Frau erdrosselt: 72-Jähriger bestreitet Absicht

Bamberg/Ebermannstadt - Ein Rentner muss sich am heutigen Dienstag wegen Mordes an seiner Ex-Frau vor dem Landgericht Bamberg verantworten. Zum Auftakt des Prozesses bestritt er, dass er sie absichtlich umgebracht hat.

"Ich wollte mir ihr reden, sie aber nicht verletzten oder gar umbringen", verteidigte sich der 72-Jährige am Dienstag vor dem Landgericht Bamberg.

Ausführlich schilderte der Physiker die Vorgeschichte und den Ablauf des 29. Oktober 2009. Er wollte eine junge Indonesierin heiraten und mit ihr ein Findelkind adoptieren. Seine 68 Jahre alte Frau habe sich jedoch über Jahre hinweg einer Scheidung widersetzt.

Unangemeldet klingelte er an jedem Abend an der Tür ihres Hauses in Ebermannstadt. Sie habe ein Gespräch abgelehnt und ihn mit seiner früheren Alkoholsucht konfrontiert. Als sie ihn zurückstieß und zu schreien begann, habe er ihr den Mund zuhalten wollen. Bei dem sich anschließenden Gerangel habe sie ihn in den Finger gebissen und ihm eine Gießkanne an den Kopf geschlagen. "Ich bin sicher, ich habe meine Frau nicht gewürgt, kann es aber auch nicht ausschließen", erklärte der 72-Jährige sich selbst widersprechend.

Als er sich von seiner leblos neben ihm liegenden Frau lösen wollte, habe er seinen Schal kräftig von ihr wegziehen müssen. "Dabei muss er sich wohl irgendwie verfangen haben", erklärte er den Tod seiner Frau. Der Staatsanwalt geht hingegen davon aus, dass er seine Frau getötet hat, um seine Ehe zu beenden, um frei zu sein und sein Leben nach eigenen Wünschen fortsetzen zu können.

dpa

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