vorgekommen sei.

Aus diesem Grund habe die Verwaltung versucht, sich beim Bayerischen Gemeindetag über eine solche Definition schlau zu machen. Doch die Information sei bis zur Sitzung nicht mehr rechtzeitig eingegangen. Es sei für die Gemeinde das erste Mal, dass jemand ein ArbeiterWohnheim beantrage.

Laut Fessler ist die Stellplatzfrage in der Angelegenheit das Hauptproblem. Bisher befanden sich in dem Gebäude zwölf Zimmer, die kein eigenes Bad, sondern lediglich Etagen-Duschen und Etagen-Toiletten hatten. Jetzt möchte Weiß in dem Haus neun einzelne Appartements mit jeweils eigenen Bädern und Kochnischen realisieren.

Nach Ansicht des Bürgermeisters sei für die Appartements ein höherer StellplatzNachweis nötig - und zwar zwei Stellplätze pro Wohneinheit. Demnach wären für die geplanten neun Wohnungen 18 Stellplätze nachzuweisen.

"Für so viele Stellplätze ist das Grundstück in der Pfälzer Straße mit 306 Quadratmetern definitiv zu klein. Selbst wenn man nur einen Stellplatz pro Wohnung verlangen würde, würde der Platz nicht ausreichen", resümierte der Rathaus-Chef.

Bisher seien dem bestehenden Wohnhaus laut Baugenehmigung fünf Stellplätze zugeordnet worden. Die Mitglieder des Bauausschusses standen dem Vorhaben des "Bussi-Schorschi" äußerst skeptisch gegenüber. Bekannt sei das Wohnhaus im Ort aufgrund des häufigen Mieterwechsels. Rund 250 verschiedene Mieter hätten in der Vergangenheit hier ihre Zelte aufgeschlagen und wieder abgebrochen, gab Fessler auf Anfrage bekannt.

Georg Weiß habe der Gemeinde gegenüber argumentiert, dass sich eine energetische Sanierung derzeit anbiete, da das Gebäude leer stehe. Doch nach Auskunft des Bürgermeisters seien in dem Haus "momentan nach wie vor Personen gemeldet".

Lesen Sie auch:

Einstimmig sprach sich der Bauausschuss gegen das Vorhaben aus. Die Begründung war eindeutig: Dem nötigen Stellplatz-Nachweis könne nicht Rechnung getragen werden. Falls das Landratsamt Rosenheim jedoch die Sachlage anders beurteilen wird, hat sich die Gemeinde die Option zur Abgabe einer weiteren Stellungnahme offengehalten. Zudem soll der Bayerische Gemeindetag noch in Bezug auf die Definition eines Arbeiter-Wohnheims befragt werden.

Enttäuscht über die ablehnende Haltung des Großkarolinenfelder Gremiums zeigte sich Georg Weiß, der erst durch das OVB von dem negativen Bescheid erfuhr. Das Bauamt habe ihm in Vorgesprächen eine positive Entscheidung signalisiert.

Dafür hatte Fessler eine Erklärung parat: "Das stimmt. Aber wir wissen auch vorher nicht, welche Bedenken die Mitglieder des Bauausschusses letztendlich haben werden."

Über das Argument der fehlenden Stellplätze kann der "Bussi-Schorschi" nur lachen: "Ich brauche keine Stellplätze, weil ich in dem Haus meine Mitarbeiter unterbringen möchte, die mit einem Mannschaftsbus abgeholt und heimgefahren werden. Da bei mir qualifizierte Kräfte arbeiten, die hochwertiger wohnen wollen, möchte ich das Gebäude dementsprechend sanieren."

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser