Ethikkommission musste entscheiden

Große Trauer in Hellabrunn: Elefantendame Steffi ist tot

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Steffi, die älteste und ranghöchste Elefantin der Elefantenherde des Münchner Tierparks Hellabrunn ist am Mittwoch eingeschläfert worden. Das Tier war schon länger krank.
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Hellabrunn/München - Die Elefantendame Steffi starb am Mittwoch im Tierpark Hellabrunn, nachdem es ihr schon einige Wochen lang schlecht gegangen war.

Am Mittwoch ist Elefantendame Steffi im hohen Alter von 52 Jahren gestorben. Nachdem die Elefantenkuh bereits in den letzten Wochen enorm an Gewicht verloren hatte und immer schwächer wurde, legte sie sich am Vormittag entkräftet hin. Um sie von ihrem Leiden und ihren Beschwerden zu erlösen, entschied eine interne Ethikkommission, Steffi einzuschläfern.

Der Gesundheitszustand der 52-jährigen Elefantenkuh verschlechterte sich laut dem Tierpark bereits Anfang des Jahres zunehmend. In den letzten Wochen nahm Steffi immer weniger Nahrung zu sich, war geschwächt und separierte sich häufig von der Gruppe. Wenn die anderen Tiere stundenweise auf der Außenanlage waren, blieb sie im Haus. Eine medizinische Intensivbehandlung zeigte keine Besserung. Steffi legte sich trotz ihrer Erschöpfung in letzter Zeit kaum noch hin, da ihr das Aufstehen große Mühe bereitete.

Elefantendame von Leid erlöst

Laut Zoodirektor Rasem Baban war dieses Verhalten Steffis Art und Weise zu zeigen, dass sie nicht mehr könne und wolle. Deshalb sei eine Ethikkommission aus Tierpflegern, Tierärzten, Bereichsleitern und zoologischer Leitung einberufen worden. Es sei einstimmig beschlossen worden, die Elefantendame von ihrem Leid zu erlösen.

Die übrige Elefantenherde wurde anschließend ins Elefantenhaus gelassen, um sich von Steffi verabschieden zu können. Bei Elefanten ist es üblich, dass die Herdenmitglieder von einem verstorbenen Tier Abschied nehmen, in dem sie einen Kreis bilden und mit ihren Rüsseln über den toten Körper fahren. „Es war beeindruckend zu beobachten, wie mucksmäuschenstill es im Elefantenhaus war, als sich die übrigen Elefanten von Steffi verabschiedet haben“, so Rasem Baban.

Mit Steffi verlieren die Hellabrunner Elefantendamen ihre Leitkuh; diese Rolle hatte sie nach dem Tod von Elefantenkuh Tina vor sechs Jahren übernommen. Da sie das älteste Tier der Gruppe war, wurde sie von den anderen stets als ranghöchste Kuh respektiert. Welcher Elefant jetzt diese Aufgabe übernehmen wird, bleibt abzuwarten.

Bereits seit Jahren in medizinischer Behanldung

Steffi lebte seit 1968 im Tierpark Hellabrunn. Weil sie von Geburt an, 1966 in Indien, eine Rüssellähmung hatte, hatte sich sich einige ungewöhnliche Bewegungsabläufe antrainiert, die sehr eigen für sie waren und ihre Behinderung nahezu ausglichen.

Wie alle Tiere, die in Hellabrunn sterben, wird auch Elefant Steffi in der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München pathologisch untersucht werden.

mh/Pressemitteilung Tierpark Hellabrunn

Quelle: rosenheim24.de

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