"Gan yi bei, gan yi bei, tong tong kuai kuai"

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Der chinesische Unternehmensberater und Hobbysänger Guangya Su (r) mit Hans Rudolf Beierlein, dem Geschäftsführer der Plattenfirma Montana

München - "Gan yi bei, gan yi bei, tong tong kuai kuai!" Sie verstehen kein Wort? Das ist die chinesische Version von "Ein Prosit der Gemütlichkeit",die jetzt erschienen ist.

“gan yi bei, gan yi bei, tong tong kuai kuai“: Was sich so exotisch anhört, hat einen sehr bodenständigen - und sehr bayerischen - Ursprung. Es handelt sich um die chinesische Übersetzung des inzwischen weltberühmten “Prosit der Gemütlichkeit“, zu dem Touristen aus aller Welt im Münchner Hofbräuhaus oder im Wiesn-Zelt ihre Maß erheben. Pünktlich zur Wiesn in diesem Jahr soll das Lied auf den Markt kommen und im deutschen Fernsehen erstmals präsentiert werden. Von dort aus soll es seinen Siegeszug um die ganze Welt antreten - zumindest wenn es nach dem Münchner Musikmanager Hans-Rudolf Beierlein geht.

Der 82-Jährige, der einst Udo Jürgens managte und den Grand Prix der Volksmusik erfand, hatte zuerst die Idee, aus dem Prosit, das ja aus nicht mehr als einem Satz besteht, ein Lied zu machen. Stefan Mross präsentierte es zum 30. Geburtstag des Musikantenstadls zum ersten Mal. Dann ließ Beierlein das Lied auch noch ins Chinesische übersetzen - ein “Plosit“ der Gemütlichkeit.

Die Zahl der chinesischen Touristen in Deutschland sei in den vergangenen Jahren in die Höhe geschnellt, betont er. Die Stadt München zählte 2010 nach Angaben des Tourismusamtes rund 52 000 Gäste aus China - sie blieben durchschnittlich zwei Nächte in der bayerischen Landeshauptstadt. Bei den Oktoberfest-Besuchern schafften die Chinesen es mit etwa 10 000 Gästen allerdings nicht einmal unter die Top Ten und lagen sogar noch hinter den Iren und Neuseeländern.

Beierlein ist dennoch sehr optimistisch. “Dieses Lied soll um die Welt gehen“, sagt er im Interview der Nachrichtenagentur dpa. “Es ist ein Lied, das die Menschen zusammenbringen und nicht auseinandertreiben soll.“ Auch Versionen “unserer nationalen Fröhlichkeitshymne“ in anderen Sprachen schließt Beierlein für die Zukunft nicht aus. “Gemütlichkeit ist etwas ganz typisch deutsches - das sieht man allein schon daran, dass man das Wort nicht übersetzen kann.“

Zum chinesischen Botschafter der Gemütlichkeit soll der 32-jährige Chinese Guangya Su werden, der in München für einen großen Konzern arbeitet, wenn er nicht gerade seinem Hobby nachgeht und chinesische Stimmungslieder zum Besten gibt. “Mit Deutschland verbindet man auf der ganzen Welt - und auch in China - immer wieder Disziplin und Rationalität. Ich lebe aber seit zehn Jahren in Deutschland und habe hier vor allem die Gemütlichkeit schätzen gelernt. Die gilt ja vor allem für Bayern. Das möchte ich auch den Menschen in meiner Heimat vermitteln“, sagt der Unternehmensberater, der den schwarzen Anzug in seiner Freizeit gerne gegen die Lederhose tauscht.

Mit seinem Lied verbindet er auch einen kulturellen und politischen Auftrag. Er will, so nennt er es selbst, eine “Brücke schlagen zwischen den Kulturen“. “Wir sollten uns auf das konzentrieren, was wir gemeinsam haben und nicht immer nur auf das, was uns unterscheidet“, betont er in einer Zeit, in der China wegen seines Umgangs mit Regimekritikern wie Ai Weiwei weltweit in der Kritik steht. “Lasst uns doch sehen, was wir tun können, ohne immer nur zu kritisieren.“

dpa

Quelle: Oktoberfest live

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