Grafenwöhr: Überraschende Wende im Schweine-Skandal

Grafenwöhr/Regensburg - Nach heftiger Kritik von Tierschützern und Bürgern wird es auf dem US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr keine Tierversuche zur Sanitätsausbildung geben.

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Die Regierung der Oberpfalz teilte am Donnerstag mit, dass der entsprechende Antrag zurückgezogen worden sei. Ein auf Medizinseminare spezialisiertes Unternehmen wollte für die militärische Ausbildung Schweine oder andere Tiere schwer verletzten, um an ihnen die Versorgung von Kriegsverletzungen üben zu können. Danach wären die Versuchstiere getötet worden.

Der Deutsche Tierschutzbund hatte von “grausamen und unnötigen Experimenten“ gesprochen. Die Firma aus Brandenburg wollte im Auftrag der US-Armee bereits in wenigen Tagen mit den Versuchen beginnen. Unklar ist, ob bis dahin überhaupt eine Genehmigung nach dem Tierschutzgesetz erteilt worden wäre. Möglicherweise hätte zuvor der Ethikrat eingeschaltet werden müssen.

Die Regierung der Oberpfalz hatte nach Bekanntwerden der Pläne der Militärs reihenweise Beschwerden von empörten Bürgern erhalten. “Es kamen viele, viele E-Mails, die ausnahmslos ablehnend waren“, sagte Pressesprecher Joseph Karl.

Auch die Tierschutzorganisationen liefen gegen das Vorhaben Sturm. Als “perfide“ bezeichnete der Verein Ärzte gegen Tierversuche die Idee, Tiere für militärische Zwecke “zu missbrauchen“. Der Verein meinte, dass die Experimente auch medizinisch unsinnig gewesen wären: “Schweine und Ziegen unterscheiden sich in ihrer Anatomie wesentlich vom Menschen. Zudem sind mit dem Skalpell beigebrachte Verletzungen weit von der Realität von Kriegsverletzungen entfernt“, sagte die Tierärztin Corina Gericke laut einer Mitteilung.

dpa

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