Gloria von Thurn und Taxis sorgt für Empörung 

Die Fürstin hält Domspatzen-Skandal für "totalen Schmarrn" 

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Fürstin Gloria von Thurn und Taxis kann die Aufregung um die Aufarbeitung von Gewaltfällen bei den Regensburger Domspatzen nicht verstehen. 
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Regensburg - Fürstin Gloria von Thurn und Taxis hat nun den Missbrauchsskandal um die Regensburger Domspatzen relativiert - und sorgte damit für Empörung. 

Aus Sicht der 57-Jährigen waren Schläge "ein ganz normales pädagogisches Mittel, um mit frechen Kindern, wie ich eines war, fertig zu werden"

"Freche Kinder": Fürstin macht aus Opfern Täter

Dass die Institution katholische Kirche, mitsamt des Zölibats, ursächlich sei für die Missbrauchsfälle, sei "totaler Schmarrn" und "richtig gemein." Schließlich würde es dieses Phänomen überall geben. "Man geht gerne auf die Kirche los und das ist ein gefundenes Fressen", so die Fürstin. 

Opfer-Sprecher Alexander Probst reagierte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk auf diese Aussagen. Er sagte, Gloria solle es "für alle Zukunft unterlassen, dumme und undifferenzierte Aussagen zu treffen" über Dinge, von denen sie keine Ahnung habe

Grünen-Landtagsabgeordnete Verena Osgyan twitterte: "Gloria hat eindeutig nicht alle Latten am Zaun". Ihre Worte seien eine Herabwürdigung der Opfer. 

Auch ihre Fraktionskollegin, MdL Kerstin Celina, schaltete sich ein. Sie meinte, die Worte von Glorian von Thurn und Taxis seien "unverzeihlich".

Sänger empfanden die Zeit als "Hölle"

Wie von uns berichtet, ergab eine Untersuchung, dass über 500 Sänger der Domspatzen bis in die 1990er-Jahre Opfer von Gewalt wurden, in 67 Fällen kam es auch zu sexuellen Misshandlungen. Insgesamt wurden 49 Menschen als Täter beschuldigt worden, neun davon sollen sexuelle Gewalt ausgeübt haben. 

Betroffene erzählten, dass sie ihre Schulzeit als "Gefängnis, Hölle und Konzentrationslager" bezeichnen würden. Die körperliche Gewalt sei alltäglich und brutal gewesen. Viele Opfer schilderten die Jahre als "schlimmste Zeit ihres Lebens, geprägt von Angst, Gewalt und Hilflosigkeit".

Papst-Bruder Georg Ratzinger geriet besonders in die Kritik. Der jahrzehntelange Leiter der Domspatzen soll nach Aussagen einiger Sänger "ein notorischer Schläger" gewesen sein

Quelle: rosenheim24.de

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