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Fortsetzung der Hauptverhandlung am zweiten Prozesstag

Polizisten-Prozess: Verschiedene Aussagen

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Der verletzte Systeminformatiker kurz nach der Festnahme in Wasserburg
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Rosenheim - Am Dienstag wurde der Prozess gegen den Polizisten wegen des Verdachts auf Körperverletzung im Amt vor dem Amtsgericht fortgesetzt. Es wurden sieben Augenzeugen gehört. 

Nach dem ersten Verhandlungstag in der vergangenen Woche, wurde der Prozess vor dem Amtsgericht in Rosenheim gegen einen Polizisten wegen vermeintlicher Körperverletzung im Amt fortgesetzt. Am zweiten Prozesstag wurden neben insgesamt sieben Zeugen, die am Tatabend den Vorfall in Wasserburg in der Nähe der Bar "Roter Turm" mitverfolgt hatten, auch die unterschiedliche Aussagen als Tatrekonstruktionen auf Video begutachtet.

Fahrer des Streifenwagens macht Aussage 

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In der Silvesternacht von 2012 auf 2013 kam es in Wasserburg zu einem Vorfall, der aktuell das Rosenheimer Amtsgericht unter dem Vorsitz von Richter Christian Baier verhandelt wird. Einem Polizisten, der am Tatabend zusammen mit seinem Kollegen auf Streifendienst in Wasserburg unterwegs war, wird Körperverletzung im Amt vorgeworfen. Am Dienstag sagte als erstes dieser Kollege, der eingeteilte Fahrer des Streifenwagens aus. Der Polizeihauptmeister gab in seiner Aussage an, in den frühen Morgenstunden des 1. Januar 2013 in der Wasserburger Innenstadt mit seinem Kollegen unterwegs gewesen zu sein. Auf Höhe "Roter Turm" habe der Angeklagte schließlich Personen ausserhalb des Streifenwagens gehört und wollte daraufhin eine Personenkontrolle durchführen. Zu diesem Zweck hielt der Zeuge den Streifenwagen an und verließ diesen nach seinem Beifahrer. Nachdem man die Personalien der Jugendlichen aufgenommen hatte, wollte man die Streife fortsetzen. Kurz bevor sich der Dienstwagen der beiden Polizisten jedoch in Bewegung setzte, gab der Zeuge an, dass die Beifahrertür ruckartig geöffnet wurde. Ob dieses Ereignis von innen oder von außen geschah, konnte der Beamte nicht mit Sicherheit sagen. Der Beifahrer und Angeklagte sei erneut ausgestiegen und habe versucht, die Person vor der Autotür festzuhalten. Daraufhin soll auch der Polizeihauptmeister ausgestiegen sein, um den Mann vor Ort festzuhalten. Mit Hilfe von zwei weiteren, zufällig zum Geschehen dazugestoßenen Kollegen, habe der Angeklagte den Geschädigten dann von der stark frequentierten Straße zu einem nahegelegenen, verlassenen Bretterverschlag verbracht. Dabei soll sich der Systemprogrammierer mit einem Tritt nach hinten, ins Leere, gegen die Polizisten gewehrt haben. Im Holzverschlag, ausserhalb seines Sichtbereichs, soll es den drei anderen Polizisten dann gelungen sein, dem Geschädigten Handschellen anzulegen. Auf dem Weg zum Streifenwagen, der den 54-jährigen Wasserburger dann auf die Dienststelle verbrachte, seien dem Beamten keinerlei Verletzungen am Geschädigten und auch keine Schreie dessen aufgefallen.  Zur Festnahme im Holzverschlag und dem Weg zur Dienststelle in die Zelle, könne der Polizeihauptmeister keine Angaben machen, da sich diese Ereignisse nicht in seinem Sichtfeld abspielten. Im Nachhinein seien ihm lediglich zwei mit Blut befleckte Handschuhe beim Angeklagten aufgefallen.

Nach dem Abspielen einer auf Video aufgezeichneten Tatrekonstruktion, die die Aussagen des Polizisten vor Ort in Wasserburg nachspielten, wurden insgesamt sechs weitere Zeugen, die sich in der Nacht am Tatort aufhielten, angehört.

Aussagen von Unbeteiligten

Zwei der Zeugen, eine 20-jährige Auszubildende und ein 25-jähriger Feinwerkmechaniker, konnten aufgrund der langen Zeitspanne zwischen dem Vorfall und der Anhörung keine detailierten Aussagen mehr treffen. Auch die Vorhalte des Richters zu ihren Angaben bei der polizeilichen Vernehmung kurz nach dem Ereignisse, konnten die beiden nicht mehr bestätigen. Ein weiterer Zeuge, ein 21-jähriger Koch, konnte das Verhalten der beteiligten Polizisten lediglich als "rabiat" beschreiben. Genaue Angaben zum Vorfall konnte er jedoch nicht machen, er habe der Weisung eines Polizisten, den Platz zu verlassen, sofort befolgt.

Konkrete Aussagen über den Ablauf konnten zwei Zeugen, ein 28-jähriger Brauer und seine 26-jährige Freundin liefern. Die Sozialpädagogin gab an, dass der Geschädigte, nachdem er von "mindestens zwei" Polizisten gegen die Seite des Wagens und mit dem Kopf auf das Dach des PKWs gedrückt worden war, in den Holzverschlag abgeführt worden sei. Als sie den Beamten zusammen mit ihrem Freund, der die Aktion mit dem Handy filmen wollte, nachgegangen sei, soll ihnen ein Beamter entgegen gekommen sein, der angab, vom Geschädigten in den Unterleib getreten worden zu sein. Während des Gesprächs mit dem Beamten habe sie erkannt, wie der Systeminformatiker am Boden fixiert wurde und sich die Ellenbogen eines der Beamten mehrmals schlagartig nach unten, in Richtung des Kopfes der am Boden liegenden Person bewegt hätten. Eine Faust konnte die Zeugin dabei aber nicht erkennen. Zusätzlich will die 26-Jährige ein leises Stöhnen, jedoch keine Schmerzensschreie gehört haben.

Auch ihr Begleiter, der 28-jährige Brauer, bestätigte diese Angaben. Der Geschädigte soll "durchgängig sehr grob angefasst" worden sein, obwohl dieser sich nicht sonderlich gewehrt haben soll. Dem Brauer soll anschließend das Handy, mit dem er versucht haben will, das Geschehen zu filmen, von einem der Polizsiten abgenommen worden sein. Erst am nächsten Tag habe er es auf der Dienststelle wieder abholen können. Vorhalte aus seiner polizeilichlichen Aussage, in denen der Zeuge angegeben hatte, dass der Mann am Boden wiederholt mit der Faust geschlagen worden sein soll, konnte er nicht bestätigen, wenn er es damals so ausgesagt hatte, dann würde es schon stimmen, so der Zeuge.

Videorekonstruktion aus Sicht des Geschädigten

Am Ende des zweiten Verhandlungstages wurde die Tatrekonstruktion des Geschädigten Systeminformatikers gezeigt. Darin wurde sowohl die in der Wasserburger Innenstadt stattgefundenen Ereignisse, als auch die im Dienstwagen und der Dienststelle, aus Sicht des Geschädigten nachgestellt. Dabei konnte der Geschädigte große Teile der vermeintlichen Mißhandlungen in großem Detailreichtum nacherzählen, einige eigene Aussagen, zum Anfang der Ereignisse, konnte er jedoch nicht mehr nachvollziehen.

Der Prozess vor dem Amtsgericht in Rosenheim wird am 14. Juli mit dem dritten Tag der Hauptverhandlung fortgesetzt.

Quelle: rosenheim24.de

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