Fünfjähriges Kind zum Drogenschmuggeln benutzt

München - Wegen Drogenschmuggel ermittelt das Bayerische Kriminalamt seit Januar gegen eine Bande. Einer der Schmuggler benutze sogar ein fünfjähriges Kind als Tarnung bei seinen Kurierfahrten.

Aus Hinweisen, dass ein unbekannter Täter im bayerischen Schwaben Rauschgiftgeschäfte abwickeln soll, gelang einer bei der GER eingerichteten Ermittlungsgruppe die Identifizierung eines Verdächtigen sowie das Netz um die 23 bis 37 Jahre alten Tatverdächtigen zuzuziehen. Die Kriminaler schlugen erstmals im Juni 2010 zu, als sie in München einen Abnehmer mit 65 g Heroin abfischten und ließen in Zusammenarbeit mit Polizeibehörden aus Baden-Württemberg die Handschellen Ende August erneut klicken: Einem weiteren Abnehmer wurde ein Deal mit 68 g Kokain zum Verhängnis.

Der finale Schlag gegen die Bande erfolgte am 28.09.2010, als der für die Kurierfahrten zuständige 32-jährige Kosovo-Albaner auf dem Heimweg einer Beschaffungsfahrt aus den Niederlanden unterwegs war. Für die Fahrt benutzte der Arbeitslose den 5er BMW seines Bruders und versteckte dort im Motorraum ca. 1 kg Kokain. Skrupellos nahm der Drogenkurier seine ahnungslose 28-jährige Schwägerin und deren fünfjähriges Kind zur Tarnung mit auf die Tour, angeblich um einen Verwandten in den Niederlanden zu besuchen. Diese Gewissenlosigkeit erreichte seine Spitze darin, dass der Tatverdächtige zwischen der Mittelkonsole und Beifahrersitz offen sichtbar und griffbereit einen Schlag- stock mitführte. In der Rückenlehne des Beifahrersitzes fanden die Ermittler zudem ein Springmesser. Offenbar rechnete die Gruppierung damit, sich gegen mögliche Angriffe verteidigen zu müssen.

Unmittelbar nach dem Zugriff erfolgten drei weitere Festnahmen von Bandenmitgliedern, darunter der 27-jährige Anführer, ein arbeitsloser Heizungsbauer und sein ebenfalls arbeitsloser Fahrer. Sie waren dem Drogentransport mit ca. einstündigem Abstand gefolgt. Der Bandenchef pflegte für seine Drogengeschäfte internationale Kontakte unter anderem nach Großbritannien, in die Tschechische Republik, Schweiz und Niederlande.

Zudem besitzt der gebürtige Albaner aus bisher unerklärlichen Gründen einen echten französischen Pass mit leicht abgeänderten Personalien.

Aufgrund der fortgeführten Ermittlungen konnten am 13. Oktober 2010 ein 28-jähriger serbischer Fabrikangestellter und in Zusammenarbeit mit der GER Sachsen-West am 04.11.2010 ein 37-jähriger arbeitsloser Serbe verhaftet werden. Dem hohen Engagement der Rauschgiftermittler und den zahlreich unterstützenden Dienststellen aus dem südlichen Bundesgebiet ist es zu verdanken, dass sich alle sechs polizeierfahrenen Bandenmitglieder und die beiden Abnehmer derzeit in Untersuchungs- haft befinden.

Das Ermittlungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Der Tatverdacht erstreckt sich bisher auf zwei Kurierfahrten mit je einem Kilogramm Kokain sowie den Handel mit 68 g Kokain und 65 g Heroin. Aufgrund der bereits erdrückenden Beweislast hat bisher eines der Bandenmitglieder ein Geständnis abgelegt. Weitere umfangreiche Auswertungen stehen noch aus.

Pressemitteilung Bayerisches Landeskriminalamt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Polizei

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