Fluglehrer unter Schock: "Es muss weitergehen"

Trostberg/Leogang - Nach dem Absturz des Ultraleichtflugzeugs am Donnerstag im Pinzgau ist Flugschulen-Betreiber Werner Frister immer noch rat- und fassungslos. Er will aber kämpfen.

Ein 47-jähriger Mann aus Breitbrunn am Chiemsee und eine bislang nicht identifizierte Frau, die aber offenbar auch aus dem Chiemgau stammt, sind am Donnerstag mit ihrem Ultraleichtflugzeug in Österreich tödlich verunglückt. Über die Absturzursache herrscht derzeit noch Rätselraten.

Fluglehrer geschockt

Ein solches Ultraleichtflugzeug ist abgestürzt

Werner Frister ist Geschäftsführer der utc-Flugschule. Der verstorbene Jürgen R. aus Breitbrunn charterte bei ihm dasFlugzeug, mit dem er im österreichischem Leogang zusammen mit einer zweiten Person verunglückte.

Der Fluglehrer, der die Flugschule seit elf Jahren betreibt und seit seinem 14. Lebensjahr 15.000 Flugstunden gesammelt hat,  ist tief betroffen. "Es ist sehr traurig, was da passiert ist. Ich kann mir nicht erklären, wie es zu diesem Unglück kommen konnte."

Ultraleichtflugzeug aus Chiemgau abgestürzt

Von der Polizei hatte Frister am Donnerstagvormittag erfahren, was passiert war. Etwa vier Stunden nach dem Absturz war er selbst am Unfallort. "Der Anblick an der Unglücksstelle war für mich natürlich schrecklich. Während meiner langjährigen Pilotenlaufbahn musste ich nie etwas Vergleichbares mit ansehen. Ich war immer froh, sagen zu können, dass in meiner Flugschule in den elf Jahren nie ein Unfall passiert ist. Jetzt ist das leider nicht mehr so."

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Wie der Absturz passieren konnte, ist für den Geschäftsführer der Flugschule nicht nachvollziehbar. "Ich kann nur sagen: Der Flieger war erst zwei Tage vor dem Unglück bei der Jahres-Hauptuntersuchung. Das Flugzeug wurde perfekt gewartet, sonst hätte es den Stempel nicht bekommen. Ich selbst bin diese Strecke schon sehr oft geflogen. Es ist eigentlich keine Route, die besonders risikoreich ist. Trotzdem können in bestimmten Tälern immer unerwartete Böen und Thermiken entstehen. Man muss einfach abwarten, was die Spezialisten noch herausfinden werden, das Ganze ist mir rätselhaft."

Jürgen R. hatte seit etwa drei Jahren seinen Flugschein und war keinesfalls als risikofreudiger Pilot bekannt. "Ganz im Gegentei, ich bin oft mit ihm geflogen", erklärt Frister. "Nach dem Winter haben wir zum Beispiel zusammen die ersten Flüge der Saison gestartet. Jürgen war immer ein sehr besonnener Pilot."

"Irgendwie muss es weitergehen"

Trotz des tragischen Unglücks versucht Werner Frister den Blick in die Zukunft nicht zu verlieren. "Ich bin in tiefer Trauer, aber ich kann meine Flugschule jetzt nicht einfach zusperren. Ich könnte mir keinen anderen Beruf vorstellen."

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © tj/Chiemgau24 / dapd

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