Wochen-Serie: "Luft und Liebe"

Outdoorsex: Wenn die Lust strafbar ist

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
  • schließen

Altlandkreis Wasserburg – Ist Sex im Freien, an öffentlichen Plätzen eine Belästigung der Allgemeinheit? Wird der beliebte Outdoorsex hart bestraft? Pärchen und Behörden erzählen über die Leidenschaft.

erzählen über die Leidenschaft. Viele aus dem Altlandkreis Wasserburg können dem Outdoorsex etwas abgewinnen. Dabei sind sich etliche einig: „Outdoorsex belebt die Beziehung und hat etwas von Abenteuer“. Der besondere Kick dabei sei, das sich nicht erwischen lassen, heißt es von Maximilian Faltermeier.

Der 24-Jährige verabredet sich regelmäßig mit seiner Freundin an öffentlichen Stellen, um sich hier auszuleben. „Ich finde Sex im Freien äußerst angenehm, weil man sich die romantischten Fleckerl aussuchen kann und Abwechslung ins Spiel kommt. Es ist wirklich toll“, schwärmt Maximilian. Mittlerweile sei ein Spiel daraus geworden, erklärt der junge Mann aus dem Altlandkreis Wasserburg. „Ich schicke meiner Freundin GPS-Koordinaten und mach quasi eine Schatzsuche draus“, schmunzelt der 24-Jährige. Bisher habe er sich meist Stellen oder Uhrzeiten ausgesucht, an denen niemand vorbeikommt und sich gestört fühlen könnte durch das Liebesspiel. Für ihn sei es jedoch unvorstellbar, absichtlich Zuschauer zuzulassen, gibt Maximilian zu.

Polizei und Ordnungsamt heben den Finger

Sind das die schönsten Liebesfleckerl im Altlandkreis?

40 Pärchen haben wir gefragt, wo Outdoorsex für sie persönlich am meisten Spaß macht, etliche Antworten haben wir bekommen.

Inndamm Wasserburg

Auf einer Wiese mit Blick auf das schön beleuchtete Schloß Amerang

Fußballtor auf den Sportplätzen der Region

Im Parkhaus

Am Seeufer der Weiher in der Region

Mitten im Outback im oder auf dem Auto

Vor beleuchteten öffentlichen Gebäuden

Im Wald

Am Aussichtspunkt in Wasserburg mit Blick auf Altstadt oder Burg

„Moralisch wäre es nicht denkbar, in einem Mietwagen seiner Lust nachzugeben“, zeigt sich Thomas Wiebauer empört. Auch er habe sich mit seiner Freundin schon öfter im Freien vergnügt, auch öffentliche Plätze waren dabei. Doch was ihm einige seiner Studienkumpels erzählt hätten, ginge ihm deutlich zu weit. „Auf einem Friedhof hätte ich bestimmt keinen Sex, das ist eindeutig undiskutabel“, so Thomas Wiebauer kopfschüttelnd. „Trotzdem finde ich es nicht schlimm, wenn man an einem schönen Platz im Freien, auf öffentlichem Gelände kurz mal die Hüllen fallen lässt“, so Thomas. Ganz anderer Meinung sind Ordnungsamt und Polizei. Es sei dann unzulässig, wenn andere Bürger sich belästigt fühlten. „Dann ist es auch nicht gestattet, sich nackt in der Öffentlichkeit zu zeigen, Sex hin oder her“, heißt es von einem Mitarbeiter aus dem Ordnungsamt.

Die Polizei erläutert, dass rechtlich gesehen Sex im Freien an öffentlichen Plätzen dann strafrechtlich verfolgt werden könnte, wenn sich andere Bürger durch den Anblick belästigt fühlen würden. „Wenn sich ein Pärchen im Wald vergnügen will und sich quasi hinter dichtes Gebüsch drängelt, oder im Auto die Fenster und eventuell das Cabrioverdeck geschlossen lässt, die Fenster sogar abdeckt, um ohne Bürgerblicke Sex im Fahrzeug zu haben, dann kann dies ohne strafrechtliche Brisanz funktionieren“, so der Beamte. Doch mit heruntergelassenen Scheiben oder zur Hauptsaison inmitten der Liegewiese am Badesee definiere das Strafgesetzbuch in Paragraph 183a als „Erregung öffentlichen Ärgernisses“. Die Strafen dafür könnten hoch ausfallen, so die Polizei.

Manchmal werden sexuelle Handlungen, an denen sich andere Menschen stören, lediglich als Ordnungswidrigkeit, etwa Belästigung der Allgemeinheit angesehen. So definiere es das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten in Paragraph 118. In jenem Fall sei die öffentliche Ordnung beeinträchtigt, ein teures Liebesspiel würde dann oft mit einem Bußgeldbescheid in Höhe von durchaus 1000 Euro enden. „Ich empfehle keinerlei Provokation der Öffentlichkeit“, betont Rechtsanwalt Paul Sanladerer. Dann sei erst einmal zu beweisen, dass das Entdeckt werden geradezu erwünscht war, so der Jurist abschließend.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser