Pinkelpause endet in Katastrophe: Tote und Schwerverletzte

Gangkofen/Straubing - Bei einem schweren Auffahrunfall sind in der Nacht zum Samstag im Landkreis Rottal-Inn zwei Menschen ums Leben gekommen. Auslöser war eine Pinkelpause.

Es war ein so schöner Tag gewesen: Zusammen mit drei Freunden fahren Walter S. (75) und Hermann N. (69) Samstagnacht von einem Stockschützen-Turnier nach Hause – nach Wendelskirchen nahe Dingolfing. Die Kameraden lachen, freuen sich über den gelungenen Ausflug. Auf der Staatsstraße bei Gangkofen bittet der Beifahrer dann, kurz anzuhalten – weil er schnell austreten müsse. Es ist eine Pause mit verheerenden Folgen …

Die Uhr zeigt 1.45 Uhr, als der stocknüchterne Fahrer des roten Mitsubishis am Straßenrand hält. Walter und Hermann sitzen auf der Rückbank, zusammen mit einem weiteren Vereinskollegen (56). Sie verlassen den Wagen nicht, warten lieber im Auto auf den sich erleichternden Beifahrer. Dann passiert es: Von hinten nähert sich ein 30-jähriger Niederbayer in seinem BMW den fünf Freunden. Er sieht deren geparktes Auto nicht. Ungebremst rast er direkt in das Heck des Mitsubishis. Schreie, Flammen; Trümmerteile schießen wie Geschosse umher.

Eines dieser Teile trifft genau den im Graben stehenden Beifahrer, er wird verletzt, schwebt aber glücklicherweise nicht in Lebensgefahr. Am schlimmsten erwischt es die drei Männer auf der Rückbank. Walter und Hermann haben keine Chance, sie sind sofort tot. Nur ihr 56-jähriger Freund kann von den Rettungskräften schwerstverletzt aus dem völlig zerquetschten Fahrzeug geborgen werden. Auch der Fahrer des Mitsubishis blieb im Auto sitzen, wurde durch den unglaublichen Aufprall verletzt.

Und der Lenker des BMW? Sein Wagen fängt nach dem Crash sofort Feuer. Mit letzter Kraft krabbelt der Mann aus seinem Sitz, kriecht über die Straße. Auch er muss sofort ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Tragödie auf dem Heimweg: In Wendelskirchen steht jeder unter Schock. Nur 166 Einwohner hat das Dorf, alle kannten die Männer im Auto sehr gut. „Wir trauern um gute Freunde“, so ein Nachbar von Hermann N. Die Männer waren als freundlich und hilfsbereit bekannt.

Am 1. Mai sollten sie an der großen Maibaum-Feier im Dorf teilnehmen. Das Fest wurde abgesagt.

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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