Flughafen-Panne abgehakt: Ein Einzelfehler

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München - Die Aufregung war groß nach dem Bombenalarm am Flughafen im Januar. Jetzt hat die Staatsregierung die Panne als Einzelfehler einer Fluggast- Kontrolleurin abgehakt.

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“Alle Beteiligten sind sich einig, dass kein Systemfehler vorliegt“, sagte ein Beamter des Wirtschaftsministeriums am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags. Bei dem Zwischenfall am 20. Januar war ein Englisch sprechender Fluggast mit seinem sprengstoffverdächtigen Laptop unbemerkt aus der Fluggastkontrolle entwischt. Das hatte dazu geführt, dass ein Teil des Münchner Airport-Terminals II stundenlang gesperrt wurde. Mehr als hundert Flüge verspäteten sich oder wurden annulliert. Tausende Passagiere waren betroffen.

“Es handelte sich um einen individuellen Fehler der Kontrollkraft“, sagte der Fachmann des Wirtschaftsministeriums. Die Frau versuchte zunächst, den verschwundenen Fluggast auf eigene Faust wiederzufinden. “Leider ist diese Nacheile ohne Erfolg geblieben.“ Die Luftsicherheit sei aber nicht beeinträchtigt gewesen. Personalmangel oder Ausbildungsdefizite bei den Fluggastkontrolleuren gibt es nach Einschätzung des Wirtschaftsministeriums nicht. Derzeit seien bei der Firma etwa 1100 Mitarbeiter in Voll- oder Teilzeit beschäftigt. “Die Personalsollstärke ist erreicht“, sagte der Ministerialbeamte.

Die Opposition ist mit den Erklärungen nicht zufrieden und kritisierte vor allem, dass es nach dem Verschwinden des Mannes zehn Minuten dauerte, bis Alarm ausgelöst wurde. “Das ganze Sicherheitskonzept muss überprüft werden“, sagte die SPD-Abgeordnete Helga Schmitt-Bussinger. Auch die Grüne Susanna Tausendfreund kritisierte, die Reaktion der Sicherheitskräfte am Flughafen sei “viel zu langsam“ gewesen.

Die CSU hingegen sieht lieber das Positive: “Das Sicherheitssystem als solches hat funktioniert“, sagte der Freisinger CSU-Abgeordnete Florian Herrmann. Der Koalitionspartner FDP schränkte das gleich wieder ein: “Das Sicherheitssystem hat funktioniert, aber nicht reibungslos“, sagte FDP-Innenexperte Andreas Fischer. Es sei nur ein Fehler bei Millionen Kontrollen gewesen gewesen. “Aber es darf kein einziger Fehler passieren, weil das fatale Folgen haben kann.“

dpa

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